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Strassenumfrage liefert den Inhalt für dieses Theater

23. Februar 2017

«Was würden Sie an der Welt ändern?» fragt Noemi mit echter Neugier einen überraschten Passanten. Mitten auf dem Paradeplatz sammelt sie mit Livio Antworten zu dieser grossen Frage. Gemeinsam recherchieren die beiden Kulturschaffenden für das Projekt 24, welches am Wochenende in Zürich aufgeführt wird.

Noemi im Gespräch mit einer Passantin.

Ob sie eine plausible oder eine generelle Antwort hören wolle, fragt der Angesprochene rhetorisch zurück. «Generell würde ich mir wünschen, dass Leute mehr Verstand hätten, plausibel ist dies jedoch nicht.» Viele der Befragten wünschen sich, dass die Menschheit rücksichtsvoller miteinander umginge und der gesellschaftlichen Zusammenhalt gestärkt würde, ordnet Livio die Antwort ein. So wünschen sich auch viele – auch wenn etwas verlegen –, dass es kein Krieg gäbe, ergänzt Noemi.

Hauptanliegen lokale Relevanz
Oft werde der programmatische Inhalt von Thater durch Kulturschaffende vorgegeben, ohne Rücksicht zu nehmen, mit was sich das Publikum zurzeit gerade beschäftigt. «Wir drehen diesen Prozess nun um. Wir holen uns die Inputs aus der Bevölkerung und verarbeiten diese dann zu Theater» erklärt Noemi. «Wir wollen Theater machen, dass wirkliche Relevanz für die Zürcher Bevölkerung hat», fasst Livio zusammen.

Gesammelte Antworten auf die Frage Was würdest du an der Welt ändern? .«»

24 Stunden Isolation
Die Antworten der Zürcher*innen sind denn auch die einzigen Anhaltspunkte, aus welchen das Stück gefertigt werden soll. Drei Schauspieler bekommen die gesammelten Aussagen in Form von Post-it Zetteln, Bildern und Kommentaren von einer Website. Die drei haben dann 24 Stunden Zeit, diese Aussagen in ein Theater zu verpacken. Um dies möglichst effizient zu tun, ziehen sie sich im Pavilleon in die Isolation zurück und arbeiten voraussichtlich ohne Pause an der Umsetzung. «Ich werde in dieser Zeit auf Pikett sein, für den Fall, dass die drei eine Ansprechpartnerin oder Feedback brauchen», erklärt Noemi ihre Rolle.

Die Umsetzung liegt völlig in den Händen der drei Schauspieler. Einzig die Vorbereitungszeit ist auf 24 Stunden beschränkt. Das ist eine grosse Herausforderung für die drei Künstler. Doch die drei Schauspieler sollen sich keinesfalls in der Materie verbeissen. «Durch die kurze Vorbereitungszeit wird die Interpretation vielleicht lauter und wilder, anstatt ein in sich stimmiges Stück», hofft Livio.

Erfahrungen austauschen
Am Ende der Vorstellung wird ein Publikumsgespräch stattfinden. «Es ist uns wichtig, dass das Publikum auf das Gesehene reagieren kann. Vielleicht wird von den Schauspielern ja eine kontroverse Antwort aufgegriffen», sagt Noemi. Daher sei es wichtig, die Erfahrungen der Künstler und der Zuschauer am Schluss auszutauschen.

Das Theater findet am Freitag, 24.2. und Samstag 25.2. im Pavilleon statt. Tickets sind unter www.backstage-theater.ch erhältlich. Die drei Schauspieler werden sich schon am Donnerstag-Abend mit dem Recherematerial im Pavilleon verschanzen. Passanten können durch die Fenster inegüxle und sie bei den Vorbereitungen beobachten.

Titelbild: ZVG von BACKSTAGE

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