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Screenshot: https://quartieridee.ch/

Pilotprojekt für partizipatives Budget startet in Wipkingen

Die Bewohner*innen vom Zürcher Quartier Wipkingen sollen bald per Online-Plattform Projekte eingeben und über ein Budget bestimmen können. Funktioniert das Pilot-Projekt, könnte es vielleicht in der ganzen Stadt zur Anwendung kommen.
12. Dezember 2019
Chefredaktor

Wie die Wipkinger-Zeitung am Donnerstag berichtet, sind derzeit drei Parteien daran, die Idee des partizipativen Budgets nach Zürich zu bringen. Andere Städte wie Reykjavík, Helsinki und Barcelona kennen bereits ähnliche Projekte. Die «Quartieridee», wie das Vorhaben derzeit genannt wird, soll Anfang 2020 starten und wird vom Quartierverein Wipkingen und den beiden Vereinen Nextzürich und Urban Equipe getragen. Die Stadt Zürich beobachtet die Initiative und unterstützt sie mit einem finanziellen Beitrag.

Gemäss der Quartierzeitung geht es darum, dass «die Raumnutzenden Ideen für das Quartier einbringen und darüber abstimmen» können. Mit diesem demokratischen Prozess könne die Bevölkerung darüber entscheiden, «wie Gelder zuhanden der Allgemeinheit ausgegeben werden» sollen.

Damit die Plattform tatsächlich umgesetzt werden kann, sprechen der Quartierverein und die Stadt Zürich je 20'000 Franken, so die Zeitung.

Auch «Ausländer*innen» dürfen mitmachen

Besonders schön an der «Quartieridee» ist, dass nicht nur Menschen mit dem Schweizer Pass, welche via Wahlen und Abstimmungen eh am demokratischen Prozess teilnehmen können, bei der Plattform Ideen einbringen und so mitwirken dürfen.

Die «Wipkinger Zeitung» schreibt dazu: «Geplant ist eine Plattform, auf der alle Raumnutzenden, unabhängig von ihrem Alter, ihrer Nationalität und ihrem Wohnsitz, Ideen für das Quartier einbringen und darüber abstimmen können. So hätten einerseits auch die in der Stadt wohnhaften Ausländer*innen (18,2% der Raumnutzenden), die Stadtzürcher Minderjährigen (6%) und die Zupendler*innen (33.1%) ein Mitspracherecht. Auf der anderen Seite würden die politischen Vertreter*innen, Stadtplaner*innen und die Stadtverwaltung über die Plattform erfahren, welche Ideen der Quartierbevölkerung besonders am Herzen liegen. Begleitet wird die digitale Ideensammlung von analogen Veranstaltungen, um möglichst vielen Interessierten die Teilnahme zu ermöglichen.»

Der Testlauf, welcher bereits in wenigen Monaten starten soll, ist erst mit einer Landingpage online auffindbar. Dort können sich Interessierte für den Newsletter anmelden.

In Zukunft, wenn der Pilot erfolgreich verläuft, ist es vorstellbar, dass die Plattform auf dem ganzen Stadtgebiet zum Einsatz kommt. Auf Anfrage teilt das zuständige Präsidialdepartement mit: «Im Rahmen des Strategie-Schwerpunkts «Smarte Partizipation erproben» und der Umsetzung der Smart-City-Strategie will die Stadt Zürich der Bevölkerung zeitgemässe, innovative Möglichkeiten bieten, sich aktiv einzubringen: zu aktuellen Herausforderungen, zu Fragestellungen und konkreten Projekten der Stadt.» Darum werde dieses Wipkinger-Projekt von der Stadt begleitet und unterstützt. «Das Projekt soll der Stadt helfen zu beurteilen, ob sich das Instrument des partizipativen Budgets eignet und sinnvoll implementierbar ist, um die Bedürfnisse und Erwartungen der Stadtzürcherinnen und Stadtzürcher für eine verstärkte Mitwirkung in Quartierfragen zu erfüllen.»

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