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83 Festnahmen nach UBS & CS Blockade von Klima-Aktivist:innen

Am frühen Montagmorgen blockierten rund 200 Klima-Aktivist:innen am Paradeplatz die Zugänge zu den Grossbanken UBS und Credit Suisse. Damit demonstrieren sie gegen klimaschädigende Investitionen.
02. August 2021

Text und Bilder: Emilio Masullo & Simon Jacoby


Kurz nach 6 Uhr geht es plötzlich schnell. Eine Gruppe von rund 200 meist jungen Menschen zieht laut singend durch den Hauptbahnhof und die Bahnhofstrasse runter. Vor den Eingängen der Grossbanken UBS und Credit Suisse machen sie Halt, teilen sich in Gruppen von ungefähr 30 Personen auf und blockieren so die Eingänge. Die Aktivist:innen halten Transparente, skandieren Parolen und verwehren den Bankangestellten den Zutritt. Care Teams versorgen die Blockierenden mit Essen und Getränken.

Mit der Blockade wird «gegen die massiven Investitionen der Schweizer Finanzinstitute in Erdöl, Gas und Kohle» aufmerksam gemacht, wie es in der Medienmitteilung des Aktionsbündnisses «Rise Up for Change» heisst. «Die Aktion war erfolgreich und verlief sicher. Jetzt hoffen wir, dass die klimaschädlichen Machenschaften der Finanzinstitute ein Ende nehmen», lässt sich Sprecherin Frida Kohlmann zitieren.

Die Polizei wurde von der Aktion gemäss Sprecherin nicht überrascht, ist kurz vor 7 Uhr mit einem grossen Aufgebot beim Paradeplatz und hat eine mobile Einsatzzentrale eingerichtet. Gemäss Durchsage wird die Blockade nicht toleriert, die Aktivist:innen würden sich der Nötigung und des Hausfriedensbruchs schuldig machen.

Ab 8 Uhr werden die einzelnen Blockaden nach und nach geräumt.

Die Polizei gewährte eine Frist von fünf Minuten. Nach deren Ablauf wurden die Aktivist:innen umzingelt...

...und dann einzeln abgeführt.

Einzeln werden die Aktivist:innen abgeführt, kontrolliert, fotografiert und dann weggefahren. Sie leisten keinen Widerstand, verhalten sich friedlich und skandieren: «Klimaschutz ist kein Verbrechen.» Eine Sprecherin des Aktionsbündnisses ist schockiert über die Verhaftungen. Die Sitzblockade sei ein legitimer Protest, eine Demokratie müsse diesen aushalten. Die Polizei teilt unterdessen mit, dass 83 Personen vorläufig festgenommen wurden: «64 Personen werden bei der Staatsanwaltschaft, 19 Personen bei der Jugendanwaltschaft angezeigt.»

Die Clown-Army, welche oft bei linken Demonstrationen vor der Polizei patrouiliert, ist auch heute anwesend, tanzt und jongliert. Die Clowns und einige Polizist:innen scheinen sich bereits zu kennen, sie grüssen sich freundlich.

Die grossen Schweizer Finanzinstitute sind für circa zwei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich. Deshalb hat die diesjährige Aktionswoche, welche seit dem Wochenende auf der Stadionbrache vorübergehend stationiert ist, den Finanzplatz in den Fokus gesetzt. Die Aktivist:innen fordern deshalb einen sofortigen Ausstieg aus «aus allen Investitionen in fossile Energien».

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