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Stell dir vor, es gibt Kunst und keine*r geht hin... Dann kommt die Kunst zu dir #NotAPicasso

Kunst gibt es nicht nur in Museen zu sehen. Der öffentliche Raum ist voll damit. Derzeit ist in Zürich die subversive «Not a Picasso» Ausstellung zu sehen. Künstler*in: Unbekannt.
04. August 2019
Chefredaktor

Es gibt dieses berühmte Zitat von Bertolt Brecht: «Stell dir vor, es ist Krieg und keiner geht hin.» Ob dieser Spruch tatsächlich von Brecht stammt, ist nicht ganz klar. Immer mal wieder wird das Zitat ergänzt durch einen zweiten Satz: «...Dann kommt der Krieg zu dir.» Durch den zweiten Satz wird die Bedeutung des ersten völlig verändert. Hoffen wir, nur der erste stimmt.

Wie auch immer.

Damit die Überleitung zu den vielen «Not a Picasso» Graffitis in Zürich gelingt, brauchen wir den zweiten Satz und adaptieren den Spruch so: «Stell dir vor, es gibt Kunst und keine*r geht hin... Dann kommt die Kunst zu dir.» Ich wage mich nicht soweit aus dem Fenster und behaupte, die Museen in Zürich hätten mit immer weniger Besucher*innen zu kämpfen; dazu fehlen mir gerade die Zahlen. Aber vorstellen kann ich es mir, dass immer weniger Menschen klassische Mussen besuchen und Kunst anschauen gehen.

Seit einigen Monaten ist der öffentliche Raum in Zürich eine Ausstellung, die an Picasso erinnert. Unter dem Titel «Not a Picasso» zieren unzählige Werke eines*einer unbekannten Künstlers*in Wände, Plakatstellen und andere Flächen. Der erste Instagram-Post mit dem enstsprechenden Hashtag ist am 7.Mai aufgetaucht. Inzwischen sind es einige mehr geworden.

Die aktuelle Ausstellung erinnert auf spielerische Weise an den längst verstorbenen und genialen Künstler Pablo Picasso. Bei der Kuration wurde offensichtlich darauf geachtet, keine offensichtliche Ordnung einzuhalten: Die Werke sind über fast das ganze Stadtgebiet verteilt (Oerlikon?) und wer die Kunst sehen will, kann keinem vorgespurten Weg folgen. Das ist mühsam, traditionelle Museen warten in diesem Punkt mit einer deutlich höheren Bequemlichkeit auf.

Dennoch lohnt sich ein Besuch allemal: Die Ausstellung ist gratis und auf der Entdeckungsreise durch die Stadt können neue Orte entdeckt werden. Zudem kommen immer wieder neue Werke hinzu, wodruch sich ein wiederholter Besuch aufdrängt.


Für alle, die sich trotzdem gegen einen Ausflug entscheiden, haben wir die Ausstellung hier neu kuratiert und weniger bewegungsintensiv zugänglich gemacht. Viel Vergnügen! Denn: Gehst du nicht zur Kunst, dann kommt sie eben zu dir. Egal ob im Internet, im Museum oder im öffentlichen Raum.

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