Führen Leihvelos zu weniger Diebstählen?

Ein User wollte wissen, ob in Zürich weniger Velos geklaut werden seit Leihvelo-Anbieter wie Pilze aus dem Boden schiessen. Dieser Frage sind wir nachgegangen und haben hier die aktuellen Zahlen zusammengestellt.
05. Mai 2019

Seit einiger Zeit schiessen Leihvelo-Anbieter wie Pilze aus dem Boden – und verschwinden teilweise genauso schnell wie sie aufgetaucht sind.

Werden dank diesem so grossen Zuwachs an verfügbaren (Leih-)Velos, auch weniger Zweiräder geklaut? Diese Frage hat ein User gestellt, weshalb wir hier versuchen, die Antwort darauf zu liefern.

Der grosse Boom der Leihvelos begann anfang 2017 mit dem singapurischen Unternehmen oBike. Die E-bikes von Smide gibt es in Zürich seit April 2017, die grünen Lime-Velos kamen im Januar 2018, dicht gefolgt von der Postauto-Tocher Publibike, die im Frühling 2018 starteten. Der älteste – und trotz einigen Krisen einzig stabile – ist Züri rollt, ein Arbeitsintegrationsprogramm der AOZ, das seit 1994 gratis Velos verleiht.

Mit Ausnahme von oBike, die schon im Juni 2018 Konkurs anmelden mussten, haben wir alle obig genannten Anbieter kontaktiert und nachgefragt, wie viele ihrer Leihvelos seit 2014 in Zürich im Umlauf sind. Eine Antwort erhalten haben wir von Publibike und Züri rollt, deren Daten in den folgenden Grafiken visualisiert sind.

Züri rollt verzeichnete in den letzten 15 Jahren stetig steigende Ausleihzahlen. Je nach Saison standen zwischen 200 und 280 Velos zur Ausleihe bereit.

Auch Publibike erfreut sich wachsender Beliebtheit. Der bis jetzt einzige Einbruch war im Herbst, als sie aufgrund leicht knackbarer Schlösser viele Velos zurückziehen mussten.

Nachdem sie vor gut einem Jahr (April 2018) mit 300 Velos gestartet sind, haben sie «das Netz kontinuierlich ausgebaut.» Aktuell haben sie rund 1'200 Velos und E-Bikes, bis Ende 2019 sollen es bis zu 2'000 Stück sein.

Wenn die Leihvelos tatsächlich auf Interesse stossen, wie sieht es mit den Diebstählen aus? Entscheiden sich die Velodiebe nun öfters fürs Publibike?

Die Stadtpolizei Zürich teilt auf Anfrage mit, dass «sowohl steigende und sinkende Tendenzen festgestellt werden». Die Anzeigen bewegen sich «zwischen rund 2500 und 3500 Anzeigen», wobei im Jahr 2014 etwas mehr Anzeigen erfolgten.

Kurz: Trotz der Leihvelo-welle liessen sich die Langfinger leider nicht davon abhalten, Velos zu klauen. Schade!

Das Gute daran: Da die Leihvelos offenbar nicht von Velodieben benützt werden, dann von Menschen, die sonst nicht Velofahren würden.

Die Frage ob und wieviele der geklauten Velos Leihvelos sind, bleibt an dieser Stelle jedoch unbeantwortet.

Titelbild: Florentina Walser

Praktikantin und Lektorat

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