Einheimische und Geflüchtete sollen sich dank diesem Projekt einfacher kennen lernen

Geflüchtete und Einheimische sollen in Zürich nicht länger nebeneinander her Leben, sondern sich verknüpfen und gegenseitig voneinander profitieren. Dies will ein Projekt im Pavilleon am Werdmühleplatz anstreben. Tsüri hat mit der Mit-Initiantin Anouk Hüssy gesprochen.
01. Februar 2017

Was ist Laylak?
Anouk Hüssy: Laylak ist ein Verein, der seit November ein gleichnamiges Projekt betreibt. Wir richten uns gleichermassen an Einheimische und Geflüchtete und bieten damit eine Plattform für Austausch und Begegnungen. Dazu führen wir einen Infodesk, an dem wir persönlich beraten, Einzelpersonen mit bereits bestehenden Angeboten verknüpfen und zu neuen Projekten animieren. Alles, was wir machen, geschieht in zwei Sprachen: Arabisch und Deutsch. So können sich die meisten in ihrer Muttersprache beteiligen.

Worin unterscheidet ihr euch von anderen Vermittlungsbemühungen im Flüchtlingsbereich?
Die Zweisprachigkeit ist ein grosses Bedürfnis von Geflüchteten, damit sie wichtige Informationen besser verstehen und ihre Anliegen darlegen können. So begegnen wir uns auf Augenhöhe, ohne dass die Sprache als Defizit dazwischenkommt. Wir wollen aber nicht nur vermitteln, sondern auch eine wohltuende Art der Begegnung bieten und an zentralen Orten zusammen Zeit verbringen.

Wer steckt hinter Laylak?
Unser Projekt ist keines von Einheimischen, sondern von Grund auf gemischt. Bei uns arbeiten und beteiligen sich Menschen mit den unterschiedlichsten Hintergründen. Sie kommen aus Syrien, aus dem Journalismus, aus der NGO-Arbeit und der Gastronomie. Ich selber habe zum Beispiel Arabisch studiert und wohnte in Syrien und im Libanon.

Was wollt ihr bewirken?
Was wir vertreten ist eigentlich selbstverständlich. Ist es in unserer Gesellschaft aber zurzeit nicht. Die Kontaktmöglichkeiten zwischen Geflüchteten und Einheimischen sind durch die Segregation stark eingeschränkt. Durch Begegnungsorte wollen wir dies aufbrechen und die Ankunft in der Schweiz erleichtern. Geflüchtete, die hier leben haben ein Recht darauf, an der Gesellschaft teilzuhaben, und zwar gleichberechtigt. Das ist eine Frage der Haltung. Mangelndes Wissen führt, wie wir an der aktuellen Situation sehen, zu Ängsten und Ressentiments gegenüber sogenannt Fremdem. Wir setzen uns dafür ein, dass Neuzugezogene willkommen geheissen werden und ihr Potenzial einbringen können.

Ab dem 2. Februar organisiert Laylak im Pavilleon einen Infodesk für Geflüchtete. Was erwartet uns da?
Im Februar sind wir jeweils am Donnerstag dort und heissen alle willkommen: Es geht nicht nur um Geflüchtete, sondern auch um Einheimische. Wir wollen, dass ein Austausch stattfindet und sich die Leute direkt verbinden. Der Klassiker ist natürlich das Tandem: jemand möchte Arabisch lernen und jemand anderes Deutsch, so kommen zwei Menschen zusammen und lernen sich kennen. Natürlich braucht das immer etwas Zeit. Spontane Begegnungen wird es wohl vor allem bei den Essen geben, die wir in den wärmeren Monaten organisieren wollen. Für uns ist es auch ein Ausprobieren am Werdmühleplatz. Es ist toll, dass er zentral gelegen und gut zugänglich ist. Wir freuen uns!

Was ist das für 1 Pavilleon?

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