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Jonas Minke ist in einer «gated Community» aufgewachsen, Camperfreund und seine Energiequelle der Wald

Jonas Minke ist mit zehn Jahren in die Schweiz gezogen. Zuvor lebte er in einer brasilianischen Stadt mit über zwölf Millionen Menschen. Hier in Zürich liegt für ihn alles vor der Haustüre. Auch der Wald, seine Energiequelle.
02. Juli 2021

Bald wird Jonas mit einem Van von Zürich Richtung Portugal flitzen. Vor drei Jahren hat er sich einen Camper gekauft und so umgebaut, dass man nun darin leben könnte. Auf dem Dach ist sogar ein Solarpanel montiert. Aber nicht nur da! In Zürich wird Jonas in Zukunft ebenfalls Solarstrom beziehen. Dies, weil er beim Wettbewerb von ewz auf Tsüri.ch einen Quadratmeter Solarfläche gewonnen hat. Falls du ebenfalls die Kraft der Sonne nutzen möchtest, kannst du hier etwas zum Klima- und Umweltschutz beitragen.

Ferien unterwegs

Die Ferien verbringt Jonas mit seiner Partnerin meistens im umgebauten Camper. Zum einen, weil sie beide aus Camping-Familien kommen, zum anderen weil es für sie aber auch viel unkomplizierter ist, so zu reisen. Man sei immer in der Natur, müsse keine Reservationen vornehmen und wenn sie sich an einem Ort wohl fühlen, könne man so lange bleiben, wie man möchte. Einen Zielort haben sie trotzdem jeweils. Ob sie bis dahin aber eine oder zwei Wochen brauchen, lassen sie während ihren Ferien offen. Hauptsache, sie kommen an und können auf den Zwischenstationen Mountainbiken. Ein Hobby, das Jonas hier in Zürich, wo er seit 2005 lebt, entdeckt hat. Zuvor war er in einer Stadt zu Hause, die flächenmässig fast so gross wie der ganze Kanton Zürich ist.

São Paolo – Zürich

Geboren ist Jonas in São Paolo, wo er mit seiner Familie in einer sogenannten «gated community», einem geschlossenen Wohnkomplex mit verschiedenen Arten von Zugangsbeschränkungen, gelebt hat. Der Grund für den Wegzug aus Brasilien war ein Jobangebot für seinen Vater in der Schweiz. Die Ankunft im Alter von zehn Jahren war für Jonas aber nicht ganz einfach, da er fast kein Wort Deutsch sprach. Trotzdem ist er der Schweiz treu geblieben. Er hat hier an der Universität Zürich Wirtschaftsinformatik studiert und arbeitet heute als «Product Manager» bei einem Technologieunternehmen, das sich zum Ziel gesetzt hat mit Hilfe von Apps die Gesundheit der Menschen zu verbessern. Ein Job, bei dem auch viel Verantwortung auf einem lastet. Um zu entspannen, geht er deshalb oft in den Wald. Hier tankt er Energie. Aber nicht nur er. Auch ewz profitiert vom Wald. Der Wald ist die gemeinsame Energiequelle von Jonas und allen Zürcher:innen. Jonas geht hier nach der Arbeit Joggen und ewz nutzt das Holz aus dem Wald für die lokalen Wärmeverbunde.

Im Wald über Zürich

In Zürich ist 25 Prozent der Stadtfläche bewaldet. So finden die Städter:innen hier sehr schnell einen Wald in naher Distanz. Nach der Arbeit geht er oft im Wald bei Witikon Joggen. Je nach Wetter entscheidet er sich für eine längere oder kürzere Runde. Hier oben, 200 Höhenmeter über dem Sechseläutenplatz, fühlt sich Jonas wohl. Wenn es rausgeht und er seine Schuhe gebunden hat, ist er in fünf Minuten im Wald. Für ihn ist Zürich im Vergleich zu São Paolo ein Dorf. Trotzdem findet er hier alles, was er für sein Leben braucht. Dies sei zwar auch in Brasilien der Fall gewesen. Da habe er aber teilweise bis zu zwei Stunden gebraucht, bis er irgendwo so richtig draussen war. In Zürich sind die Distanzen viel kürzer und er ist viel schneller an seinen Lieblingsorten. Dazu zählt er zum Beispiel die Werdinsel, den oberen und unteren Letten und seine Energiequelle, den Wald.

In Zürich und trotzdem überall

Während des Arbeitens ist er mit der ganzen Welt verbunden. Denn sein Unternehmen hat Menschen aus der ganzen Welt angestellt. Da sind auch Sprachkenntnisse gefragt. So kann es zum Beispiel gut vorkommen, dass er an einem einzigen Arbeitstag Portugiesisch, Spanisch, Italienisch, Englisch, Deutsch und Schweizerdeutsch spricht. Jonas liebt es, mit Menschen aus verschiedensten Kulturen zu tun zu haben. Das ist auch das, was er in Zürich mag. Hier sei er das erste Mal in seinem Leben mit so vielen verschiedenen Menschen in Berührung gekommen. Darum möchte er noch lange hier bleiben! Vielleicht aber auch ein bisschen wegen des Waldes, seiner Energiequelle vor der Haustüre.

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