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2x Jan

Jan Wilhelm ist Imker, Manager und seine Energiequelle die Sonne

Jan Wilhelm ist beruflich oft unterwegs. Auch mal im Süden. Zeit, um im Ausland Sonne zu tanken, hat er dabei nicht. Die tankt er dafür an einem ganz speziellen Ort in Zürich.
14. Mai 2021

An der Weinbergstrasse sehe ich Jan Wilhelm plötzlich doppelt. Zwei Personen einer Plakatfirma räumen gerade die Strassenabsperrungen weg. Jan davor, Jan auf dem Plakat. Zwei Mal Jan. «Ich finde es überhaupt nicht komisch, dass ich hier nun so gross hänge. Ich war ja darauf vorbereitet!», erzählt Jan mit einem Lächeln im Gesicht. Als wir vor dem Plakat stehen, ist das Wetter windig und kühl. Und trotzdem herrscht hier fast ein bisschen Sommerstimmung, da Jan auf dem Plakat in die Sonne blickt.

Jan Wilhelm ist 49 Jahre alt, hat zwei Kinder und arbeitet in der Schweiz für «Nolte Küchen», dem zweitgrössten Küchenhersteller in Europa. Von Hannover ist er 2007 in die Schweiz gezogen. Nach ersten Stopps in Basel und Luzern, ist er nun in Zürich gelandet. «Am Anfang bin ich noch von anderen Städten nach Zürich gependelt. Dies wurde mir irgendwann selbst mit einem 1. Klasse GA zu viel», erzählt mir Jan. Die zwei Stunden pro Tag, die er mit Pendeln verlor, wollte er anders nutzen. Ein neues Hobby musste her.

Vom Büro auf den Hönggerberg

Eine Kuh. Dies wäre eigentlich das Tier gewesen, das sich Jan am liebsten zugetan hätte. Er merkte aber schnell, dass sich dies mit dem Leben in der Stadt und dem Arbeitsalltag nicht gut vereinbaren lässt. Darum braucht es eine andere Lösung, ein anderes Hobby. Ein Tier, das keine tägliche Betreuung braucht: Zum Beispiel Bienen. Über den Zürcher Bienenverein lernte Jan also andere Stadtimker:innen kennen und hatte schon bald seine eigenes Bienenvolk, die er von einer Person auf dem Hönggerberg übernehmen konnte. Von da an war Jan öfters über Zürich anzutreffen. Zum einen, um zu seinen Bienen zu schauen, zum anderen aber auch, um Sonne zu tanken. Nicht nur Jan, sondern auch die verschiedensten Solaranlagen in der Stadt tanken Sonnenenergie. Die Sonne, die gemeinsame Energiequelle von Jan und ewz. Davon profitieren können alle Zürcher:innen. Jan tut dies schon. Er hat bei unserem Wettbewerb einen Quadratmeter Solarfläche im Wert von 250 Franken gewonnen und produziert jetzt eigenen Solarstrom. Wenn du ebenfalls davon profitieren und eine solche Fläche gewinnen möchtest, kannst du hier beim Wettbewerb mitmachen.

Unterwegs, der Sonne entgegen

Jan ist aber nicht immer in Zürich. Alle 14 Tage klingelt der Wecker mitten in der Nacht. Dies bedeutet aufstehen, bevor die Züri-Sonne über der Limmatstadt aufgeht. Wenn die Sonne dann auf die Solaranlagen auf Schulhausdächern oder dem Stadtspital Waid scheint, ist Jan schon über alle sieben Berge. Er ist für seine Firma nicht nur in der Schweiz, sondern auch in Norditalien unterwegs. «Meine Freund:innen beneiden mich deswegen und haben das Gefühl, dass ich in der Sonne einen Espresso trinke oder eine Pizza esse», erzählt er. Die Realität sieht anders aus. Das Programm ist Stunde für Stunde durchgetaktet. Und wenn er am Abend ins Hotel einkehrt, werden die Treffen am Computer noch nachbearbeitet, bevor es am nächsten Tag weitergeht. Der Ausflug nach Italien dauert meistens zwei Tage. Und wenn Jan dann wieder zurück in Zürich ist, schlafen die meisten Menschen schon. So auch seine Bienenvölker. Zu ihnen bricht er ebenfalls zu Randzeiten auf, sprich am Morgen früh oder am späteren Abend. Dies hat einen Grund. Die Bienen sind zu diesen Tageszeiten ruhiger, was die Arbeit erleichtert. Er sieht seine Tätigkeit als Imker als perfekten Ausgleich zu seiner Arbeit.

Die Energiequelle Hönggerberg

Egal wie streng der Arbeitsalltag ist oder wie oft Jan unterwegs ist, Zeit, um auf den Hönggerberg zu gehen hat er immer. «Hier kann ich Energie tanken und habe Momente, bei denen ich einfach für mich sein kann», erklärt er. Und wenn es einige Tage doch nicht klappt, um vorbeizuschauen, stört das die Bienen überhaupt nicht. Jan hingegen kann es nicht sein lassen, hier so oft es geht vorbeizuschauen. Denn der 550 Meter hohe Hönggerberg ist seine Energiequelle.

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