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Anna Graff und Jacqueline Badran setzen sich für bezahlbare Wohnungen und sichere Velorouten ein. (Bild: zvg)

«In der SP habe ich die Mitstreiter:innen gefunden, um tatsächlich etwas zu verändern»

Präsentiert von SP Stadt Zürich
Jacqueline Badran (59) und Anna Graff (22) engagieren sich in Zürich für die SP. Im Gespräch erzählen sie von ihrem Engagement für bezahlbare Wohnungen und die Verkehrswende.
27. Mai 2021

Wofür engagiert ihr euch in der SP?

Jacqueline Badran: Zürich entwickelt sich immer mehr zu einem Monaco am Zürichsee, in dem sich nur noch die Banker- und Softwareelite das Wohnen leisten kann. Weil unter anderem Immobilienkonzerne die Stadt Stück für Stück aufkaufen, explodieren die Mieten. Dabei sollte das Gegenteil passieren. Die Stadt sollte selber kaufen, kaufen, kaufen: Land und Immobilien gehören ins Volksvermögen und an gemeinnützige Genossenschaften vergeben, nicht in die Hände des profitmaximierenden globalen Kapitals. Das spült Erträge in die Stadtkasse, die Wertsteigerungen des Bodens bleiben im Volksvermögen und die Mietenden zahlen 30% weniger Mieten, also tausende Franken weniger pro Jahr.

Anna Graff: Wir müssen Zürich auch zu einer lebenswerteren Stadt machen. Dazu gehört neben dem Kampf gegen Benachteiligungen auch der Umbau Zürichs zur klimafreundlichen Stadt. Beim Stichwort Klima harzt es besonders beim Verkehr: Autos bekommen zu viel Platz, und viele trauen sich wegen der vielen Unfälle nicht aufs Velo. Wir sorgen dafür, dass mindestens 50km autofreie Velorouten entstehen. Es muss endlich vorwärts gehen!

Damit dürftet ihr vielen Zürcher:innen aus dem Herzen sprechen. Das tönt aber auch nach viel Arbeit...

Jacqueline Badran: Wenn ich Leuten sage, sie sollen doch der SP beitreten, sagen viele: «Dafür habe ich keine Zeit». Dabei geht es gar nicht um Zeit, sondern darum Haltung zu zeigen! Jedes Engagement ist wichtig: Egal, ob man nur einen kleinen Mitgliederbeitrag bezahlt, einmal im Jahr an eine Standaktion geht oder einfach seine Verwandten daran erinnert, an den Abstimmungen teilzunehmen.

Anna Graff: Es gibt viele Arten, sich zu engagieren. Wer z.B. zur Verkehrswende beitragen will, kann mit einem Velodreieck sichtbar machen, dass Zürich zur Velostadt umgebaut werden soll. Wer lieber inhaltlich mitarbeitet, kann in der AG Velo der SP Zürich mitmachen und bei Strassenbauprojekten prüfen, ob genug fürs Velo gemacht wird.

Standaktionen und Arbeitsgruppen sind ja schön und gut, aber bewegt man damit wirklich etwas?

Anna Graff: Unter «Politik» stellen sich viele einen Apparat vor und denken, dass die Hürden zur Beteiligung riesig sind. Ich habe es anders erlebt: Mit 13 Jahren trat ich der JUSO bei, um eine gerechtere Welt mitzugestalten. Kurz darauf forderten wir als Antwort auf eine rassistische SVP-Initiative ein Kulturzentrum für interkulturellen Austausch. Unsere Initiative hat letztlich bewirkt, dass Zürich jedes Jahr deutlich mehr Geld für interkulturelle Projekte spricht. Vor vier Jahren habe ich mit anderen Engagierten in der SP die Velorouteninitiative lanciert, die letzten Herbst mit über 70% angenommen wurde. In JUSO und SP habe ich Mitstreiter:innen gefunden, um tatsächlich etwas zu verändern.

Jacqueline Badran: Ich bin immer wieder beeindruckt, wie viel gerade unsere jungen Mitglieder leisten. Früher hatte die SP einen extrem hohen Stellwert in der Zivilgesellschaft: Unsere Mitglieder haben in Zürich die ersten Genossenschaften und mit dem damaligen Konsumverein den heutigen Coop gegründet. Die Leute merkten, dass unser Engagement ihre Lebensumstände real massiv verbessert. Umso mehr freut es mich, dass die SP wieder mehr konkret anpackt und wieder zu einer Bewegung wird!


Engagiere auch du dich bei der SP – z.B. in der Kampagne für die Velostadt oder direkt als Mitglied!

Die Zürcher Parteien
Unsere demokratische Gesellschaft lebt nicht nur von ausserinstitutionellem Engagement, sondern auch von den Parteien. Diese politisieren zum Beispiel im Gemeinderat, im Stadtrat, in der Schulpflege oder im Bezirksrat. Wie die anderen Vereine leben auch sie von ihren Mitgliedern und haben immer eine Möglichkeit, wie du mitwirken kannst.
Den Zürcher Parteien haben wir im Rahmen des Fokus «Misch dich ein!» angeboten, ihre Absichten und die Mitmach-Möglichkeiten aufzuzeigen. Deshalb findest du hier in den nächsten Tagen Beiträge von der FDP, der SP, den Grünen, den Jungen Grünen, der GLP und der AL. Hier gelangst du zur SP.

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