Human Rights Festival: 7 Dokumentarfilme, die uns alle etwas angehen

Aktuell, brisant, relevant: Warum wir unseren Allerwertesten auch für unbequeme Themen in den Kinosaal bewegen sollten.
05. Dezember 2018

Täglich werden wir überschwemmt von schlechten Nachrichten. Häufig weicht Betroffenheit der Überforderung und Aktivismus dem Zynismus. Doch statt wegzuschauen, sollten wir lieber hinschauen: Das Human Rights Film Festival zeigt zwischen dem 5. und 12. Dezember zum vierten Mal in den Zürcher Kinos RiffRaff und Kosmos verschiedene Spiel- und Dokumentarfilme. Wir haben für dich sieben Dokumentarfilme herausgesucht, die uns alle etwas angehen, weil sie am Puls der Zeit sind und sich mit geopolitischen Konflikten und menschenrechtlicher Verantwortung befassen.

The Rape of Recy Taylor

Ein Dokumentarfilm über Rassismus und zugleich ein Zeugnis des unfassbaren Muts zweier Frauen: Recy Taylor wurde im Alabama der 40er-Jahre von sechs weissen Männern vergewaltigt. Anstatt zu schweigen, kämpft sie mithilfe ihrer Community gegen ihre Täter auf freiem Fuss. An ihrer Seite steht Rosa Parks – die Frau, die sich 1955 in Montgomery geweigert hat, ihren Sitzplatz im Bus einem Weissen zu überlassen. Trotz der Jahrzehnte, die seither vergangen sind, ist der Film erschreckend aktuell.

Film: The Rape of Recy Taylor
Ort: Riffraff
Datum: 6. Dezember 2018
Zeit: 20:30 Uhr


On Her Shoulders

Während die Terrororganisation IS aus den Hauptschlagzeilen der Medien meist schon verschwunden ist, setzt sich die 23-jährige Nadja Murad dafür ein, dass die Gräueltaten und sexuelle Versklavung der Frauen nicht vergessen gehen. Sie selbst hat diese Tortur überlebt. Mit ihrem Aktivismus hat sie kürzlich den Friedensnobelpreis gewonnen – doch dem zugrunde liegt ein unermüdlicher und erschöpfender Kampf der jungen Jesidin. Ein feinfühliges Porträt über den Kampf für Gerechtigkeit inmitten medialer Aufmerksamkeit und über die Kraft, die dieser erfordert.

Film: On Her Shoulders (mit Gespräch im Anschluss)
Ort: Kosmos
Datum: 7. Dezember 2018
Zeit: 20:30 Uhr


Anote’s Ark

Während Trump nicht aufhört, die Klimaerwärmung zu leugnen und andere nur hypothetisch über ihre Folgen sprechen, spüren sie bereits die brutalen Auswirkungen: die Bewohner des Inselstaats Kiribati, der langsam im Meer versinkt. Die Dokumentation folgt dem Präsidenten Anote Tong in seinem Bestreben, den Klimawandel zu bekämpfen und dem Volk Auswanderungsbedingungen zu ermöglichen, bevor ihr Land untergeht.

Film: Anote’s Ark (im Anschluss Podium im Forum mit Filmemacher Matthieu Rytz, Regierungsrätin Jacqueline Fehr und Journalist Marcel Hänggi)
Ort: Kosmos
Datum: 8. Dezember 2018
Zeit: 11:30 Uhr


Of Fathers and Sons

In dieser sorgfältigen Dokumentation wird der Krieg in Syrien von einer neuen, verstörend nahen Perspektive gezeigt. Der syrische Regisseur hat über zwei Jahre hinweg das Vetrauen einer radikal-islamistischen Familie gewonnen und zeigt eindrücklich die komplexen Auswirkungen des Kriegs. Besonders was es heisst, als Kinder systematisch mit radikalisiertem Gedankengut konfrontiert heranzuwachsen – und Söhne eines Vaters zu sein, der bereit ist, sie für seine Überzeugung zu opfern.

Film: Of Fathers and Sons
Ort: Riffraff
Datum: 9. Dezember 2018
Zeit: 20:30 Uhr


The Cleaners

Man mag sich nicht vorstellen, wie unser Facebook-Feed ohne sie aussehen würde: Die Schichtarbeiter aus dem weltweit grössten Outsourcing-Standort für Content Moderation in Manila, welche täglich diskriminierende, gewalttätige und hochgradig verstörende Inhalte auf verschiedenen sozialen Plattformen löschen. Dieser hochgradig aktuelle Dokfilm gibt ihnen eine Stimme und enthüllt eine gigantische Schattenindustrie digitaler Zensur. Die Macht dieser Bildflut ist ebenso erschütternd wie die Auswirkungen, die sie auf die Psyche der Content Moderatoren hat.

Film: The Cleaners (mit Gespräch im Anschluss)
Ort: Kosmos
Datum: 8. Dezember 2018
Zeit: 20:30 Uhr


The Distant Barking of Dogs

Was muss geschehen, dass einen die Geräusche von Panzern und Bomben nicht mehr erschrecken? Im Zentrum der Dokumentation steht der zehnjährige Oleg – geprägt von seiner Liebe zur Grossmutter und einer für den Zuschauer befremdlichen Faszination für den Krieg. Das einfühlsame Porträt der Familie macht begreiflich, wie das Leben an der Grenze des Ukraine-Kriegs ein Kind beeinflusst.

Film: The Distant Barking of Dogs (mit Gespräch im Anschluss)
Ort: Kosmos
Datum: 9. Dezember 2018
Zeit: 15:45 Uhr


Seed – unser Saatgut

Das Saatgut so bedroht wie ein Eisbär – bitte was? Dieser Dokumentarfilm beschäftigt sich mit dem wohl wenig bekannten Fakt, dass der Grossteil der Saatgutvielfalt der Welt bereits zerstört ist. Der Rest verschwindet durch die Agrarpolitik der Grosskonzerne, in denen sie nur noch ihr genmanipuliertes Saatgut verkaufen. Die Doku rückt auch Aktivisten und Botaniker in den Fokus, die die Lebensmittelvielfalt und die Nahrungssouveränität der Menschheit bewahren wollen.

Film: Seed – unser Saatgut
Ort: Riffraff
Datum: 9. Dezember 2018
Zeit: 18:00 Uhr

Titelbild: Of Fathers and Sons

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