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Willst du wissen, wo Zürichs Kreative leben und arbeiten? Hier findest du es heraus

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12. August 2015
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Rund 44‘000 Kreative leben und arbeiten in Zürich. In welchen Stadtkreisen sie sind, wie häufig sie umziehen und was ihre Bedürfnisse sind, zeigt eine neue Studie von INURA (im Auftrag der Stadt).

Wer mit offenen Augen durch die Stadt geht, sieht rasch, wo sich die Kreativen niedergelassen haben: In den Kreisen 4 und 5 tummeln sich die Grafiker, Fotografen, Werber, Architekten und Künstler. Allerdings nahmen die Neugründungen von Firmen im Kreis 5 wegen «Umnutzung der Industrieareale» seit dem Jahr 2000 ab, wie die Autoren der Studie schreiben. Neu im Trend sind die Kreise 3 und 9. Auch ausserhalb des Stadtgebiets, in Schlieren, lassen sich immer mehr Kreative nieder.

«Kündigung wegen Umnutzung» Ehemalige Industrieareale sorgten in den 90er Jahren für einen Aufbruch der Kunst- und Kreativszene – ihr Anteil in diesen Gebäuden lag damals noch bei 27 Prozent. Weil diese Industriebauten meist als Zwischennutzungen gemietet und inzwischen häufig umgebaut oder abgerissen wurden, sank der Anteil auf die heutigen 11 Prozent.

Diese Dynamik ist typisch für die Kreativbranche: Im Schnitt ist jede Firma und Person 2,4 Mal umgezogen. Der häufigste Grund: «Kündigung wegen Umnutzung», dicht gefolgt von zu teuren Mieten und «Abriss».




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Als Ursache für diese häufigen Standortwechsel gibt INURA die grosse Dynamik im «Zürcher Bausektor mit seinen vielen Umnutzungen und Ersatzbauten» an. Die vielen Umzüge zeigen, dass die Stadt- und Raumplanung einen hohen Einfluss auf die Rahmenbedingungen der Kreativwirtschaft habe. Dies bestätigt auch Rahel Kamber, stellvertretende Leiterin der Wirtschaftsförderung der Stadt Zürich und kündigt Massnahmen an: Mit der neuen Bau- und Zonenordnung sollen mehr Flächen und Arbeitsplätze für Gewerbe zur Verfügung stehen und die «publikumsorientierte Erdgeschossnutzung» soll gefördert werden. «Von beiden Zielen werden auch Unternehmen der Kreativwirtschaft profitieren können», versichert Kamber.

Junge Kreative haben es besonders schwierig Besonders für die Jungen – meist die innovativsten und kreativsten – sei es schwierig, Zugang zu bezahlbaren Arbeitsplätzen zu erhalten, steht in der Studie. Dagegen könne die Stadt selber nur bedingt Einfluss nehmen. Die meisten Liegenschaften und Areale befänden sich in Privatbesitz, deren Besitzer konkrete Vorstellungen davon haben, «welche Nutzungen und Renditen sie in ihren Arealen verwirklichen möchten». Und diese Pläne setzen sie auch um, erklärt Kamber.

Deshalb fordern die Autoren der Studie unmissverständlich, dass die Akteure des Immobilienmarktes ihre Preise zugunsten des kreativen Zürichs überdenken sollen.

 

Titelbild: Instagram/thiszurichlive

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