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Hier sollte ein unfassbar geiler Titel stehen

Vor einigen Jahren ist die Welt aus den Fugen geraten. Männer wissen nicht mehr, was Mann-Sein eigentlich bedeutet: Müssen sie hart und erfolgreich sein? Oder weich und sensibel? Oder am liebsten ein bisschen von allem?
05. Februar 2016
Chefredaktor
Um diese und weitere Fragen zu beantworten, findet an diesem Wochenende auf dem Maag-Areal die «Man's World»-Messe statt. Und für ihren Teil scheinen die Veranstalter die Antworten bereits gefunden zu haben: «Weil Männer Männer sind», so der Slogan. Das ist ziemlich clever – denn die Aussage ist mit Sicherheit nicht falsch. Nur ist der Inhalt vergleichbar mit jenem einer leeren Whiskyflasche.
Die «Man's World» ist kein vor Testosteron triefender Event, bedient aber trotzdem alle gängigen Männerklischees. Die ausgestellten Produkte sind hochwertig, das Essen und Trinken ebenfalls von hoher Qualität – das meiste ist liebevoll her- und eingerichtet.
Wir schlendern also durch die vier Hallen. Vorbei an glänzenden Boliden, an Spielkonsolen, an Käseständen, an Fettvernichtungsanlagen, an Flug- und Autosimulatoren, an Kleideraushängen, an Alkoholausschänken, an Fotowettbewerben, an Kosmetikverkäufern und verschiedensten Verpflegungsmöglichkeiten. Hier und da machen wir Halt, schauen etwas genauer an, zücken die Kamera und bedienen unsere (kleine) Community auf Snapchat (@tsrinews).
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Das Progressivste für den sogenannt neuen Mann sind die Kosmetikartikel für eine matte und weiche Haut. Seit sich David Beckham schminkt und Cristiano Ronaldo den Hof seiner Nippel frisiert, gehört nämlich auch diese Art des Stylings zum Mann-Sein dazu.
Mit Frauen scheint der moderne Mann hingegen nicht mehr viel zu tun haben: Beim Eingang zur Messe können die mitgebrachten Begleiterinnen abgegeben werden – der Sexualtrieb wird höchstens von den jungen Hostessen hinter den Ständen bedient. Geht doch mal ein weibliches Geschöpf auf hohen Absätzen zwischen den Stehtischchen durch, verstummt das Geschwätz und die Köpfe drehen ab.
Männer sind Männer. Und bleiben dabei zivilisiert und anständig. Sie decken sich mit neuen Accessoires ein und lassen sich den Bart trimmen. Eine weitere Art von Männern unterscheidet sich vom normalen Publikum und befindet sich aus einem anderen Grund an der Messe. Es sind die Betreiber der Stände. Ein beträchtlicher Teil wird von kleinen und aufstrebenden Unternehmen geführt. So zum Beispiel die Ostschweizer Modefirma «einstoffen» oder der Kaffeestand «Corado» von den Gebrüdern Minutillo. Klar, ein Ziel ist, ihre Ware an den Mann zu bringen. Viel wichtiger sind aber die Kontakte zu den anderen Ausstellern. So betrachtet ist die «Man's World» ein Hybrid aus Publikums- und Ausstellermesse.
Wir stehen also da in den Hallen und fragen uns, was Mann-Sein im Jahr 2016 eigentlich bedeutet. Leider kommen wir nicht allzu weit, denn wir werden nacheinander von frisch gebratenen Burgern, bestem italienischen Espresso, viel zu schwieriger Autosimulation und gut geöltem Töggeli-Kasten abgelenkt.
Wir für unseren Teil haben noch nicht herausgefunden, was Mann-Sein im Jahr 2016 eigentlich bedeutet. Das ist schade. Aber irgendwie auch egal. Denn Männer sind Männer. Und Frauen sind Frauen. Vielleicht sind auch Frauen Männer. Wer was ist, spielt keine Rolle – solange niemand in ein unpassendes Korsett gezwängt wird.

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