Hallo Zukunft: «Design Biennale Zürich»

Zum allerersten Mal findet diese Woche die «Design Biennale Zürich» statt. Während vier Tagen werden moderne Gestaltungsrichtungen und Design als Denkdisziplin beleuchtet. Neben Ausstellungen an fünf verschiedenen Standorten laden Workshops und Talks zur Partizipation ein.
05. September 2017

Kristalle gegen Lärm in Büroräumlichkeiten, ein Gebüsch, das Musik macht oder essbare Nahrungsmittelverpackungen: Designer*innen haben heute nicht mehr alleine die Aufgabe, ästhetisch ansprechende Dinge zu gestalten. Funktionalität, Komfort und gesellschaftlicher Nutzen treten immer stärker in den Vordergrund.

Wie das Design der Zukunft aussieht oder aussehen könnte, damit befasst sich die «Design Biennale Zürich» vom 7. bis 10. September 2017. Die Eventlocation ist dabei auf fünf Standorte verteilt. Mit dem neu ins Leben gerufenen Design-Anlass wollen die Macher*innen und Kurator*innen der Stadt endlich das geben, was in Stockholm, Wien oder London schon längst fester Bestandteil der Kulturagenda ist: Ein Ereignis für kulturelle und intellektuelle Aspekte des Designs. Der viertägige Event richtet sich daher genauso an Designinteressierte, wie Brancheninterne und Studierende. Auch Kinder können die Welt des Designs an der Biennale spielerisch erkunden.

Das Publikum als Programm-Mitgestalter

Unter dem Motto «HELLO FUTURE» wird an der Biennale thematisiert, wie Design sich weiterentwickelt oder neue und alte Disziplinen verschmelzen. Auch das Zusammenspiel von Design und Gesellschaftsentwürfen von gestern und morgen wird auf verschiedene Art und Weise beleuchet. Die Design Biennale ist dabei nicht nur eine statische Plattform. Neben den kuratierten Ausstellungen und einer Designkonferenz wird bei den Führungen, Talks und Workshops auf die aktive und kritische Beteiligung der Besucher*innen gesetzt.

Schauplätze in der ganzen Stadt
Die Expositionen und das Rahmenprogramm werden im Alten Botanischen Garten, im Museum für Gestaltung im Toni-Areal, im Landesmuseum, beim alten Bahnhof Letten sowie in der SBB Werkstadt durchgeführt. Die Vibes der Standorte – von der Hektik der Innenstadt bis zum Industrieflair von Zürich West – wurden von den Macher*innen der Biennale auch konzeptionell aufgenommen. Tankstelle für Körper, Geist und Smartphone ist während dieser Zeit das Biennale-Zentrum im neuen PLY Showroom im Hochhaus zur Bastei an den Bärengasse.

Feste Ausstellungen

Sich wandelnde Materialien, verkleidete Drohnen und Souvenirs der Zukunft – bei den meisten der Ausstellungsthemen wird klar, dass sich Technik und Natur künftig noch stärker vereinen werden.

Bad Vibrations: Christian Lauchenauer, Designer in Residence an der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt Empa, arbeitet nicht mit Dämpfmaterial gegen Lärmbelastung, sondern mit phononischen Kristallen, denn diese schlucken Schwingungen. Im Biennale-Zentrum zeigt er, wie es um die Zukunft des Materials steht.

Electric Animal Plant: Im Palmenhaus des Alten Botanischen Gartens der Universität Zürich wird klar, wie einfach sich Künstliches und Natürliches verbinden lassen. Sobald man das Gebäude betritt, ertönt Musik aus einem Gebüsch, während sich eine andere vermeintliche Pflanze zu bewegen beginnt. Anhand dieses Beispiels zeigt die Fachrichtung Interaktive Design der ZHdK, wie das Exotische im Labor entsteht.

Souvenirs der Zukunft: Wie werden wir uns morgen an heute erinnern? Welche Art der Souvenirs wir künftig schaffen, um uns mit dem Morgen, Gestern und Heute auseinander zu setzen, dem geht das Reisemagazin Transhelvetica in seiner Ausstellung im Alten Bahnhof Letten nach.

Drone Costumes: Die Nachwuchsdesignerin Léa Pereyre hantiert gerne mit Stoffen, Kordeln und Knöpfen. Ihre Kostüme sind aber nicht für Menschen, sondern Drohnen gemacht. Den Weg von der Skizze bis zu den zirkusreifen Gewändern für die Flugobjekte zeigt sie in der Werkstadt Zürich.

Open Talks, Spaziergänge und eine Designkonferenz

Zuhören, mitdiskutieren und Hand anlegen: Das Rahmenprogramm der Biennale ist für verschiedene Interessens- und Altersgruppen, sowie Frühaufsteher*innen und Langschläfer*innen ausgelegt.

Für Vielfrasse: In der Werkstadt Zürich können am Donnerstag im Rahmen der Sonderpräsentation «Materialien von Morgen» die Rohstoffe für Biokunststoffe verspeist, Anwendungen getestet und Ökobilanzen diskutiert werden.

Für Vorausdenker*innen: An der grossen Design-Konferenz, die am Freitag im Toni-Areal statfindet, widmen sich Fachleute aus führenden Bildungsinstitutionen, aus der Wirtschaft und aus der Designbranche einzig der Frage, wie sich Design künftig positionieren und legitimieren kann.

Für Diskutierfreudige: Im Biennale-Hauptquartier wiederum finden über alle vier Tage verteilt Open Talks statt. Diese befassen sich mit gesellschaftlich relevanten Themen aus der Perspektive des Designs. So wird am Samstag beispielsweise darüber gesprochen, ob Kreativität durch Roboter ersetzt werden kann. Am Sonntag diskutieren Designer*innen aus den Bereichen Mode und Interior Design darüber, was es braucht, um Design in der digitalen Welt zu verkaufen.

Für Sportliche: Wer sich lieber an der frischen Luft aufhält,, sollte den Design Walk in Form eines geführten Rundgangs zwischen den Installationen der Design Biennale nicht verpassen. Hier werden interessante Fakten rund um Design im öffentlichen Raum erläutert.

Für kleine Wissbegierige: Der zweistöckige ETH x MuDA Robotic Pavilion wird während dem Biennale-Wochenende zu einem Ort, an dem sich Kinder auf kreative Weise den Themen Digitalisierung und Programmieren annähern können.

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Hier alle Infos zu Ticket-Preisen und detaillierte Informationen zum Rahmenprogramm der Design-Biennale, die vom 7. Bis zum 9. September 2017 in Zürich stattfindet.

Titelbild: Facebook

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