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10 Tipps für nachhaltige Weihnachtsgeschenke

Hallo Weihnachtszeit, hallo Hochkonjunktur des Konsums. Wenn du dich fragst, ob diese ganze Verkaufsschlacht für deine Weihnachtsgeschenke wirklich nötig ist, dann bist du hier richtig. Frohe nachhaltige Weihnachten!
05. Dezember 2019

Dieser Beitrag ist bereits im Winter 2016 erschienen.


Natürlich wollen wir beim Schenken mitmachen. Nur sollte es ein gutes Geschenk sein. Kein Ramsch, kein Unsinn, keine Billig-Ware. Aber was ist ein gutes Geschenk? Ein Geschenk, an dem kein Blut von Minenarbeiter*innen klebt. An dem keine toten Baby-Seehunden angenäht sind. Ein Geschenk, das wir nicht in kopfloser Konsumlust kaufen.

Mit dem Weihnachtsverkauf machen einige Branchen etwa 20 Prozent von ihrem Umsatz (Zahlen aus Deutschland: Bücher 25 Prozent, Unterhaltungselektronik 24 Prozent, Haushaltsgeräte 20 Prozent) Das bedeutet: Für den Weihnachtsverkauf wird extrem viel produziert. Es lohnt sich besonders, an Weihnachten alle Geschenke überlegt zu organisieren. So, dass niemand ausgebeutet wird, nicht massiv Rohstoffe verschwendet werden.

Hier findest du Tipps für ein gutes und nachhaltiges Weihnachtsgeschenk.

1. Schenke keinen Ramsch

Wir kennen es alle. Es juckt in den Fingern, wenn wir einen lebensgrossen, aufblasbaren Gorilla aus Plastik sehen: «Der würde mega gut zu meinem Kumpel passen.» Lass es sein. Solche Geschenke sind kurz oder gar nicht lustig und vor allem sind sie Einmalgebrauch-Geschenke. Wir haben alle viele davon im Estrich. Wegwerfen geht nicht, weil ein Geschenk. Das gleiche bei Deko-Sachen. Meistens triffst du den Geschmack deines gegenübers schlecht. Daher: Kaufe etwas, das man wirklich braucht: Essen, ein Bio-T-Shirt, oder wenn du was als Gorilla-Ersatz willst: Eine Wasserspaarbrause mit komischem Tier drauf.

2. Kaufe Produkte, die sich reparieren lassen

Die Jeans haben ein Loch? Im Normalfall wandern sie dann in den Abfall. Heute nicht. Meine biologischen Nudie Jeans werden im Shop gratis repariert. Flickbare Produkte sind viel nachhaltiger als kurzlebige, denn meine Jeans haben ein zweites Leben erhalten und sind dadurch auch viel günstiger als Hosen mit einem Leben.

Kopfhörer halten bei mir etwa drei Monate, dann haben sie einen Wackelkontakt. Nun habe ich mir Sennheiser Kopfhörer gekauft, da kann man die Kabel auswechseln. Mein Modell kostet zwar 140 Franken, dafür halten sie mehrere Jahre und beim Wackelkontakt wechsle ich ein Kabel aus. Solche Beispiele gibt es tausendfach. Meistens kosten sie etwas mehr, dafür halten sie viel länger.

3. Schenke Gebrauchtes

Ein Freund fand, das sei ein NO-GO. Ich verschenke dieses Jahr ein altes Buch. Eines, das ich schon gelesen habe. Warum eigentlich nicht? Dafür gibt es gleich mehrere Gründe:

  1. Ich weiss, dass es gut ist.
  2. Es schont Ressourcen.
  3. Die Eselsohren und angestrichenen Stellen verraten etwas über mich, der/die Beschenkte lernt mich besser kennen.

Ich gaukle dem/der Beschenkten natürlich nicht vor, dass das Buch neu ist. Ich schreibe es gleich in der Widmung mit den oben genannten Gründen. Auch eine schon vorhandene Widmung, die lässt sich überkleben.
Gleiches gilt für Dinge aus dem Brocki. Alles, was schon einmal gebraucht wurde, schont Ressourcen und hat Charakter.

4. Schenke Selbstgemachtes

Basteln liegt mir nicht besonders. Ich mache daher immer Essen selber. Essen passt auch sehr gut zu Tipp 1: Man kann es immer brauchen. Letztes Jahr habe ich zehn Gläser Kiwi-Konfitüre aus Schweizer Kiwis gemacht. Die sind etwas sauer, in der Konfitüre schmecken sie jedoch perfekt. Dieses Jahr gibt es getrocknete Apfelschnitze. Verwandte lieben Selbstgemachtes. Wenns ganz schnell gehen muss: gebrannte Mandeln. Braucht Mandeln, Zucker, Vanillezucker und etwa 15 Minuten deiner Netchill-Zeit.

5. Schenke ein Abo

Abos sind ein starkes Geschenk, aber kein einfaches. Du musst ein Budget haben und wissen, ob das Geschenk gut passt. Daher ein Vorschlag, schenke eine Auswahl für verschiedene Abos, die beschenkte Person darf eines auswählen:

Das Gute an Abos: Der*die Beschenkte hat nicht noch mehr Dinge zu Hause und digitale Produkte sind umweltfreundlich und zum Beispiel essen muss er*sie sowieso.

Tsüri-Geschenkboxen
Kennst du schon unseren Tsüri-Shop. Dort findest du Geschenke wie T-Shirts aus Bio-Baumwolle von Tarzan oder unsere Geschenkboxen gefüllt mit Tsüri-Produkten. Mit Geschenken aus dem Tsüri-Shop schlägst du zwei Fliegen mit einer Klappe: Der*die Beschenkte freut sich und du unterstützt dein Stadtmagazin.

6. Mach mit bei «Züri schenkt»

Anstatt deinen Freund*innen, die eh schon alles haben, könntest du in ihrem Namen bei «Züri schenkt» mitmachen. Beim Projekt geht es darum, geflüchteten Menschen ein Weihnachtsgeschenk zu übergeben. Das Ziel ist es, dass alle der ca. 1000 Flüchtlinge und Asylsuchenden in den Unterkünften im Raum Zürich ein kleines Weihnachtsgeschenk und eine Karte mit ein paar netten Worten erhalten. Noch bis am 16. Dezember kannst du dein Geschenk an drei verschiedenen Standorten abgeben.

Mehr Infos

7. Wähle Marke und Shop gut aus

Es gibt unzählige Kleiderläden, die Mode und Öko so vereinen, dass man das Öko nicht mehr sieht. Der rrrevolve schafft das in Zürich besonders gut. Weitere Adressen sind Changemaker, Soeder und Melvin. Es gibt aber auch zum Beispiel im Coop oder der Migros Bio- und Faire-Trade Linien. Weil man es Öko-Kleidern nicht mehr ansieht, sind sie etwas schwierig zu finden. Auch der Preis unterscheidet sich kaum noch. Daher: im Laden fragen. «Wo sind eure nachhaltigen Kleiderlabels?»
Hier noch eine Liste mit nachhaltigen Läden in Zürich.

8. Schenke einen Gutschein

Aber keinen für den H&M oder so. Sondern einen für Myclimate, für Helvetas oder für den Verein ekwal. Alle diese Optionen haben gemeinsam, dass die beschenkte Person selber nichts direkt in die Hände kriegt, das Geschenk die Welt aber ein klein wenig besser macht. Hier bei ekwal kannst du zum Beispiel ein Fussball und viele andere Sachen für die Shine School in Kenia verschenken.

9. Online Shopping ist besser als sein Ruf

Wegen Zalando und Amazon sind Online-Shops im Verruf. Das sollte nicht sein, denn Online Shopping kann durchaus umweltfreundlicher sein als ein Einkauf im Laden. Wenn man Heizkosten für die Ladenfläche einrechnet, deine Anfahrt in den Laden, dann ist die Paketsendung zum Teil ökologischer. Das heisst nicht, dass du jetzt mit gutem Gewissen pestizidgetränkte 5 Franken T-Shirts bestellen kannst. Aber fast alle kleinen, biologischen und fairen Läden verkaufen auch online. Grosse, komfortable Online-Stores gibt es wenige. Eine Ausnahme ist der deutsche Avocadostore, der liefert vieles auch in die Schweiz.

10. Verpacke dein Geschenk recycelbar

Nach diesem langen Text hast du etwa zehn gefüllte Papiertüten in der Hand. Oder kaufst du ohne Verpackung ein? Das geht nämlich ganz einfach, aber du musst dich gegen die Säcke wehren. Auch Geschenke in Zeitungspapier einzupacken ist ganz einfach. Wie erwähnt, ich bin kein Bastler, aber das Geschenk oben auf dem Titelbild hab sogar ich geschafft.

Verrätst du uns deine Tipps in den Kommentaren?

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