Gemüse aus der Box: Welches Angebot ist das beste?

Wie kommst du im Winter an frisches regionales Gemüse? Ganz einfach: Du bestellst dir eine Gemüsebox nach Hause! Wir haben dafür fünf Alternativen getestet.
08. Januar 2018

Gemüse-Boxen werden immer beliebter. Der Service ist nicht nur bequem, sondern auch umweltfreundlich und gesund. Keine verschwenderischen Importe aus Übersee, dafür frisches Gemüse und Obst von lokalen Bauern.

  • Damit du die Infos auf den Bildern besser lesen kannst, empfehlen wir dir, das Handy quer zu halten, das Ganze auf einem grossen Bildschirm zu schauen, oder die Lupe vom Opa zu leihen.

1. Grow Local

Unter dem Namen Grow Local verkauft Lukas Furrer alias «Der Bio-Milchmann» frisches Gemüse und Früchte von einem Demeter-Hof im Zürcherischen Steinmauer.

Pluspunkte: Seine Auswahl reicht von Allroundern bis hin zu aussergewöhnlichen Gemüsesorten. Das Gemüse wird grösstenteils (Ausnahme waren die Sprossen) ohne jegliche Plastikverpackung in einem Papiersack geliefert. Toll an diesem Anbieter ist vor allem, dass er auch Milchprodukte liefert und einem in einem regelmässigen Newsletter auf die aktuelle Ware anderer Anbieter, die bei der Plattform Grow Local vertreten sind, hinweist. So kann man in regelmässigen Abständen auch Bio-Fleisch und frischen Fisch aus dem Zürichsee bestellen.

Minuspunkte: Der einzige Minuspunkt lässt sich darin finden, dass der Papiersack recht feucht geworden ist und daher nicht aufgehoben werden konnte.

2. Öpfelchasper

Der Öpfelchasper ist nicht zu übersehen: Immer montags und mittwochs fahren die Velofahrer*innen in ihren gelben Trikots vor die grossen Wagen gespannt keuchend durch die Stadt; und bringen die Früchte und das Gemüse zu ihren Konsument*innen.

Pluspunkte: Der Öpfelchasper, gegründet von den Freunden Armin, Dominik und Martin, lässt sein Gemüse sehr umweltfreundlich per Velokurier liefern. Ebenfalls punkten kann dieser Anbieter dadurch, dass zum Gemüse Rezepte mitgeliefert werden und so auch ungeübte Köche herausfinden, wie man z.B. Schwarzwurzeln zubereitet oder wie man sich am schnellsten einen frischen Ingwertee brüht. Das Weidenkörbchen, in dem das Gemüse geliefert wird, kann man bei der Folgelieferung zurückgeben.

Minuspunkte: Das Unternehmen liefert leider nur innerhalb der Stadt, wobei man sich die Ware auch ins Büro liefern kann, wenn man in Zürich arbeitet. An einzelne angrenzende Städte wird auf Anfrage auch für eine zusätzliche Gebühr von 5.- Franken geliefert, was angesichts der bereits hohen Lieferkosten, aber etwas unverhältnismässig ist. Ein jedoch viel grösserer Dorn im Auge war bei diesem Anbieter das Verpackungsmaterial, das neben einem flachen Körbchen – das man bei einer einmaligen Bestellung nicht retournieren kann – aus einer dicken Schicht Klarsichtfolie bestand. Ebenfalls unsinnig war, dass ein Teil des Gemüses zerkleinert war (Kürbis und Blumenkohl). Was wahrscheinlich der Grund dafür war, dass dieses nicht lange frisch blieb und was noch mehr Verpackungsmaterial mit sich brachte. Zumal die kleine Menge Gemüse gerade Mal für zwei kleine Mahlzeiten reichte.

3. Querbeet

Natürlich, wer sich so nennt, muss mit einer grossen Auswahl überzeugen. Kein Problem für diesen Anbieter!

Pluspunkte: Positiv überraschend war hier die grosse Vielfalt an frischem Gemüse und Früchten, die bis auf etwas Plastik ökologisch verpackt wurde. Bei regelmässiger Bestellung wird die Kartonschachtel zudem durch eine Plastikbox ersetzt, die man bei der nächsten Lieferung zurückgeben kann. Auch bei diesem Anbieter kann man seine Bestellung über den Online-Bio-Shop mit Milchprodukten sowie Süssmost, Brot und Eiern von regionalen Anbietern ergänzen. Ein Pluspünktchen gibt es auch für das nützliche kleine Geschenk für Neukunden: Eine Einkaufstasche aus Stoff.

Minuspunkte: Abzug gibt es für die Auswahl des Gemüses, da Kohl und Zuckerhut recht ähnlich zubereitet werden, man also eine Woche lang ähnliche Rezepte kochen muss. Zudem waren die Kürbisse sehr klein, resp. der Anteil an Kürbisfleisch recht gering und einer der Kürbisse war faul. Ebenfalls Abzug gibt es, da die Herkunft der exotischen Früchte (Kiwis) nicht klar deklariert ist.

4. Mahler & Co

Vor allem Gemüse und Früchte, aber nicht nur! Das ist das Konzept dieses Lieferanten aus dem zürcherischen Unterstammheim: Hier kannst du alles bestellen, was du zum Leben brauchst. Adieu Migros und Coop.

Pluspunkte: Auch die Gemüsebox von Mahler & Co, die mit Waren des Familienbetriebs Rathgeb aus dem zürcherischen Unterstammheim gefüllt ist, besticht durch eine Vielfalt an frischem Gemüse und Früchten. Sehr toll ist, dass man seine Gemüsebox mit Kochzutaten wie Bio-Tomatensauce und Nudeln oder mit Trockenfrüchten erweitern kann. Zudem kann man bei Mahler & Co auch reine Früchte-Boxen abonnieren und Bio-Fleisch-Boxen. Daneben gibt es durch die Zusammenarbeit verschiedener Anbieter neben weiteren Lebensmitteln im Online-Shop auch Haushaltsartikel, Naturkosmetik, Wein und Tierfutter. Auf derselben Webseite findet man auch tolle Blogbeiträge zur Herkunft und Verarbeitung diverser Produkte.

Minuspunkte: Abzug gibt es dafür für die Karotten, die trotz kühler und trockener Lagerung sehr schnell schimmlig wurden. Minuspunkte gibt es auch für die Verpackung. Das die Box per Post verschickt wird hat es sehr viel Papier zur Polsterung sowie mehrere Plastiksäcke worin die einzelnen Zutaten verpackt sind, wovon man nur wenige wiederverwenden kann. Zudem sind die Karotten und Kartoffeln in handelsüblichen Plastiksäcken verpackt, was zusätzlichen Abfall verursacht. Auch negativ aufgefallen ist, dass die Mindestsumme für eine einmalige Lieferung bei 50.- Franken liegt, so mussten zwangsmässig weitere Artikel gekauft werden. Wobei die Liefergebühr an sich schon eher hoch ist.

5. Bio-Mio

Verschiedene Bio-Frischwaren von verschiedenen Bio-Höfen schickt dir die Macherin von Bio-Mio direkt nach Hause; wenn du in der Stadt wohnst sogar mit dem Velokurieren vom Integrationsprojekts Züriwerk.

Pluspunkte: Für die Umsetzung ihrer Gemüse-Früchte-Boxen konnte Marina Wacker gleich drei Höfe begeistern, sodass ihr Angebot sehr gut durchmischt ist. Positiv fällt hier auch aus, dass die Ware in einem Korb geliefert wird, der zurückgegeben werden kann und die verwendeten Säcke (Salat und Kürbis) kompostierbar sind. In der Stadt werden die Boxen zudem klimafreundlich nach Hause oder ins Büro geliefert – von den Velokurieren des Integrationsprojekts Züriwerk. Pluspunkte gibt es auch für die Tipps zur Lagerung des Gemüses, die per Mail kommen und die Rezepte, die man auf der Webseite findet. Auch die Boxen von Bio-Mio können zudem mit Eiern und Joghurt erweitert werden, und über den Online-Hofladen gibt es Bio-Geflügel, Eingemachtes und Konfitüre zu kaufen.

Minuspunkte: Etwas mehr Früchte oder eine zweite Sorte wäre begrüssenswert. Daneben gibt es nichts zu bemängeln.

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