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Gemeinderätin der Woche: Julia Hofstetter (Grüne)

Julia Hofstetter ist vieles, zum Beispiel Politikerin, Kommunikationsfachfrau, Biologin und zukünftige Sek-Lehrerin. Konstant ist bei ihr vor allem eins, wie sie erzählt: «Seit 20 Jahren ist Klima mein Thema.»

Julia Hofstetter (Grüne)

(Foto: Steffen Kolberg)

Eigentlich wären an diesem Mittwoch im Gemeinderat zwei Netto-Null-Vorstösse von Julia Hofstetter auf der Traktandenliste gestanden. Doch weil das Postulat, das für Institutionen und Unternehmen eine «Netto-Null Zürich-Charta» fordert, den langen Weisungsdebatten zum Opfer fiel, blieb nur Zeit für die Motion zu Netto-Null-Verträglichkeitsprüfungen für städtische Geschäfte (siehe oben). Natürlich seien solche Prüfungen ein Zusatzaufwand, meint sie, doch es handle sich um ein notwendiges Werkzeug: «Es geht darum, zu wissen, wieviel Budget man noch übrig hat und ein manchmal auch trügerisches Bauchgefühl mit handfesten Zahlen zu korrigieren.»

Hofstetter ist Mitglied der Sachkommission Gesundheits- und Umweltdepartement. Dort sei für sie die Verabschiedung des Netto-Null-Ziels ein schwieriger Moment gewesen, erzählt sie: «Denn es wurde klar, dass wir die Chance für das Ziel 2030 verpasst hatten.» Die 51-jährige Biologin und Kommunikationsfachfrau hat Erfahrung im Klimabereich. «Seit 20 Jahren ist Klima mein Thema», sagt sie. Ihm hat sie sich beruflich unter anderem bei der Stiftung Myclimate und der Stadtverwaltung Winterthur gewidmet. Für sie gehörten die Sorge um das Klima und soziale, linke Ideen zusammen. «Es braucht einen Systemwandel», ist sie überzeugt.

Momentan sei sie dabei, sich beruflich umzuorientieren, so Hofstetter. Zum 50. Geburtstag habe sie sich selbst eine Ausbildung an der PH Zürich zur Sek-Lehrerin geschenkt, die sie gerade absolviere. Ausserdem hat sie eine eigene Kommunikationsagentur und im Kreis 11 den Verein Stadtgeiss ins Leben gerufen,  nachdem sie ein Stück Land von der Stadt gepachtet und dort Geissen hingestellt hatte. Inzwischen sei daraus ein Quartiertreffpunkt in Seebach entstanden, erzählt sie.

Bekanntheit erlangte Hofstetter vor zwei Jahren, als SVP-Gemeinderat Derek Richter sie bei der KESB gemeldet hatte, weil ihre Tochter am Klimacamp auf dem Bundesplatz in Bern teilgenommen hatte. Das habe sie damals belastet, erzählt sie: «Ich fand es perfide, indirekt auf meine Tochter zu zielen. Und ich fand es feige, dass er nie auf mich zugekommen ist und mit mir geredet hat.» Inzwischen sei der Vorfall für sie aber weit weg.

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