Geheimnis gelüftet: Darum geht es im etwas anderen Katzen-Video

15. Februar 2016


Eigentlich erregen Katzenvideos keinen Ekel. Bei diesem Porträt eines Schweizer Restaurant kann dies aber durchaus geschehen, denn beim Sternekoch Moritz Brunner landen Büsis auf dem Teller.

Aber ja, das Restaurant gibt es nicht wirklich, Moritz Brunner ist kein Katzenkoch und selbst beim Katzenfleisch im Video handelt es sich lediglich um Kaninchen. Wahr ist allerdings, dass es in der Schweiz erlaubt ist Katzen und Hunde zu essen, solange sie dem Verzehrenden «gehören»* – das hat Tradition und Fleisch ist schliesslich Fleisch (Tagesanzeiger). Beim Restaurant «La Table Suisse» handelt es sich allerdings um eine reine Erfindung des Vegetarierbundes Deutschland VEBU. katze3

Mit professionellem Video, Facebook-Seite und Webseite strebte VEBU kein Verbot vom privaten Verzehr von Katzenfleisch an, anders wie es der Schweizer Tierschutz in der Vergangenheit versuchte. Der VEBU warf die Frage auf: «Warum findet man es ekelerregend Katzen und Hunde zu essen, wenn man jeden Tag tausende Hühner, Kühe und Schweine schlachtet.»katze4Und das erfolgreich. Das Youtube-Video wurde bereits über 160’000 (stand 15.02.2016) mal angeschaut. Auch auf der Facebook-Seite wird eifrig kommentiert – meist mit Beleidigungen. In den Köpfen der Menschen ist Fleisch eben nicht gleich Fleisch, vor allem wenn es sich um die domestizierten besten Freunde handelt.katze2

Schliesslich schrieb VEBU selbst auf der Homepage von «La Table Suisse»:

«Die schlechte Nachricht: Millionen von Restaurants wie das La Table Suisse gibt es tatsächlich. Der einzige Unterschied ist, dass sie Körperteile von Schweinen, Hühnern, Kühen und anderen Tieren servieren. Tiere die wir gelernt haben als essbar zu betrachten. Tiere die Gefühle haben und ein Leben, das ihnen lieb ist. Genauso wie Katzen und Hunde.

Die öffentliche Aufregung über das Essen von Katzen und Hunden zeigt, dass Millionen von Menschen sich um Tiere sorgen und nicht wollen, dass sie leiden.

Warum essen so viele Menschen Fleisch von einigen Tieren, von anderen jedoch nicht? Die Antwort lautet Karnismus.»

Was Karnismus bedeutet, wird in diesem Video erklärt:






Alle Infos stammen vom Hauptdarsteller «Moritz Brunner», der ein persönlicher Freund aus Zürich ist. Zum Inhalt des Video wie zum Thema Vegetarismus wollte er sich nicht äussern. Ebenfalls bat er um Anonymität.

*Zwar ist in der Lebensmittelverordnung (LMV, 12. Juli 2005, Art. 121 d) eine Auflistung der zur kommerziellen Lebensmittelgewinnung zulässigen Tierarten aufgelistet, was Katzen und Hunde beinhaltet, aber die Verordnung des Eidgenössischen Departement des Innern (EDI) über Lebensmittel tierischer Herkunft (Art.2, 23. November 2005) bietet ein Schlupfloch: Das Verbot gilt allerdings nur für den kommerziellen Verkehr; Gewinnung und Verzehr für den Eigengebrauch sind zulässig, solange kein Verstoß gegen die Tierschutzgesetzgebung vorliegt.
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