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Die veganen Blondies und ein Kafi von Jamaican Flavour. Mhhhh! (Foto: Cathrin Michael)

Von veganen Blondies und Vorsätzen

Cathrin Michael liebt es, mit einem Glas Wein und einem Teller Pasta auf das Leben anzustossen. Für Tsüri.ch tüftelt die Texterin jeden Monat ein feines, saisonales Rezept aus. In ihrer ersten Kolumne verrät sie dir ihr Rezept für vegane Blondies – mit Bohnen.
01. Februar 2020
Food-Kolumnistin

Veganuary. Hast du auch mitgemacht? Von den einen belächelt, von den anderen gefürchtet und vom Rest – ganz einfach mal ausprobiert. So wie von mir auch. Nachdem ich Anfang Jahr noch drei Tage Resten von Silvester gegessen habe (Steinpilzrisotto mit massig Pecorino) habe ich auch umgestellt. Habe viel mehr Salat gegessen, so richtig viel farbiges Gemüse, wieder öfters Brot gebacken (tschüss Butterzopf) und habe jeden Tag notiert, was ich konsumiert habe. Das hat gut getan, dieser Fokus auf meinen Speiseplan. Zu oft habe ich davor unnötig Produkte gegessen, welche die Umwelt unverhältnismässig stark belasten und die ich nicht einmal ausdrücklich genossen habe.

Der Januar ist vorbei und ich werde wieder vereinzelt tierische Produkte konsumieren und geniessen (Ricotta! Butter! Scamorza! Gebratene Forelle! Trüffelrührei!), aber: Viel seltener und bewusster. Mein neuestes Lieblings-Dessert-Rezept kommt ganz ohne tierische Produkte aus: Vegane Blondies aus Bohnen.

Das Rezept für die veganen Blondies findest du ganz unten auf der Seite (Foto: Cathrin Michael)

Blondies statt Brownies, weil sie eben hell sind. Keine Angst, schwarze Schoggi-Stückli habe ich trotzdem massig in den Teig geknetet. Die gehören bei mir einfach zu was Süssem dazu. Statt zu viel Zucker gibt's zwei Handvoll Datteln und dank dem Buchweizenmehl sind sie auch noch glutenfrei (also, abgesehen von den Spuren).

Was sie so schön cremig macht, sind eben nicht Eier oder Butter, sondern weisse Bohnen (Proteinquelle!) und selbstgemachtes Nussmuss. Für Letzteres benötigst du genau zwei Dinge: Nüsse und einen Food-Processor. Einen solchen gibt's schon für ein Fünfzigernötli und einen Fünfliber und bewährt sich in der (veganen) Küche immer wieder. Damit kannst du selber politisch korrektes Nutella herstellen, Gemüse in Rekordzeit schnetzeln oder aus Brotresten Paniermehl machen.

Noch ein paar Worte zu den Bohnen: Sie sind nicht erst seit dem Veganuary meine neue grosse Liebe. Ich esse sie auf getoastetem Brot mit Rauchsalz und Tomatensauce (Borlotti-Bohnen), im Chili sin Carne (Red Kidney Beans) oder im Vegi-Burger (schwarze Bohnen). Du kannst so ziemliche alle Bohnensorten für die Blondies verwenden. Mit den schwarzen Bohnen wären wir dann wieder bei den Brownies. Habe ich auch schon ausprobiert und kann's euch sehr empfehlen.

Meine Vorsätze für das restliche 2020, ganz unabhängig vom Grad meiner Vegan-heit: Mein Essen so richtig geniessen, vermehrt auf dem Markt einkaufen, saisonaler kochen und euch hier monatlich meine liebsten Rezepte weitergeben. Schön, dass ihr mitlest.

Was die Blondies so schön cremig macht, sind nicht Eier oder Butter, sondern weisse Bohnen und selbstgemachtes Nussmuss. (Foto: Cathrin Michael)

Blondies

vegan & glutenfrei

gibt ca. 20 Stück

ZUTATEN

  • 100 g Cashewnüsse
  • 200 g Mandeln
  • 250 g Soisson Bohnen (gekocht aus Dose, z.B.)
  • 150 g entsteinte Datteln
  • 200 g Buchweizenmehl
  • 2 dl Hafermilch (oder andere pflanzliche Milch)
  • 1/2 TL Natron
  • 2 EL Rohrzucker
  • 150 g schwarze Schokolade

ZUBEREITUNG

Ofen auf 200 Grad vorheizen.

Datteln in heissem Wasser einweichen für ca. 10 Minuten.

Cashewnüsse und Mandeln in der Bratpfanne anrösten, bis sie etwas Farbe angenommen haben. Alle Cashewnüsse und die Hälfte der Mandeln in den Food-Processor geben und zu Muss mixen. Die Inhalte immer wieder von den Seiten streichen und weitermixen; dauert ca. 15 Minuten bis ein dickflüssiges Muss entsteht. In eine Schüssel geben.

Bohnen in den Food-Processor geben und mit den Datteln fein mixen, bis eine gleichmässige Paste entsteht, mit der Hafermilch zur Nussbutter geben und mit einer Kelle vermischen.

Mehl, Natron und Rohrzucker mischen und zur Masse geben. Gut mischen.

Schwarze Schoggi von Hand oder im Food-Processor klein hacken und untermischen.

Masse in Backform füllen, restliche Mandeln klein hacken und darüber streuen. Für ca. 30-40 Minuten in der Ofenmitte backen. Abkühlen lassen und in Stücke schneiden.

Ein Blondie, die Schwester vom Brownie (Foto: Cathrin Michael)

Cathrin Michael
Cathrin Michael arbeitet selbständig und schreibt am liebsten übers Essen. Ihre Rezepte hält sie auf gnüsse.ch. fest. Der Blogname ist Programm und der Weg zum Glück, findet sie. Um gemeinsam mit anderen noch mehr Food-Geschichten zu schreiben, hat sie die Agentur kollektif.ch. mitgegründet. Für Tsüri.ch tüftelt sie jeden Monat ein feines, saisonales Rezept aus.

Für welches Gemüse, für welche Frucht wünscht du dir ein Rezept? Sag es uns in den Kommentaren.


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– Die Food-Kolumne von Cathrin Michael, Food-Bloggerin.
– Die Veganismus-Kolumne von Laura Lombardini, Geschäftsführerin der Veganen Gesellschaft Schweiz.

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