Es läuft so einiges schief beim neuen Polizei-Palast (PJZ)

19. Februar 2016


Gute Projekte wie die Autonome Schule mussten auf Vorrat weichen, der Palast wird teurer als geplant, die Kaserne wird wohl nicht wie bei der Abstimmung versprochen geräumt und die Eröffnung des PJZ wird immer weiter nach hinten geschoben. Was der Kanton bisher bot, ist ein Trauerspiel.

Die Brache siecht an bester Lage bei der Hardbrücke vor sich hin. Und niemand weiss so richtig, was damit geschehen soll, bis die Bauarbeiten definitiv beginnen können (es ist noch nicht einmal klar, welche Firma diesen Monster-Auftrag durchführen wird).

Nun fordert der eine grüne Politiker (Knauss) Zwischennutzungen neben den Gleisen, während der andere (Maggi) «die Übung um den Polizeipalast» abbrechen will.

Wie Kantonsrat Knauss im Tagi ausführt, will er zum Beispiel ein Public Viewing errichten – das ist langweilig und nur im Sommer während der EM sinnvoll (Was will man denn sonst auch anschauen? Etwa die vorbeifahrenden Züge?).

Für Luca Maggi ist es ein Skandal, «dass mitten in einem Wohnquartier eine so grosse Fläche brach liegt und nicht genutzt werden darf.» Der Jungpolitiker fordert ebenfalls, dass die Brache, wie beim Hardturm, für die Bevölkerung geöffnet wird.

Wahrscheinlich ist, dass vorerst mal gar nichts passieren wird. Regierungsrat Kägi (SVP) teilt zwar auf Anfrage mit, dass die Baudirektion «einer Zwischennutzung grundsätzlich positiv gegenüber» stehe und momentan verschiedene Optionen prüfe. Es sei jedoch davon auszugehen, dass «diverse Bewilligungen» nötig seien und wegen den Gleisen der Sicherheitsaspekt eine wichtige Rolle spiele.

Unbürokratischen Zugang für die Bevölkerung tönt anders, wobei die Gründe zumindest teilweise nachvollziehbar sind.

So oder so wird das PJZ weiterhin für negative Schlagzeilen sorgen. Der Kantonsrat wehrt sich schon jetzt von allen Seiten gegen die drohenden Mehrkosten – auch das gebrochene Versprechen, die Kaserne bei Annahme der Abstimmungsvorlage für die Bevölkerung freizugeben, sorgt weitherum für schlechte Laune.

Zudem haben linke und anarchistische Gruppen schon vor Jahren zu einer verbreiteten und unkontrollierten sozialen Revolte gegen alle beteiligten Firmen, Institutionen und Personen aufgerufen. Mit Sprayereien und kleineren Sachbeschädigungen verläuft dieser Widerstand bisher allerdings relativ harmlos.

Es läuft so einiges schief beim PJZ.




Titelbild: Caspar Schärer/ werk, bauen+wohnen

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