Die vergrösserten Aussenplätze sollen so bleiben, wünschen mehrere Umfrageteilnehmer*innen. Foto: Elio Donauer

Erster Restaurantbesuch nach der Krise: «Es war wie vorher und wegen dem Lockdown gefühlt besser»

Seit dem 11. Mai 2020 dürfen Gastronomiebetriebe wieder Gäste empfangen. In der grossen Umfrage mit La Résistance wollten wir wissen, welche Massnahme gestört, wie sich der erste Besuch nach zwei Monaten angefühlt hat und warum manche Restaurants noch meiden.
04. Juni 2020

84 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen haben seit den Lockerungen bereits ein Restaurant besucht, 16 Prozent noch nicht. Im ersten Teil wenden wir uns den Gästen zu, die bereits ein Restaurant besucht haben. Danach jenen, die bisher noch auf einen Besuch im Restaurant verzichteten.

«Es war wie vorher»

Fast alle, die bereits im Restaurant waren – 98 Prozent – empfehlen einen Besuch und zwar aus folgenden, ausgewählten Gründen:

  • Weil auswärts Essen mit toller Bedienung doch etwas Schönes ist! Weil man somit die (kleinen) Betriebe in der schwierigen Zeit unterstützt. Und: Man kommt nicht mit mehr Personen in «Kontakt», wie wenn man für sein Essen einkaufen gehen müsste.
  • Abstand macht gemütlich, angenehmer Geräuschpegel.
  • Weil es wie vorher war... und wegen dem Lockdown gefühlt noch viel besser.
  • Die vergrösserten Flächen in den Aussenbereichen sind super.
  • Die Atmosphäre war durch die wenigen Plexiglasscheiben kaum beeinträchtigt. Auch die Gesichtsmasken der Bedienung waren dezent und fielen im Umgang mit den Gästen kaum auf.
  • Es war schön, wieder Normalität zu spüren.

Abends statt am Mittag

Der Grossteil (82 Prozent) der Gäste haben das Restaurant abends besucht. Businesslunch ist wegen der Homeoffice Empfehlung wohl bei den meisten noch kein Thema. So haben denn auch 98 Prozent der Teilnehmer*innen «privat» ein Restaurant besucht.

Welche Massnahmen hatte das Restaurant?

Praktisch alle gaben an, dass es in den Restaurants weniger Tische gab und Desinfektionsmittel vorhanden war. In wenigen Fällen waren Plexiglaswände aufgestellt.

Welche Bedenken hattest du vor dem Restaurantbesuch?

Diese Bedenken waren umsonst: 72 Prozent gaben an, dass es im Nachhinein nichts gab, dass ihnen nicht gefallen hatte.

Positiv überrascht hat die Gäste unter anderem folgendes:

  • Lockere Stimmung, mehr Zeit für Gäste
  • Gute Laune der Gastgeber*innen
  • Funktioniert doch prima!
  • Wie sympathisch und locker die Restaurants mit der Lage umgehen – das Personal war bei meinen Besuchen nie genervt über die Massnahmen, sondern hat sie mit einem Schulterzucken oder – noch besser – mit einem Lächeln hingenommen!
  • Dass fast alles wie vor der Krise war
Es war schön, ein paar frohe Stunden zu verbringen, die Corona in den Hintergrund rücken liessen.
Umfrage-Teilnehmer*In

Der Grossteil fühlte sich durch keinerlei Massnahmen gestört. 15 Prozent nervten sich über die Masken, 8 Prozent über die wenigen Tische. Gut die Hälfte empfand den Besuch gleich gut wie vor dem Lockdown, 14 Prozent hat er sogar besser gefallen.

La Résistance
Zürcher Restaurants trotzen dem Virus und haben auf Take-Away Betrieb umgestellt. Die Plattform La Résistance, welche von Tsüri.ch mitgegründet wurde, zeigt Restaurants auf, die wegen der Corona-Krise auf Take-Away umgestiegen sind. Die Seite ist auch jetzt noch aktiv.

«Sobald ich mich wieder sicher fühle»

16 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen haben noch kein Restaurants besucht. Davon gibt die knapp die Hälfte an, dass sie einfach noch nicht dazu gekommen seien. 33 Prozent befürchten, dass das Restaurant mit den Massnahmen ungemütlich ist. Gut ein Viertel sorgt sich zudem vor einer Ansteckung.

34 Prozent planen einen Besuch, sobald sie sich sicher fühlen. 21 Prozent sobald sie etwas zu feiern haben. Auf die Frage, welche Schutzmassnahmen aufgehoben werden sollten, damit sie sich im Restaurant sicher fühlen, wurden von 47 Prozent «keine» genannt, 35 Prozent wollen, dass die Masken verschwinden, 27 Prozent stören sich an den Plexiglaswänden und 25 Prozent an den Handschuhen. (Es waren mehrere Nennungen möglich).

Zur Umfrage
245 Menschen haben an der Umfrage mitgemacht. 35 Prozent sind zwischen 36 und 50 Jahre alt, 28 Prozent zwischen 51 und 65 Jahre. Knapp 28 Prozent zwischen 21 und 35 Jahren. 9 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen sind über 65 Jahre alt.

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