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Endlich geht was: Velo-Abstellplätze auf der Hardbrücke

11. Juli 2015
Auf der Hardbrücke stehen seit dem letzten Wochenende zwei neue, doppelstöckige Veloständer. 376 Velos finden dort platz, das sind 162 Plätze mehr als vorher. Schon lange waren die Abstellmöglichkeiten auf der Hardbrücke problematisch. "Falsch" abgestellte Velos versperrten den Weg, den sich Fussgänger und Velos teilen müssen. In der Rush Hour wurde es dadurch immer wieder sehr eng, aber eine Alternative um die Velos abzustellen gab es schlicht nicht.

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Die Passanten, die seit Sonntag an der Velostation vorbeigehen, bleiben oft stehen und probieren die etwas ungewohnte Metallkonstruktion aus. Die unteren Abstellplätze funktionieren wie gewohnt: Velo rein und abschliessen. In der Höhe leicht versetzte Radstützen sorgen für eine bessere Platzausnutzung. Der obere Stock der Velostation ist etwas gewöhnungsbedürftig. An einem roten Hebel wird eine Tragfläche nach aussen gezogen und nach unten gekippt. Das Velo darauf befestigt und abgeschlossen, dann die Tragfläche wieder in die ursprüngliche Position gebracht. Nach ein, zwei Versuchen funktioniert das ganz gut. Für das Verstauen des Velos wird kaum mehr Zeit benötigt, als bei einem klassischen Veloständer.

Auch die schnelle Bauzeit macht diese Art der Veloparkplätze attraktiv: In nur gerade vier Tagen wurden die zwei Anlagen aufgestellt. Zeit ist hier an der Hardbrücke auch sonst ein wichtiger Faktor. Fast alle Personen, die hier ihr Velo abstellen, benutzen es in Kombination mit den S-Bahnen am Bahnhof Hardbrücke . «Wir wollen den Zweiradverkehr als Zubringer zum ÖV stärken. Dafür braucht es auch gute Abstellmöglichkeiten an den Bahnhöfen» sagt Stadtrat  Filippo Leutenegger in der Medienmitteilung. Ernüchterung am dritten Tag nach der Eröffnung: Bereits jetzt ist die Velostation auf der Seite vom Gerolds Garten voll belegt (Stichprobe von: 07.Juli, 9 Uhr) . Velos werden wieder am Geländer angemacht, der Weg wird wieder blockiert. Besser ist die Situation auf der Seite vom Primetower. Dort gibt es noch genügend freie Plätze. Ganz offensichtlich herrschte lange Zeit ein Vakuum an Abstellplätzen für Velos. Dass die Veloplätze auf der Hardbrücke nicht als Velofriedhof gebraucht werden, zeigt folgende Tatsache: Nur 27 Velos musste das Entsorgung und Resycling Zürich ERZ beim Baubeginn entfernen. Die meisten davon wurden schon wieder von den Besitzerinnen und Besitzern abgeholt, wie das ERZ auf Anfrage mitteilte. 50 Franken werden den Besitzern verrechnet, die ein abgeschlepptes Velo zurückbekommen wollen. Gekostet haben die zwei neuen Anlagen 140 000 Franken. Die alten Veloständer wurden an einem neuen Ort in Zürich wieder aufgestellt.

Als schlechteste Velostadt wurde Zürich schon beschrieben, nicht zuletzt von uns. Immerhin schient die Botschaft angekommen zu sein. Es passiert etwas. Vielleicht ein kleiner Vorgeschmack, was in Zürich dank dem angenommenen Gegenvorschlag zur Veloinitiative möglich ist?

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