5 ehrliche Tipps für dein Semester

Das Semester hat seit einer Woche wieder seinen Lauf genommen. In dieser wurde die Studienordnung, diverse Corona-Schutzmassnahmen, Semesterplan und Prüfungsdaten besprochen. Daten und Regeln, die man wissen sollte. Doch wirklich hilfreich sind diese selten.
21. September 2020

Nur selten werden ehrliche und persönliche Ratschläge für das kommende oder weitere Leben als Student*in von Professor*innen an Studierende mit auf den Weg gegeben. Deshalb überraschte es mich, als Herr Thomas Nehrlich, Assistent für neuere Deutsche Literaturwissenschaft an der Uni Bern, einige ehrlich gemeinte Ratschläge mit ins Semester – und für alle folgenden – ans Herz legte. Diese möchte ich Euch nicht vorenthalten. Und: Sie wurden von mir etwas ergänzt.

1. Sei mutig und widerspreche deinen Mitstudierenden und Lehrpersonen

«Dissens, also Widerspruch und Kritik gegenüber Mitstudierenden, aber auch Lehrpersonen gehören zum wissenschaftlichen Fortschritt – auch wenn die Schweiz eine «Konsensgesellschaft » ist», sagte er. Und weiter: «Ich bin froh, wenn Studierende etwas besser wissen als ich. Eine gesunde Skepsis gegenüber dem, was Dozierende sagen, gehört aus meiner Sicht zum Studium sowieso dazu. Aber Achtung: Nicht alle Dozierenden sehen sich gern infrage gestellt.»

2. Hinterfrag deine Studienwahl

Nicht nur das vermittelte Wissen soll in Frage gestellt werden, sondern gelegentlich auch unsere Studienwahl. Die Wahrscheinlichkeit ist gross, dass die Studienwahl während den ersten sechs Semestern angezweifelt wird. Oder Hochschulen und Universitäten als solches. Und das ist gut so. Schliesslich sollten Schulen in erster Instanz kritisches Denken lehren.

3. Geniess das Studium

Ich hakte bei Thomas Nehrlich nach und wollte wissen, was er seinem zehn Jahre jüngeren Ich für einen Tipp mit ins Studium geben würde: «Ich war ein sehr ernsthafter Student, glaube ich, engagiert und ehrgeizig, aber auch ein bisschen engstirnig. Mein Rat an mein früheres Ich wäre daher: Sei nicht ganz so strebsam, geniess das Studium! Es ist eine einzigartige Phase im Leben, die man ganz bewusst erleben und nicht ausschließlich mit Lernstoff verbringen sollte.»

4. Nutz die Freiheiten, die du als Student*in hast

Je nach dem wie viel Zeit neben dem Studium bleibt, hat man als Student*in die Möglichkeit, von vielen kulturellen Angeboten zu profitieren. Gerade in Zürich erstaunt mich die Vielfalt an kulturellen oder politischen Anlässen immer wieder: Podiumsdiskussionen, Filmfestivals, Lesungen, Konzerte, Workshops ...

Und Studierende haben die Freiheit diverse Nebenjobs auszuprobieren. Auch solche, die man ansonsten nie mehr machen würde – beispielsweise Müllmann, wie ein Freund von mir, der an der PH studiert.

5. Treffe vermeintlich falsche Entscheidungen und mach Fehler!

Während dem Studium sind wir mit unzähligen Entscheidungen konfrontiert: Welches Studium passt zu mir? Wie soll meine Fächerkombination aussehen? Welche Vorlesungen und welche Seminare soll ich besuchen? Wie soll ich mein Stundenplan zusammenstellen? Soll ich ein Erasmus Jahr absolvieren? Welches Arbeitsgerät soll ich mir zulegen? Soll ich ausziehen oder lieber noch zu Hause bleiben? Nicht gerade ein Eldorado für Menschen, die sich mit Entscheidungen schwertun. Deshalb appelliere ich daran, einzelne Entscheidung nicht so sehr zu gewichten und sie mit einer gewissen Lockerheit zu treffen. Und diese nicht zu verlieren, sollte sich im Nachhinein feststellen, dass die andere Option vielleicht doch besser gewesen wäre.

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