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Der «Rosengarten» wird keine verkehrsfreie Idylle, er wird eine ganz normale Stadtrasse, auf der Privatautos, Busse, Velofahrer*innen und Fussgänger*innen unterwegs sind. (Illustration: Patric Sandri)

Ein blühender Rosengarten

Vor einem Jahr scheiterte das gigantische Projekt «Rosengartentram & Rosengartentunnel» in der Stadt Zürich. Zum Jahrestag legen die «Rosengärtnerinnen» einen Plan vor, wie die Expressstrasse in drei Etappen zu einer normalen Stadtstrasse umgebaut werden kann.
20. Januar 2021

Text: Simone Brander, Josef Estermann, Peter Hotz, Paul Romann, Erich Willi und Köbi Gantenbein


Die Westtangente ist eine vier- bis sechsspurige Verkehrsschneise, die ohne Rücksicht auf Anwohner*innen und Umwelt mitten durch die Quartiere geschlagen wurde. Sie verletzt alle Regeln des Städtebaus und der Verkehrsplanung. Sie wurde vor einem halben Jahrhundert als Provisorium gebaut und war vom Tag der Eröffnung an zur Ablösung bestimmt. Der Verkehr auf der Westtangente sprengt alle Immissionsgrenzwerte. Wenn irgendwo eine gesetzliche Sanierungspflicht besteht, dann an der Westtangente. Vor einem Jahr scheiterte das gigantische Projekt «Rosengartentram & Rosengartentunnel». Zum Jahrestag legen die «Rosengärtner*innen» einen Plan vor, wie die Expressstrasse in drei Etappen zu einer normalen Stadtstrasse umgebaut werden kann.

Die Westtangente ist ausserhalb der Stosszeiten die schnellste Verbindung zwischen Glatttal und Limmattal. Staut und stockt der Verkehr auf der Nordumfahrung, weicht ein Teil des Verkehrs erst recht auf die Westtangente aus. 2025 wird die Nordumfahrung am Gubrist um drei Spuren erweitert. Auf diesen Zeitpunkt muss der Schnell- und Ausweichverkehr auf der Westtangente unterbunden werden. Die Verkehrsplaner*innen und -ingenieure*innen der «Rosengärtner*innen» zeigen in einem Themenheft von Hochparterre detailliert, wie das geht: Mit Fussgänger*innenübergängen, verschmälerten Fahrspuren und Tempo 30. Zusammen mit Verbesserungen für den Fuss-, Velo- und Busverkehr machen sie aus der Schnellstrasse eine Stadtstrasse.

Beim Schulhaus an der Nordstrasse verbindet eine Fussgänger*innen-Überquerung die seit fünfzig Jahren getrennten Quartierteile von Wipkingen. (Illustration: Patric Sandri)

Die Schweiz hat sich dazu verpflichtet, in den nächsten zehn Jahren die Treibhausgas-Emissionen zu halbieren. Alle Umweltbilanzen zeigen: Ohne starke Reduktion des motorisierten Privatverkehrs ist das Pariser Abkommen nicht einzuhalten. Denn der Verkehr ist der mit Abstand grösste Energieverbraucher der Schweiz; fast drei Viertel seiner Treibhausgas-Emissionen entfallen auf die Autos. Trotz Effizienzgewinnen und einer wachsenden Zahl von Elektroautos müssen in Städten mit über 100'000 Einwohner*innen die vom motorisierten Privatverkehr zurückgelegten Kilometer bis 2030 halbiert werden. In Zürich werden achtzig Prozent der Fahrleistung auf Hauptachsen zurückgelegt. Also muss der Verkehr auf den Hauptachsen abnehmen; auf Hauptachsen wie der Westtangente um 50 Prozent.

In einer dritten Etappe soll der Bucheggplatz schliesslich von einer Verkehrsmaschine zu einem Quartierzentrum an der Kreuzung Hofwiesen- / Bucheggstrasse umgestaltet werden. Platz wird frei werden für das Quartier und für einen Park vom Gemeinschaftszentrum bis zur Tramhaltestelle.

Die Sanierung der Westtangente und Reduktion des Autoverkehrs sind keine Frage des Beliebens. Das Umweltschutzgesetz verpflichtet seit langem zur Sanierung. Ohne starke Reduktion des Autoverkehrs in den Städten können die Pariser Klimaziele nicht erreicht werden. Beide schaffen sie Raum für die Neugestaltung einer Stadtstrasse, die auch die Anliegen der Anwohner*innen und Passant*innen, des öffentlichen und des Veloverkehrs und der Umwelt einbezieht.

Rosengarten – die Alternative

Was taugt die Alternative? Was unternimmt die Stadt Zürich am Rosengarten? Wie gelingt mit dem Verkehrsprojekt auch eine gute Quartierentwicklung?

Am Städtebau-Stammtisch stellt die Gruppe Rosengärtner ihre Alternative vor, anschliessend diskutieren wir sie mit Sabeth Tödtli, Urban Equipe, Richard Wolff, Stadtrat und Tiefbauvorsteher von Zürich, Sonja Rueff, Kantonsrätin FDP, und Josef Estermann, Rosengärtner. Moderation: Rahel Marti, Hochparterre.

Hochparterre und Tsüri.ch organisieren den Abend gemeinsam und berichten parallel.

Datum und Zeit: Montag 25. Januar 2021,19 bis 21 Uhr.

Durchführung: Vor Ort können wir coronabedingt leider kein Publikum empfangen. Wir übertragen den Anlass entweder als Livestreaming oder via Zoom.

Anmeldung und weitere Informationen: bis 22. Januar auf veranstaltungen.hochparterre.ch

Mit freundlicher Unterstützung von EMCH Aufzüge AG.

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