Diese Organisationen sorgen bei Bedürftigen für Weihnachtsstimmung

Während den einen heute festlich zu Mute ist, fühlen andere nichts als Einsamkeit. Diese Organisationen sorgen mit Essen, Deko oder Geschenken dafür, dass sich niemand an Weihnachten alleine fühlt.
24. Dezember 2020
Praktikantin Redaktion

Die Weihnachtszeit ist besonders für diejenigen herausfordernd, die am Rande der Gesellschaft leben. Die Pandemie, welche auf den Zürcher Strassen zu geschlossenen Türen führt, macht das Ganze nicht einfacher. Damit die Bedürftigen auch während der kommenden Festtage und über den Jahreswechsel hinweg nicht ganz auf sich allein gestellt sind, bleiben die städtischen und privaten Anlaufstellen und Hilfswerke unter Einhaltung der geltenden Abstands- und Hygieneregeln glücklicherweise so weit wie möglich geöffnet und helfen wo sie können.

«Gemeinsame Weihnachtstage» der Stadt Zürich

Das Sozialdepartment der Stadt Zürich spannte unter dem Motto «Gemeinsame Weihnachtstage» mit Zürcher Gastronomiebetrieben zusammen: Zwischen dem 17. und dem 21. Dezember 2020 öffneten verschiedene Restaurants, Bars und Klubs wie zum Beispiel das Café Boy, das X–Tra und die Weihnachtsinsel beim Bauschänzli für randständige Menschen ihre Türen, um gemeinsam ein weihnachtliches Essen zu geniessen, heisst es in der entsprechenden Medienmitteilung. Insgesamt durften sich 600 Gäste über eine persönliche Einladung und eine warme Mahlzeit freuen, selbstverständlich unter der Einhaltung der geltenden Schutzkonzepte. Raphael Golta, Vorsteher des Sozialdepartments, freut sich sehr, dass dieses Projekt so kurzfristig realisiert werden konnte; er lässt sich in der Medienmitteilung wie folgt zitieren: «Die Coronavirus-Krise ist auch eine soziale Krise. Viele Menschen fühlen sich einsam und perspektivlos. Wir konnten mit der Aktion ‘Gemeinsame Weihnachtstage’ einigen Menschen, die am Rande unserer Gesellschaft stehen, ein schönes Erlebnis ermöglichen. Ich freue mich auch, dass wir mit dem Projekt mit der Zürcher Gastronomie zusammenarbeiten konnten, die ebenfalls sehr unter den aktuellen Einschrän-kungen leidet». Zwei geplante Anlässe konnten wegen der zwischenzeitlich angeordneten Schliessung von Gastronomiebetrieben nicht mehr durchgeführt werden. Die dafür ausgegebenen persönlichen Einladungen können ab dem 6. Januar 2021 im Intake des Sozialzentrums Helvetiaplatz in Lebensmittelgutscheine umgetauscht werden.

Züri Gschnätzlets und Tiramisu bei der Heilsarmee

Die Heilsarmee hat über die Weihnachtstage einiges vor: Im Kanton Zürich sind so zum Beispiel Weihnachtsessen und Gottesdienste geplant. Markus Muntwiler, Ansprechperson für das Weihnachtsessen für Alle im Kreis 4 freut sich auf den Anlass am 24. Dezember. Dass er stattfindet, sei nicht selbstverständlich, die Weihnachtsfeier in Wädenswil zum Beispiel musste aufgrund der aktuellen Lage abgesagt werden. Dieses Jahr habe man aufgrund der Massnahmen Kapazität für 50 Personen beim Essen im Kreis 4. In der Vergangenheit hätte man die doppelte, wenn nicht die dreifache Anzahl Gäste einladen können. Das Feedback der Leute sei immer gut gewesen. Zu essen gibt es Züri Gschnätzlets und Tiramisu; ob To go oder vor Ort gegessen wird, ist noch unklar. Am 5. Dezember fand im Zentrum «Open Heart» das erste Weihnachtsfest der Heilsarmee statt.

Festliche Dekoration beim Sozialwerk Pfarrer Sieber

Die grosse Obdachlosenweihnacht, wie sie in den letzten Jahrenim Hotel Marriot vom Sozialwerk Pfarrer Sieber gefeiert wurde, bleibt aufgrund der aktuellen Situation aus. Kommunikationsverantwortlicher Walter von Arburg sagt jedoch auf Anfrage, dass man in den jeweiligen Einrichtungen in kleinem Rahmen feiern werde; dies mit Essen, festlicher Dekoration und Musik. Für viele Menschen sei es der letzte Anker, meint er. Wie sich aus der Facebookgruppe «Gern gscheh - Tsüri hilft» erschliessen lässt, stehen auch über die Festtage Freiwillige im Rahmen des Pfarrer Sieber-Projekts «Essen für alle» bereit und verteilen fleissig an der Altstetter Hohlstrasse Grundnahrungsmittel und Hygieneartikel an Bedürftige.

Ein Geschenk to Go von der Caritas

Laut ihrer Webseite hat sich das Hilfswerk Caritas aufgrund der aktuellen Situation dazu entschieden, auf die traditionelle Weihnachtsfeier zu verzichten. Am 24. Dezember werden sie jedoch von 18 bis 20 Uhr beim Volkshaus Zürich vor Ort sein und den Besuchenden ein Weihnachtsgeschenk und etwas zu essen mitgeben. Das Tragen einer Maske und Mindestabstand von zwei Metern ist Pflicht.

1000 Geschenke für «Züri schenkt»

Das Projekt «Züri schenkt» ist ehrenamtlich organisiert vom Verein Global Shapers Zürich. Das vierte Mal in Folge hatten Flüchtlinge der Zürcher Asylzentren dadurch ein Geschenk zum Auspacken. Bis zum 19. Dezember hatten Stadtzürcher*innen die Möglichkeit, Männern und Frauen Schals, Mützen und Handschuhe, versehen mit einer Grusskarte, zu schenken. Für Kinder bis zu 12 Jahren gab es zudem Farbstifte, Ausmalbücher, Bälle und Bastelsachen. Insgesamt wurden 1000 Geschenke gesammelt, bedankt sich «Züri schenkt» auf ihrem Instagram-Kanal.

«Züri schenkt» sind jedoch nicht die einzigen, die Bedürftige eine Freude bereiten wollen; vom 24. Dezember 2020 bis 11. Januar 2021 können bei der Post Pakete mit Lebensmitteln und Hygiene- und Toilettenartikeln abgegeben werden, welche dann an das Schweizerische Rote Kreuz geschickt werden, die sie im Rahmen von «2 x Weihnachten» später an benachteiligte Menschen in sozialen Institutionen in der Schweiz verteilen.

Gassenweihnachten mit dem Verein Njira

Die freiwilligen Helfer*innen des Zürcher Vereins Njira feiern Heiligabend an der Militär-/Langstrasse. Mit dem Ziel, bedürftigen Menschen eine Freude zu machen, treffen sie sich hier zu Suppe, Tee und festlicher Musik, schreibt das Tagblatt der Stadt Zürich anfangs Dezember. «Die Menschen sind sehr dankbar und können es oft kaum glauben, dass wir sie an so einem wichtigen Fest nicht alleine lassen», zitiert das Tagblatt Sabrina Göldi vom Verein. Vor vier Jahren hat die junge Frau auch eine Weihnachtspäckli-Aktion ins Leben gerufen, die sie seit März 2020 im Rahmen des Vereins weiterführt. Die Geschenke sind alle gleich und bestehen aus je einem Paar Socken und Handschuhen, sowie zwei Hygieneartikeln. Gesammelt wurde dieses Jahr bis am 11. Dezember; Verteilt werden die Päckli an Notunterkünfte, Anlaufstellen für Menschen mit Suchtproblematik, aber auch an Mädchen- und Frauenhäuser. Aufgrund von Corona werden die Geschenke dieses Jahr nicht persönlich überbracht. Die Aktion scheint sehr beliebt zu sein, letztes Jahr seien 1000 Päckli zusammengekommen.

Die Feiertage sind eine gute Möglichkeit, etwas zur Ruhe zu kommen und das herausfordernde Jahr Revue passieren zu lassen. Dabei auch an Menschen in Not zu denken, ist besonders wichtig: Schliesslich soll Weihnachten nicht nur ein Fest voller Gemeinschaft und Liebe sein, sondern eben ein Fest für alle, die feiern wollen.

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