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Diese 6 Herausforderungen warten im 2021 auf Zürich

Pandemie, Ungleichheit, wirtschaftliche Probleme und die Veloinfrastruktur. Das Jahr ist noch jung, die Herausforderungen für die Stadt Zürich stehen bereit. Zeit für einen Überblick!
10. Januar 2021
Chefredaktor

1. Meistern der Corona-Pandemie

Natürlich, die dringlichste Herausforderung in diesem neuen Jahr ist die Corona-Pandemie. Das gesellschaftliche, das kulturelle, das spassige und das wirtschaftliche Leben stehen ganz oder teilweise still. Wie lange noch? Wen wird es wie hart treffen? Wie werden wir in der Stadt Zürich mit den sozialen und wirtschaftlichen Folgen umgehen? Die Antworten auf diese Fragen werden das Leben in der Stadt Zürich für die nächsten Jahre prägen.

Besonders gefordert: Andreas Hauri (Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartements), Corine Mauch (Stadtpräsidentin), Daniel Leupi (Vorsteher Finanzdepartement)

2. Abfedern der wirtschaftlichen Ungleichheit

In der Schweiz sind 7,9 Prozent der Wohnbevölkerung von Armut betroffen, auf Zürich gerechnet sind dies 34’000 Menschen, rund 8500 Menschen sind Arbeitslos, geschätzt 10’000 Sanspapiers leben hier, dazu kommen diverse andere Bevölkerungsgruppen wie Sexarbeiter*innen oder Geflüchtete, welche in prekären Umständen leben. Ökonomische Ungleichheit und Armut gab es in Zürich auch bereits vor der Corona-Krise und beides hat sich seither nochmals zugespitzt, wie beispielsweise auch die langen Schlangen vor den Essensausgaben im Frühling gezeigt haben. In einer Stadt mit soliden Finanzen und einem Medianlohn von 7820 Franken sind die Mittel vorhanden, um diese Ungleichheiten abzufedern.

Besonders gefordert: Raphael Golta (Vorsteher des Sozialdepartements), Daniel Leupi (Vorsteher Finanzdepartement)

3. Aufpäppeln der Kultur-, Gastro- und Event-Branche

Einigen Betrieben ist das Geld bereits ausgegangen, das vergangene Jahr war hart. Der Start ins neue Jahr ist nicht viel rosiger, derzeit sind alle Restaurants, Museen, Clubs und Konzertlokale geschlossen. Mit dem Frühling und der Impfung am Horizont könnte sich die Lage in den kommenden Monaten verbessern und das Leben in die Stadt zurück kommen. Damit die Konkurswelle nicht zu heftig ausfallen und wir uns wieder ab dem vielfältigen Angebot in Zürich erfreuen können, braucht es wohl starke Hilfe von Stadt, Kanton und Bund. Zumindest bei den Härtefällen (besonders betroffene Firmen) und bei den Geschäftsmieten zeichnen sich in Zürich Lösungen ab.

Besonders gefordert: Corine Mauch (Stadtpräsidentin), Daniel Leupi (Vorsteher Finanzdepartement)

4. Pläne gegen die Klimakrise

Die Stadt Zürich will die Treibhausgasemissionen auf netto null runterbringen. So lautet das erklärte Ziel von Stadtrat und Parlament. Doch bis wann soll dieses Ziel umgesetzt sein? 2030? 2040? 2050? Welche Einschränkungen für Mensch und Wirtschaft werden nötig sein? Wie werden sich unsere Gebäude, die Mobilität und der Konsum verändern müssen? Bis 2030 werden wir das Ziel netto null kaum schaffen, wie Stadtrat Hauri Ende des letzten Jahres prognostiziert hat. Die Diskussion ist angefacht, im aktuellen Jahr 2021 müssen wir gemeinsam Antworten finden, denn die Zeit ist knapp.

Besonders gefordert: Andreas Hauri (Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartements)

5. Zufriedenstellen des Personals

Das Pflegepersonal fordert schon seit langem bessere Arbeitsbedingungen, die nationale Pflege-Initiative wird in diesem Sommer zur Abstimmung kommen. Mit der Corona-Zusatzbelastung, den damit verbundenen Applaus-Aktionen vom vergangenen Frühling und der nationalen Protestaktion des Personals im Herbst hat die Thematik die dringend nötige Aufmerksamkeit bekommen. Noch Anfang Herbst hat der zuständige Stadtrat Andreas Hauri im Interview mit Tsüri.ch gesagt, die Löhne seien in Ordnung. Nach einer Protestaktion kündigte er im November aber an, das Lohnsystem sofort zu überprüfen. Die Spitäler sind noch immer voll, das Gesundheitssystem am Limit und die Belastung auf das Personal ist riesig. Darauf muss die Stadt Zürich möglichst früh in diesem Jahr Antworten finden.

Besonders gefordert: Andreas Hauri (Vorsteher des Gesundheits- und Umweltdepartements)

6. Ausbau der Veloinfrastruktur

Während der Corona-Krise haben sich mehr Menschen als sonst mit dem Velo fortbewegt, dies zeigen die Mobilitätszahlen. Auch ohne diese Krise ist das Velo das urbane Verkehrsmittel der Zukunft. Es ist gesundheitsfördernd, platzsparend und klimafreundlich. 2020 konnte das Tiefbauamt das Velo-Personal massiv ausbauen, die Bevölkerung hat die Velorouten-Initiative deutlich angenommen und die Bewegung «Critical Mass» hat jeden Monat hunderte bis tausende Menschen auf die Strasse gelockt. In diesem Jahr kann es also so richtig losgehen mit dem Auf- und Ausbau der Veloinfrastruktur.

Besonders gefordert: Richard Wolff (Vorsteher des Tiefbauamts Zürich) und Karin Rykart (Vorsteherin Sicherheitsdepartement)


Was sind deiner Einschätzung nach die grössten Herausforderungen für Zürich? Sag es uns in den Kommentaren.

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