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Die Papi-Kolumne: Mein Göttibub ist auf die Welt gekommen!

Vater zu werden und zu sein, ist ein Abenteuer. Antoine Schnegg bezeichnet sich zwar nicht als Experten auf dem Gebiet, Vater ist er trotzdem geworden. In dieser Kolumne soll es aber weder um seine Rolle als Vater als auch um seinen Sohn L. gehen, sondern um A., sein Patenkind, welches am 11. Januar 2019 auf die Welt gekommen ist.
14. Januar 2019

Nun bist du da! Deine Eltern mussten neun Monate auf dich warten und ich, dein Götti, war auch schon völlig auf deine Ankunft gespannt. Während du noch gemütlich hinter dem Mond am Sändelen warst, waren wir die letzten Tage ziemlich aus dem Häuschen. Willkommen bei uns! Du wirst sehen, die Welt ist ein ziemlich cooler Ort.

Die Welt ist dein Spielplatz

Mein lieber A., eigentlich sollten deine Eltern am Abend des 10. Januars zu uns zum Znacht kommen, wir wollten den Geburtstag von meinem Sohn L. feiern. Aber du hast dich entschieden, dass du an deine eigene Party gehen möchtest und bist dann am frühen Morgen des 11. Januars auf die Welt gekommen. Du hast als erste Amtshandlung die Pläne deiner Eltern durchkreuzt. Ich habe dich zwar noch nicht gesehen, du warst mir aber dadurch gleich sehr sympathisch. Du wirst noch oft die Pläne deiner Eltern vereiteln, denn zum Leben gehört auch eine gehörige Portion Chaos und Zufall.

Bevor ich dich richtig kennenlerne, möchte ich mich mit ein paar Zeilen an dich wenden. Vorher sollen dich deine Tanten und Onkel erstmal abknutschen – die kenne ich übrigens auch, sind alles sehr witzige Menschen – und deine Eltern sollen sich Zeit nehmen, dich kennenzulernen. Ich freue mich jedoch schon sehr, dich besuchen zu kommen und dir die Welt zu zeigen. Sie liegt dir zu Füssen.

Was dich erwartet

Du warst die letzten Monate im Bauch deiner Mutter gut aufgehoben. Jetzt musst du plötzlich atmen, essen und in die Welt hinausglotzen. Für dich ist alles neu! Darum beneide ich dich. Die Welt ist ein bunter, schriller und lauter Ort. Aber die Welt ist vor allem ein Ort, der dir keine Grenzen setzt. Für dich ist in Zukunft alles möglich. Dass ich ein Teil dieser Welt sein und dich ein Stück weit in deine Zukunft begleiten darf, ist für mich eine grosse Ehre. Ich freue mich auf diese Verantwortung und bin deinen Eltern dankbar, dass sie mir das zutrauen.

Mein lieber A., du kommst zu einem spannenden Zeitpunkt zur Welt. Man sagt, die Welt stehe an der Schwelle zu einem neuen Zeitalter. Es entstehen neue Berufe und neue Strömungen in der Gesellschaft, die ich nicht mehr verstehen werde. Ich werde dir nur kurze Zeit die Welt erklären können. Ich werde dann zu dir hinaufblicken, denn schon bald wirst du von so Nervensägen wie mir umgeben sein, die überfordert sind und Angst vor der Zukunft haben. Doch die Zukunft bist du. Hoffentlich nimmst du mich an die Hand und hast Geduld mit mir.

Wer sind eigentlich all die komischen Leute?

Das Erste, was dir vor die Augen gekommen ist, sind deine lieben Eltern. Deine Eltern empfinden für dich unendlich viel Liebe und werden immer für dich da sein. Du hast jedenfalls in der Elternlotterie Glück gehabt und wirst viel Schönes mit ihnen erleben. Ein Riesenvorteil, der deine Eltern haben, ist, dass sie tolle Freunde haben.

Da gibt es zunächst meinen Co-Götti Toby. Wir machen das im Job-Sharing, du kriegst dafür auch mehr Geschenke zu Weihnachten. Er ist zusammen mit deinem Papa Co-Götti von L. und ziemlich abgefahren. Du wirst nur die Hälfte der Geschichten glauben, die dir dein Papa über uns erzählen wird. Und das ist für unseren Ruf auch besser so.

Dann sind da all die witzigen Tanten und Onkel (am Anfang sind wir übrigens alle deine Tanten und Onkel), die ganz gespannt sind, dich kennenzulernen. Und dann gibt es noch L., meinen Sohn. L. ist zwei Jahre und einen Tag älter als du. Das ist insofern praktisch, als dass er irgendwann für dich Bier kaufen gehen kann, wenn du noch nicht darfst. Aber das müssen wir nicht wissen, zumindest deine Eltern nicht. In der Zwischenzeit freue ich mich auf gemeinsame Ausfahrten mit dir und L. im Cargobike.

Mein lieber A., ich kenne dich noch nicht, aber ich habe dich schon ganz fest in mein Herz geschlossen. Deine Ankunft im Leben deiner Eltern und auch in meinem Leben ist ein wunderbarer Auftakt für das neue Jahr. Ich wünsche dir sehr viel Freude auf all deinen Wegen. Ich wünsche dir, dass dich deine Eltern immer bedingungslos lieben und lieben lehren. Ich wünsche dir ein Leben voller Spass, Fantasie und Musik und hoffe, dass du immer mit staunenden Augen durch die Welt gehen wirst, egal ob du nun Regenbogen bewunderst oder Regenwürmer in die Hosentasche steckst.

Titelbild: Alex Hockett

Antoine Schnegg
Antoine Schnegg ist 34 Jahre alt und arbeitet als Bürogummi in Zürich. Mit seiner Partnerin und seinem Sohn, der 2017 auf die Welt kam, wohnt er in Wipkingen. Beide Elternteile arbeiten 80-Stellenprozent. Für Tsüri.ch berichtet er als freier Kolumnist aus seinem Leben als Familienvater.

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