Die grössten Stromfresser in deinem Alltag und 6 Energiespartipps (+ 1 Bonus)

Ohne Strom könnten wir Städter*innen kaum mehr leben: Handy, Laptop, Heizung, Waschmaschine, Tram, Bus… Alles braucht Strom! Wie du den Strom nachhaltig nutzen kannst, erfährst du hier.
24. Juni 2019

Seit dem Jahr 2005 ist der Stromverbrauch rückläufig, während der Anteil an erneuerbaren Energien im gleichen Zeitraum massiv gestiegen ist. Es wäre aber auf beiden Seiten noch mehr möglich! Darum zeigen wir dir hier die grössten Stromfresser in deinem Alltag und geben dir sechs Tipps, wie du deinen Energieverbrauch weiter senken kannst.

Der Stromverbrauch des schweizerischen Modellhaushalts H2 (4 1⁄2-Zimmer-Wohnung, vier Personen, elektrischer Kochherd, keine elektrische Erzeugung von Heizwärme und Warmwasser, jährlicher Stromverbrauch: 3500 kWh) sieht so aus:

Du siehst: Bei den elektronischen Geräten, beim Waschen und beim Kühlen gibt es im Modellhaushalt das grösste Sparpotenzial. Darum zeigen wir dir jetzt, wie du deinen Stromverbrauch ganz einfach senken kannst.

1. Beleuchtung

Herkömmliche Glühlampen erfüllen die gesetzliche Anforderungen nicht mehr, aber es

gibt für alle Modelle effiziente Alternativen. Falls du also noch alte Glühbirnen in deiner Wohnung hast, kannst du sie einfach durch neue (zum Beispiel LED-Leuchten) mit den Energie-Klassen A++, A+ und A ersetzen.

2. Elektronische Geräte

Zu dieser Stromverbraucher-Kategorie gehören Dinge wie Fernseher, Router fürs Internet, Radio, Musikanlage, Ladegeräte, Festnetztelefon (ja, das gibt es noch), Laptop und ähnliches. Das energetische Hauptproblem der Geräte für Büro- und Unterhaltungselektronik ist deren Energieverbrauch ausserhalb ihrer Nutzungszeit. Je nach Gerätetyp und Alter der Geräte können diese Standby- und Bereitschaftsverluste sehr unterschiedlich sein. Während Fernsehgeräte der Topklasse nur gerade 2% ihrer Energie im Standby verbrauchen, sind es bei SetTop-Boxen 70% des Stroms, der nutzlos verbraucht wird. Du kannst also viel Strom sparen, indem du 1) neue/moderne Geräte nutzt und 2) alle Geräte mit Schalter, Schaltuhr oder schaltbarer Steckerleiste bei Nichtgebrauch abschaltest.

3. Kochen und Spülen

Natürlich kannst du mit modernen Küchengeräten einiges an Strom sparen, viel wichtiger ist aber dein Koch- und Spülstil, wenn es um den Energieverbrauch geht. Verschiedene Mahlzeiten können auf ganz unterschiedliche Art und Weise zubereitet werden. Gart man beispielsweise 500 Gramm Kartoffeln in einer Isolierpfanne, so benötigt man dafür nur 0,1 kWh Strom. Dasselbe Menü im Steamer oder in einer offenen Billigpfanne zubereitet, benötigt viermal so viel Strom, im Backofen mit Steamer Funktion sogar siebenmal so viel.

Hättest du nicht gedacht? Ich auch nicht.

Um Energie zu sparen, kochst du also ab jetzt nur noch in guten Pfannen und mit Deckel drauf.

Beim Abwaschen stellt sich die Frage, ob von Hand oder mit der Maschine ökologischer ist. Good News: Die bequemere Variante braucht auch weniger Energie: Alles ab in die Maschine!

4. Kühlschrank

Prosecco muss kalt sein, sonst schmeckt er nicht. Milch muss gekühlt sein, sonst geht sie kaputt. Wie das mit einem möglichst geringen Stromverbrauch geht, ist relativ einfach: Kälter ist nicht unbedingt besser; 6° Celsius reichen locker aus. Zudem: Türe zu, wann immer möglich. Was natürlich auch hilft, ist ein neueres Gerät mit den Labels A++, A+ oder A .

5. Waschen und Trocknen

Hier geht es ähnlich zu uns her wie beim Kühlschrank, nur umgekehrt: Je wärmer ist nicht desto besser. Mit modernen Waschmitteln genügen 30 Grad Waschtemperatur in vielen Fällen für eine gute Waschwirkung, zudem wird das Gewebe geschont. Gegenüber der 40-Grad-Wäsche sinkt der Stromverbrauch bei 30 Grad um 20%, gegenüber einer 60-Grad-Wäsche um 40% und gegenüber einer 90-Grad-Wäsche um 60%. Wenn man zusätzlich eine hohe Schleuderzahl wählt, wird die Wäsche besser vorgetrocknet und es braucht weniger Energie und Zeit zum anschliessenden Trocknen.

Und: Alte Maschinen verbrauchen sehr viel mehr Energie, als die neuen mit einer hohen Klassierung.

6. Wasserverbrauch

Das Schweizer Trinkwasser besteht aus 40% Grundwasser, 40% Quellwasser und 20% See- und Flusswasser. Im Jahr 2011 wurden hierzulande knapp eine Milliarde Kubikmeter Wasser gefördert; dies entspricht ungefähr dem Volumen des Bielersees. Etwa die Hälfte dieser Wassermenge verbrauchen die Haushalte. Eine erwachsene Person verbraucht in ihrem Haushalt im Durchschnitt 160 Liter Wasser pro Tag. Mit 30% macht die Toilettenspülung den Löwenanteil am Wasserverbrauch aus, gefolgt von Duschen und Baden mit 20%, Waschmaschine (18%), Küche (15%), Körperpflege (13%) und Geschirrspüler (nur 2%). Ein WC-Spülkasten hat einen Inhalt von 6 bis 9 Litern; bei vier bis acht Spülungen pro Tag werden so jährlich im Schnitt 18 000 Liter Wasser pro Person in die Kanalisation geführt.

Um Wasser und damit Energie zu sparen, kannst du also entweder weniger baden oder weniger aufs Klo gehen. Viel einfacher und komfortabler ist es, wenn du stattdessen deine Duschbrause und die Wasserhähnen durch Sparmodelle ersetzen: So verbrauchst du bis zu 50% weniger Wasser! (Allerdings rät die Wasserversorgung davon ab, da sich hier Keime absetzen.)

Gratis-Tipp: Ökostrom

Was, wenn du alles schon mega gut machst? Was, wenn du deine alten Geräte nicht einfach durch neue ersetzen willst, weil sie noch super im Schuss sind? Auch dann gibt es eine Möglichkeit, wie du die Umwelt schonen kannst: Ökostrom.

Erneuerbarer Strom wird zu 100% aus regenerativen Energiequellen wie Sonne, Wind, Biomasse oder Wasser gewonnen. Damit grenzt sich erneuerbarer Strom gegenüber Elektrizität aus Atom-, Gas- oder Kohlekraftwerken ab.

Bewohner*innen von Miet- oder Eigentumswohnungen, die keine eigenen Solaranlagen aufs Dach montieren können, müssen nicht auf Ökostrom verzichten. Die meisten Energieversorger bieten ihren Kunden Ökostrom in unterschiedlicher Zusammensetzung an. Wer zum Beispiel seinen Strombedarf (oder einen Teil davon) nur mit Solarenergie decken möchte, bezahlt dem Elektrizitätswerk dafür 40 bis 50 Rappen mehr pro Kilowattstunde.

Durch all diese Tipps kannst du also a) weniger Ressourcen verbrauchen (Suffizienz), b) die Energie effizienter nutzen und c) auf die Nutzung von erneuerbaren Energien setzen (Konsistenz).

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