Die 15 besten Kifferplätze in Züri

NZZ Bellevue hat zu dieser Liste geschrieben: «Auch das hat im weltoffenen Zürich seinen Platz». Sehen wir auch so, ingesamt 15, um genau zu sein. Auch sehr geeignet für Nicht-Konsument*innen.
20. April 2017

Wer Zürich allenorts für laut und hektisch hält, hat sich nicht wirklich mit der Materie befasst. Diese Liste soll zeigen, wie beschaulich und ruhig Zürich an den richtigen Plätzchen sein kann. Es muss ja nicht immer der Letten oder die Chinawiese sein. NZZ Bellevue hat zu dieser Liste übrigens geschrieben: «Auch das hat im weltoffenen Zürich seinen Platz» – recht haben sie. Eins vorweg: Für die Realkeeper*innen mag es ein harter Schlag sein, aber der Autor der Liste hat selbst seit Jahren nicht mehr gekifft – und auch das höchstens semiprofessionell. Aber eben: Diese Orte sind auch am besten geeignet für ein Date, einen Moment der Ruhe, ein paar Bier unter Freund*innen – oder halt eben –um eins zu kiffen. Die Kiffer,*innen, welche uns nun vorwerfen, die ganzen schönen Plätzchen der Masse preizugeben, haben Kiffer*innen-Regel Nummer eins ignoriert: Sharing is caring. #paffpfaffandpass #passthedutchieonthelefthandside

1. Alter botanischer Garten

Bis zum Umzug 1976 (an die Zollikerstrasse) war dieser Park der botanische Garten der Universität Zürich. Heute ist es eine der letzten ruhigen Oasen in der Innenstadt. Der Park besticht durch gratis Liegestühle, eine Fülle an Blumen und Pflanzen und eine idyllische Aussicht auf den Schanzengraben. Was es nicht hat: viele Leute. Insbesondere nach Schliessung (März bis September 7.00-19.00 Uhr und Oktober bis Februar 8.00-18.00 Uhr) hat man den Park praktisch für sich alleine. –Aber Vorsicht: Unter der Woche dreht manchmal ein Nachtwächter seine Runden!

So zu erreichen: Mit den Tramlinien 2 und 9 bis zur Station «Sihlstrasse» oder mit der Tramlinie 8 bis zur Station «Bahnhof Selnau» fahren.

2. Allmend Brunau

Für die einen Geheimtipp, für die anderen ein altbekannter Erholungsraum: Die Allmend Brunau ist in den letzten Jahren zusehends bekannter geworden, hat es doch Grillplätze, einen Bikepark, eine Freestyleanlage, einen kleinen, verschrobenen Kiosk und einen gross angelegten Park, in welchem offiziell keine Hunde erlaubt sind: Im Sinne eines gutschweizerischen Kompromisses haben hier alle ihren Teil des Platzes bekommen. Und er ist so weitläufig, dass jeder hier seine Ruhe findet.

So zu erreichen: Mit den Tramlinien 5, 13 und 17 oder mit den Buslinien 89, 200, 444 bis zur Station «Saalsporthalle» fahren oder mit der S-Bahn S4 bis zur gleichnamigen SZU-Haltestelle.

3. Rietbergpark

Seit 1952 ist der Rietbergpark für jeden öffentlich zugänglich und beheimatet neben dem einzigen aussereuropäischen Kunstmuseum der Schweiz, einen ziemlich grossen Erholungsraum, welcher heute kaum noch genutzt wird. So finden sich auf dem hügeligen Gelände einige Nischenplätze, an welchen man in Ruhe für sich sein kann.

So zu erreichen: Von der einen Seite mit den Buslinien 66 und 72 bis «Hügelstrasse» fahren und dann hochspazieren. Auf der anderen Seite mit den Tramlinien 7 und 8 bis zur Station «Museum Rietberg» fahren und dann hochspazieren.

4. Klopstockwiese

Der «Blick» titelte 2013, es handle sich bei dieser Wiese nächtens um einen hochfrequentierten Outdoor-Sextreff für Homosexuelle. Sollte dies zutreffen, so wird es in der Nacht kein ruhiges, lauschiges Plätzchen sein, um die Seele baumeln zu lassen – tagsüber jedoch durchaus.

So zu erreichen: Mit den Tramlinien 5, 13 und 17 oder mit den Buslinien 66 und 72 bis zur Station «Waffenplatzstrasse» fahren.

5. Dunkelhölzliweg

Versteckt hinter dem Friedhof Manegg liegt der Dunkelhölzliweg, welcher direkt zur Allmend Brunau führt. Er besticht durch seine Aussicht auf den Uetlibergtunnel, einem Teilstück der Autobahnstrecke A3 und durch seine Ruhe –trotz gelegentlichem Autolärm.

So zu erreichen: Mit den Tramlinien 7 und 8 oder mit den Buslinien 66, 70 und 72 bis zur Station «Morgental» fahren, dann 2 bis 3 Minuten den Hügel hochspazieren.

6. Unten am Lindenhof

Der Lindenhof ist weithin bekannt, unter anderem als älteste Grünanlage Zürichs (seit 1422) und als archäologische Fundgrube. Weniger bekannt ist jedoch der Park unterhalb des Lindenhofs, welcher in den letzten Jahren immer weiter aufgewertet wurde. Dort hat man zwar keine Aussicht auf das Limmatquai wie auf dem Lindenhof selbst, jedoch laden ein paar schöne Parkbänke mit Blick auf die Regionalwache City zum Verweilen ein.

So zu erreichen: Mit den Tramlinien 6, 7, 11 und 13 bis zur Station «Rennweg» oder mit den Tramlinien 4 und 15 bis zur Station «Rudolf-Brun-Brücke » fahren.

7. Kirche Neumünster

Vor der Kirche Neumünster stehen im Schatten einiger Bäume Parkbänke, auf welchen man eine wunderschöne Aussicht auf den See und die Stadt hat. Hinter der Kirche befindet sich ein weitläufiger Park, welcher zum Entspannen einlädt. Es hat kaum Leute, ausser vielleicht ein paar Kiffer*innen, welche fragen, ob man von der Polizei sei, weil man ein Foto von den Parkbänken schiesst. Weiterhin zu empfehlen: In 200 Meter Luftlinie befindet sich gleich der neue botanische Garten, welcher weniger ein Geheimtipp ist, jedoch keines Fall weniger schön.

So zu erreichen: Mit der Tramlinie 11 oder mit den Buslinien 31, 33, 34 und 77 bis zur Station «Hegibachplatz» fahren und 2-3 Minuten Fussweg

8. Sonnenberg

Neben dem Restaurant Sonnenberg des Gourmetkochs Jacky Donatz befindet sich ein kleiner Park mit einem Spielplatz und einigen Sitzgelegenheiten. Es gibt wohl nicht viele Orte mit einer schöneren Aussicht auf Zürich: Im Vordergrund Rebberge und dahinter erstrecken sich Stadt und See in voller Pracht.

So zu erreichen: Mit den Tramlinien 3 und 15 oder mit den Buslinien 33, 34, 747, 753 und 786 bis zur Station «Klusplatz» fahren und 5-10 Minuten aufwärts spazieren.

9. Friedhof Sihlfeld

Ja, es ist ein Friedhof. Aber es ist wohl der schönste Friedhof der Stadt, welcher wohl zu keinem Zeitpunkt an Schauergeschichten und Horrorfilme erinnert. Im Gegenteil: Der Friedhof ist weitläufig, gepflegt und hält genügend Sitzgelegenheiten und gemütliche Wiesen bereit, um längere Zeit darin zu verweilen. Der Friedhof kommt bei 32 Google-Bewertungen immerhin auf 4.6 Sterne und welcher Friedhof kann das schon von sich behaupten (Stand: 09.08.2018). Wem das trotzdem zu morbide oder pietätlos ist (je nachdem was man vorhat), dem sei die Stadtgärtnerei (Nummer 10) gleich nebenan empfohlen.

So zu erreichen: Mit der Tramlinie 3 oder mit den Buslinien 33 und 72 bis zur Station «Krematorium Sihlfeld» fahren.

10. Stadtgärtnerei Zürich

Die Stadtgärtnerei Zürich umfasst neben drei Schauhäusern (sehr zu empfehlen! Sogar mit Schildkröten und mittlerweile leider ohne Riesentukan, RIP Bosi!) einen Park mit einem «dünenähnlichen Sandgarten» und einer «lauschigen Pergola». Die Stadtgärtnerei Zürich ist ein wirklicher Insider-Tipp und perfekt, um einen ruhigen und beschaulichen Nachmittag inmitten der Stadt zu verbringen.

So zu erreichen: Mit der Tramlinie 3 oder mit den Buslinien 33, 72 und 89 bis zur Station «Hubertus» fahren.

11. Waid

Die Waid befindet sich oberhalb des Bucheggplatzes und beherbergt einige schöne Plätzchen, welche einen Panoramablick auf Stadt und See bieten. Im Wald dahinter befinden sich zudem einige Grillstellen und gemütliche Plätze im Schatten. Auch im Sommer, wenn dort Hochkonjunktur herrscht, verteilen sich die Menschenmengen gut auf die vielen Plätze und die Waid bleibt gemütlich.

So zu erreichen: Mit den Tramlinien 11 und 15 oder mit den Buslinien 32, 40, 69, 71 und 72 bis zur Station «Bucheggplatz» fahren und 5-10 Minuten Fussweg.

12. Kirche Wipkingen

Wer den Aufstieg zur Waid scheut, aber nicht ganz auf die Aussicht auf Stadt und See verzichten will, dem sei die Kirche Wipkingen empfohlen. Die Kirche selbst und alle Bänke, Abfallbehälter und Mauern rundherum sind zwar mit hässlichen Graffiti vollgesprayt. Dafür ist der Platz vor der Kirche ein beschaulicher, ruhiger Ort mit wunderschöner Aussicht.

So zu erreichen: Mit den Tramlinien 11 und 15 oder mit den Buslinien 32, 40, 69, 71 und 72 bis zur Station «Bucheggplatz» fahren und 5-10 Minuten Fussweg.

13. Landenbergpark

Der mittlerweile durch das Landenbergfest stadtbekannte, gleichnamige Park besticht durch seine schattigen und ruhigen Nischen und der Nähe zum unteren Letten. An 363 Tagen ist es dort auch wirklich ruhig. Zudem befindet sich in einem Bunker unter dem Park das einzige Zivilschutzmuseum der Schweiz (ein Besuch lohnt sich!).

So zu erreichen: Mit Buslinien 33, 34 und 46 bis zur Station «Bahnhof Wipkingen» fahren oder mit der S24 zur S-Bahn-Station «Bahnhof Wipkingen» und 2-3 Minuten Fussweg.

14. Beckenhof

Ein paar Parkbänke versteckt hinter dichten Gebüschen und grossen Bäumen: So stellt man sich den klassischen Kifferplatz vor. Hier haben sich wohl schon frühere Generationen zu konspirativen Sitzungen mit Gras und Bier getroffen. Daneben hat es eine weitläufige Wiese und kaum Leute: Ein richtiger Quartierpark, wie wir ihn mögen.

So zu erreichen: Mit den Tramlinien 11 und 14 bis zur Station «Beckenhof» fahren.

15. MFO-Park

Böse Zungen würden behaupten, Oerlikon gehöre doch nicht wirklich zu Zürich. Aber gerade der preisgekrönte MFO-Park (unter anderem der Europäische Gartenpreis 2010) zeigt, wie sehr sich Oerlikon in den letzten Jahren zum Besseren verändert hat. Im Park mit dem komischen Namen (MFO steht für «Maschinenfabrik Oerlikon») steht ein riesiges Stahlgerüst mit Plattformen und zahlreichen Sitzgelegenheiten. Die Stadt Zürich schreibt dazu: «Die doppelwandige verzinkte Stahlkonstruktion mit Rankenhilfen aus Stahlseilen wird von verschiedenartigen üppig wachsenden und duftenden Kletterpflanzen eingehüllt.» Über Mittag ein wenig überlaufen, ist der Park gegen den Abend ein gemütlicher Ort, um zu verweilen. Freitag und Samstags werden die obersten Etagen mittlerweile zwischen 22 und 06 Uhr geschlossen – Lärmklagen ahoi!

So zu erreichen: Mit der Tramlinie 11 oder den Buslinien 61, 62, 63, 94, 768 und 781 bis zur Station «Bahnhof Oerlikon» fahren. Oder eine der zahlreichen S-Bahnen dorthin nehmen. Der Bahnhof Oerlikon ist immerhin der achtgrösste Bahnhof der Schweiz.

Bilder: Marco Büsch

Veröffentlicht: 15. Juli 2015 | Update: 9. August 2018


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