«Die 10 schnellsten Wege, in Zürich zu Alkohol zu kommen»

Die Juso Stadt Zürich hat unser Crowdfunding mit einem Facebook-Post unterstützt, uns dabei aber in einem Nebensatz vorgeworfen, tsüri.ch würde (zu) oft in den seichten Journalismus abrutschen. Zum Beispiel mit Themen wie «Die 10 schnellsten Wege, um in Zürich an Alkohol zu kommen». Diesen Artikel gibt es aber so noch gar nicht, deshalb liefern wir jetzt nach. Quasi als Dankeschön für die Unterstützung, merci vielmal!
06. November 2017

Liebe Juso Stadt Zürich, zuerst einmal: Vielen herzlichen Dank, dass ihr uns öffentlich unterstützt! Da tut es unserer Beziehung auch keine Abbruch, wenn ihr uns den leichten Vorwurf macht, manchmal allzu seicht zu berichten. Wir mögen ja auch nicht alles, was ihr macht. Aber wir glauben, eine gesunde Beziehung muss das aushalten können. Wir hoffen deshalb, ihr seht es uns nicht nach, wenn wir euer Beispiel für zu seichten Journalismus unsererseits («Die 10 schnellsten Wege, in Zürich zu Alkohol zu kommen») aufgreifen und in einem Artikel umsetzen – denn das haben wir bis dato tatsächlich noch nicht gemacht. Es ist unsere – zugegeben – ein wenig verkorkste Art, uns für eure Unterstützung zu bedanken!

1. 24-Stunden Shops:

Seien es die 24-Stunden-Shops an der Langstrasse oder die Tankstelle beim Bahnhof Wiedikon: Hier fliesst der Alkohol rund um die Uhr schnell und unverbindlich! Oder wie es das 25-Hours-Hotel in ihrer Broschüre beschreibt: «Nicht nur für die notwendigsten Kleinigkeiten, sondern immer ein spannendes Erlebnis bietet der kleine Quartierladen, welcher nur eine Minute zu Fuss vom Hotel entfernt ist».

2. Apéro riche

Einfach mal den Veranstaltungskalender der Uni Zürich durchkämmen auf der Suche nach öffentlichen Veranstaltungen mit Apéro riche. Den Worten der Intelligenzia lauschen und danach schön gepflegt gratis einen hinter die Binde kippen.

3. Vernissagen

Zuerst hingehen und lachen, weil es endlich wieder einmal gratis Alkohol und Häppchen gibt. Und dann betrunken das Konto leeren und eine Collage aus Katzenbildern für 10’000 Franken mit nach Hause nehmen.

4. Duty Free:

Einen Billigflug nehmen und dann auf dem Rückweg sich schön im Duty-Free zudecken mit Spirituosen aller Art. Nein Spass, das würden wir nie machen: Auch wir wissen vom ökologischen Fussabdruck.

5. Tsüriparty I:

Als Tsüri-Member gratis an die Party und sich in sympathischer Gesellschaft günstig und gemässigt Bier nach Bier reindrücken: Wir können das nur empfehlen.

6. Tsüriparty II:

Sammle zurückgebrachte Gläser an der Bar und schütte das Chodderwasser in ein neues Glas. Nach zehn Gläsern hast du ein neues Bier, prost!

7. Juso-Parteitag

Nicht umsonst benutzen die Engländer für die Wörter «Feier» und «Partei» dasselbe Wort: Als Neumitglied zuerst an den Neumitgliederapéro, dann Unmengen an Traktanden abarbeiten, am Ende die «Internationale» singen und dann wieder Apéro und Essen. Man verzeihe den Kalauer, aber was bedarf es mehr, als bei Brot und Wein, ein wenig rot zu sein.

8. Pub Crawl

Wer es schnell und dreckig mag: Es gibt auch in Zürich Pub Crawls. Für 20 Stutz an die Langstrassen- oder Niederdorf-Tour: Ein Traum!

9. Bierdusche

Auf dem Pub Crawl triffst du den letzten echten Stadtzürcher und nennst ihn einen Züricher: Bierdusche!

10. Bestelle den Alk online

Als digital native bestellst du dir den Alkohol einfach online, zu jeder Uhrzeit. Ladenöffnungszeiten sind dir ein Fremdwort, du willst es jetzt, jetzt um vier Uhr morgens. Und zwar an dein Bett geliefert. Wir würden dir jetzt gerne sagen, wo man Alkohol auf diese Weise bestellen kann, aber das hier ist kein Native Ad, also sorry.

Titelbild: pixabay.com (Das Foto war so doof, das mussten wir einfach nehmen!)

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