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Blick vom Käferberg auf die Stadt. Bild: www.powernewz.ch

Der Zürcher Wald: Erholungs-, Lebensraum und Energiequelle

Die Zürcher Stadtfläche besteht aus einem Viertel Wald. Für die Menschen ein wichtiger Erholungsraum. Für Tiere Lebensraum. Und für alle Zürcher:innen eine nachhaltige Energiequelle.
08. Juli 2021

In den letzten Wochen war es oft sehr heiss. Um sich abzukühlen, zieht es im Sommer immer mehr Menschen in den Wald. Dieser macht übrigens ein Viertel der Zürcher Stadtfläche aus und zählt mehr als 230 Kilometer Fuss- und Wanderwege. Für die Menschen dieser Stadt ist er ein wichtiger Erholungs- und Erlebnisraum. Für viele Tiere und Pflanzen ein wichtiger Lebensraum. Zudem erfüllt der Wald wichtige Schutzfunktionen. So muss dank der Filterwirkung des Waldbodens das Zürcher Trinkwasser zum Beispiel nicht weiter aufbereitet werden. Aber das ist noch nicht alles!

Der Wald als Energiequelle

Der Wald ist auch ein wichtiger Rohstoffproduzent. Auf dem Gemeindegebiet der Stadt wächst pro Jahr so viel Holz, dass damit ganze sechs Turnhallen gefüllt werden könnte. Daraus werden über 20 verschiedene Holzprodukte hergestellt. Diese reichen von USB-Sticks aus 100 Prozent Uetliberger Eibe über Rund- bis Energieholz. Der Verkauf von Holz aus Zürcher Wäldern ist übrigens die Haupteinnahmequelle der Waldbesitzenden. Trotzdem wird hier darauf geachtet, dass der Wald nachhaltig und verantwortungsvoll bewirtschaftet wird. So darf zum Beispiel nur so viel Holz geerntet werden, wie auch nachwächst.

Erntezeit Winter

Wenn du nur im Sommer im Wald unterwegs bist, wird dir wohl noch nie aufgefallen sein, dass Bäume gefällt werden. Denn die Zeit der «Holzernte» ist in den Herbst- und Wintermonaten. Das Holz, das in dieser Zeit aus dem Wald geholt wird, kommt vollumfänglich wieder auf städtischem Gebiet zum Einsatz. So bleibt die Energie, die daraus gewonnen wird, in Zürich. Das Holz aus dem Zürcher Wald wird dabei ganz verschieden verwendet. So wird Holz vom Käferberg zum Beispiel für lokale Wärmeverbunde in der Nähe des Waldes genutzt. ewz versorgt so beispielsweise wichtige Gebäude in unmittelbarer Nähe des Waldes mit dem lokalen, nachhaltig geerntetem Holz. Obwohl heute mit Holz aus Zürich geheizt wird, hat der Wald längst nicht mehr nur den Zweck als Energiereservoir. Heute ist er viel mehr.

Heizen mit Holz aus dem Zürcher Wald

Falls du in naher Zukunft wieder einmal im Wald unterwegs bist, fallen dir am Wegrand mit Bestimmtheit Holzhaufen auf. Wenn diese mit der Zahl 950 gezeichnet sind, bedeutet dies, dass es sich um Energieholz handelt, das hier während einem Jahr trocknet und später zu Holzschnitzel verarbeitet wird.

Patrik Rhyner, Förster des Stadtzürcher Waldreviers Nord vor gestapeltem Energieholz. Bild: www.powernewz.ch

Diese werden im Winter bis zu vier Mal pro Woche aus dem Stadtwald in ein riesiges unterirdisches Silo geleert, welches die Energie für die «Wärmezentrale Käferberg» liefert. So wird seit 2018 zum Beispiel das Stadtspital Waid, das Wärmebad Käferberg und die Suchtfachklinik mit umweltfreundlich erzeugter Energie versorgt. Damit können in Zürich fossile Energieträger ersetzt werden und das Material muss nicht über weite Distanzen transportiert werden. Zudem gilt Holz als CO2-neutral. Dies, weil die Bäume während ihrem Wachstum gleich viel CO2 binden, wie bei der Verrottung oder Verbrennung ihres Holzes wieder freigesetzt wird.

Grosse Holzfeuerungsanlagen lösen Kachelöfen ab

In Zukunft soll in Zürich vermehrt auf Cheminées, Kachelöfen und Holzheizungen als Wärmespender verzichtet werden. Denn es gibt bessere Lösungen, um mit Holz Energie zu generieren. Das ist zum Beispiel eine Holzfeuerungsanlage, wie sie ewz am Käferberg betreibt. Mit dieser gelangt kein Feinstaub in die Umwelt, da sie mit einem ausgeklügelten Filtersystem ausgestattet ist. Dadurch werden pro Jahr 6’600 Megawattstunden an fossilem Brennstoff gespart und es gelangen 1’300 Tonnen weniger CO2 in die Umwelt.

Die Holzfeuerungsanlage ist in einem Wärmeverbund zusammengeschlossen und ist im Stand gleich mehrere Gebäude mit Energie zu versorgen. Ein solcher Wärmeverbund macht aber erst Sinn, wenn mehrere grössere Energie-Bezügerinnen davon Gebrauch machen. Ansonsten wären die Investitionskosten zu hoch. Ob ein weiterer Wärmeverbund mit Energieholz geschaffen wird, steht noch in den Sternen. Eines ist aber klar: Im Stadtwald hätte es noch genügend Holz, um einen weiteren betreiben zu können

Einblick in die Holzfeuerungsanlage beim Käferberg. Bild: www.powernewz.ch

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