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Schwänzen fürs Klima – Schüler*innen-Demo gegen enttäuschende Klimapolitik

1'000 Schüler*innen haben am Freitagmorgen des 21. Dezember 2018 in Zürich den Unterricht geschwänzt. Sie fordern mit dem Klimastreik dazu auf, den Klimanotstand auszurufen.
21. Dezember 2018

Am Freitagmorgen, 21. Dezember 2018 haben Schüler*innen und Studierende in Basel, Bern, Zürich und St. Gallen Klimastreiks organisiert. Damit fordern sie die jeweiligen Städte und Kantone dazu auf, nach dem Vorbild von London einen Klimanotstand auszurufen.

Dem Aufruf der 15-jährigen schwedischen Schülerin Greta Thunberg zum Klimastreik folgten letzten Freitag, am 14. Dezember Demonstrationen in verschiedenen Ländern, so auch in Zürich als erste Schweizer Stadt. Rund 300 Schüler*innen haben daran teilgenommen. Nun hat sich der Protest auf weitere Schweizer Städte ausgedehnt. In Basel, Bern, St.Gallen und Zürich haben so insgesamt 4'500 Leute am zweiten Klimastreik teilgenommen.

«Nachdem der Nationalrat das Schweizer CO2-Gesetz zuerst zur Unkenntlichkeit verwässert und dann versenkt hatte, wurde uns bewusst, dass die Politik nicht auf die Klimakrise reagiert», sagt der 17-jährige Schüler Jonathan Daum aus Zürich in einer Medienmitteilung der Organisator*innen. Darum wird jetzt gehandelt.

«Change is coming»

Beim Stadthaus in Zürich findet sich um 9 Uhr eine Gruppe von 1'000 Leuten ein, um den bewilligten Marsch aufzunehmen. Darunter sind vor allem Schüler*innen, Lernende und andere junge Leute. Sie skandieren Parolen wie: «What do you want? Climate Justice! When do you want it? Now!» und «Wem sini Zuekunft? Eusi Zuekunft!». Auf einem Transparent steht: «Change is Coming».

Der Klimastreik in der Schweiz ist eine Jugendbewegung, die sich dezentral organisiert und weder an eine politische Partei noch an eine Organisation gebunden ist. Die Teilnehmer*innen haben sich innerhalb weniger Tage über die sozialen Medien formiert.

Marie-Claire Graf vom Zürcher Organisationsteam erklärt auf Anfrage, dass viele junge Menschen die Entwicklungen in der Klimapolitik nicht mehr hinnehmen wollen. «Warum gehen wir überhaupt zur Schule, wenn unsere Zukunft mit Füssen getreten wird?», fragt Graf lakonisch.

Der Demozug auf der Walchebrücke.

«Wir lassen uns nicht mehr länger verarschen», sagt Demo-Teilnehmer Dario Vareni in seiner Ansprache. «Wir sind mehr als je zuvor, wir sind lauter als je zuvor. Wir möchten auch in Zukunft noch Weihnachten mit Schnee erleben. Wir fordern ein Recht auf Zukunft und niemand ist zu jung, um dafür zu kämpfen».

Die Demo dauerte zwei Stunden und endete beim Rathaus, wo die Schlusskundgebung stattfand. «Danach sind wir wieder in die Schule gegangen», sagt Marie-Claire und lacht.

«Das ist erst der Anfang»
An der Demo hat auch der 26-jährige Manuel Holzer teilgenommen, der über Facebook darauf aufmerksam wurde: «Dieses Thema betrifft ja nicht nur Kantischüler*innen», meint er.

Laut Mitteilung wird das weitere Vorgehen an einem nationalen Treffen in Bern am 30. Dezember geplant. «Das Jahr 2019 werden wir zum Klimajahr und die kantonalen und eidgenössischen Wahlen zu einer Klimawahl mit vielen weiteren Aktionen und Streiks machen», kündigen die Organisator*innen an. Diese Streiks seien erst der Anfang.

Mitarbeit: Elio Donauer
Fotos und Video: Manuel Holzer

Redaktorin

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