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Von Rahel Bains

Redaktionsleiterin

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31. Dezember 2022 um 16:50

Schlange stehen vor der Sauna im Seebad Enge

Nachdem uns Covid einige Monate unseres Lebens geraubt hatte, konnte das Jahr 2022 so einige Trends aus dem Hut zaubern. Zusammen mit unserer Redaktionsleiterin Rahel Bains standen in den vergangenen zwölf Monaten besonders viele Menschen vor der Sauna im Seebad Enge Schlange. Doch weshalb?

Damit warst du im Jahr 2022 cool. (Foto: Collage Tsüri.ch)

Regelmässig stehen Zürcher:innen vor der Sauna im Seebad Enge Schlange. Ja, richtig gehört: Man muss dort während der abendlichen Rush-Hour um circa 20 Uhr tatsächlich oft anstehen. Mittlerweile kann man «Besuchszeiten ohne Warten» gar mit einem Programm namens Saunaguru planen. Ist diese grosse Nachfrage also ein Trend? Oder einfach ein Resultat des Nachholbedarfs aufgrund der coronabedingten Zwangspause? Fragt man Google, heisst es, dass wir in Europa ja schon ein wenig «saunaverrückt» seien. Unser Nachbarland Deutschland sei mit rund 30,6 Millionen Saunaanhänger:innen sogar Weltmeister. 

Ich gehe erst saunieren, seit ich in die Ära meiner 30er eingetreten bin. Also seit drei Jahren. Als mich eine Freundin zum ersten Mal ins winterliche Seebad mitgenommen hat, war ich überrascht: Der Altersdurchschnitt der Saunagäst:innen war viel tiefer als gedacht. Da waren vor allem Menschen in meinem Alter. Menschen, die sich beim Begrüssen erzählen, dass sie soeben vom Yoga her geradelt sind. Menschen, die ich sonst nur im Ausgang antreffe. Menschen, die meine Nachbar:innen sind, hoppla.

Meistens gehe ich mit einer Gruppe Freundinnen saunieren. Dann heisst es: Zuerst schwitzen, danach kurz auf die Zähne beissen, den Körper in den kalten See tunken, und sich dann auf den Liegen ausruhen und ein Buch oder die «Gala» lesen. Dann wieder von vorne, bis wir genug haben und uns im gemütlichen Beizli bei einer Linsensuppe nach den schweigsamen Stunden endlich ein wenig unterhalten können. Eine willkommene Alternative zum klassischen Besuch in der Quartierbar.

Vielleicht ist das Saunieren auch einfach ein subjektiver Trend, ein altersbedingter Trend für Menschen um die 30. Weil «Work-Life-Balance», «Selfcare» und so. Auf Anfrage bestätigt eine Mitarbeiterin der Sauna im Seebad Enge jedoch, dass die Nachfrage tatsächlich massiv gestiegen sei, vor allem nach Corona. Das Alter der Gäst:innen sei jedoch durchmischt. Mehr könne sie nicht erzählen, sagt sie zum Schluss. Sie müsse los – weil schon wieder viele Gäst:innen warten würden.

Das Szeni-Starterpack 2022

Trends kommen und gehen. So kamen auch im Jahr 2022 so einige modische und gesellschaftliche Neuheiten dazu, andere wurden wiederbelebt. In unserem Rückblick schauen wir auf ein Jahr voller fetzigen Frisuren, lässigen Tretern und neuen Hobbys zurück, die unsere Bubble in den letzten 12 Monaten bewegt haben. Zusammen kam ein Starterpack, mit dem du in Zürich alles warst, aber bestimmt nicht auffällig.

1. «Vorne Business, hinten Party» – der Vokuhila ist die beste Frisur aller Zeiten

2. App «BeReal»: Von wegen authentisch

3. Balaclavas – die politische Häkelware

4. Der Siegeszug der Joggingschuhe

5. Die Swarovski-Steine auf den Zähnen sind zurück

6. Schlange stehen vor der Sauna im Seebad Enge