Das ist letzte Woche in Zürich passiert: Kampf für das Nachtleben + Hakenkreuze für die SBB + Ende der Wohnungsnot?

26. Februar 2016

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1. «Das Zürcher Nachtleben ist überreguliert»

Dies schreibt die 20 Minuten: Alle wichtigen Jungparteien der Stadt haben sich zusammengeschlossen, um gegen die Regulierungswut im Zürcher Nachtleben zu kämpfen. Mit einer Petition wollen sie verhindern, dass den lärmempfindlichen Anwohnern immer mehr Rechte gegeben und den Bar- und Clubbetreibern entzogen werden.

Nur die Juso macht nicht mit. Warum? Weil sich der Verein «Pro Nachtleben Zürich», präsidiert von der Jung-FDP, nicht von einer Konsumpflicht verabschieden wollte. Es wäre wichtig, dass genau solche Stimmen auch im Verein vertreten wären. Denn für junge Menschen sind die hohen Getränke- und Eintrittspreise oft eine schmerzhafte Hürde, um am Nachtleben teilnehmen zu können.





 

2. Ein Hakenkreuz für die SBB



Die SBB hat keine gute Woche hinter sich. Das Plakat mit dem Hakenkreuz gegen die DSI sorgte für mächtig Wirbel und verletze die Gefühle der Pendler, so die SBB, worauf sie das Sujet kurzerhand entfernte. Dies wiederum löste einen beträchtlichen Shitstorm aus. «Doppelmoral!», schimpfen unzählige Facebook- und Twitter-User: Die SVP darf den HB mit ihren fremdenfeindlichen und pietätlosen Plakaten zupflastern, deren Gegner jedoch nicht. Seither sitzt die Medienstelle der SBB beharrlich auf dem Mund. Anfragen, ob die Bahn das Sujet wegen Drohungen oder gar Anzeigen verschwinden liess, bleiben unbeantwortet: «Weitere Ausführungen machen wir derzeit nicht.»



3. Wird Kiffen wieder strafbar?

Es ist ein mühsames Hin und Her: Vor zwei Wochen haben wir an dieser Stelle noch geschrieben, dass Kiffen in Zürich bald legal sein könnte. Nun müssen wir leider das Gegenteil berichten.

Wie watson schreibt, wollen konservative Politiker, dass der Besitz von Cannabis wieder unter Strafe gestellt wird. Wer heute mit maximal 10 Gramm Gras erwischt wird, kriegt lediglich eine Busse von 100 Franken. Diese Regelung aus dem Jahr 2013 soll nun also wieder rückgängig gemacht werden, dies fordern Politikerinnen aus fast allen Parteien (die meisten kommen schon aus der rechten Ecke, es hat aber zum Beispiel auch Grüne, die mehr Repression gegen Kiffer verlangen).

Das einzige, was heute klar ist: Es tut sich was in der Kiffer-Frage. In welche Richtung es geht, ist zurzeit noch offen. Im März entscheidet das nationale Parlament. Wir bleiben dran.

4. Probleme mit Uber

Nicht alle haben Freude an Uber, der günstigen Alternative zu den teuren Züri-Taxis. Denn die tiefen Preise sind für die Fahrgäste zwar ein Segen, für die Fahrer hingegen oftmals ein grosses Problem. Wie ein Fahrer gegenüber 20 Minuten berichtet, müsse er viel mehr arbeiten, kriege dafür aber nicht wesentlich mehr Lohn.

Die Vorwürfe gegen Uber wiegen schwer: «Uber hat meine Existenz zerstört, sie haben mich ruiniert. Sie sind hinterhältige Betrüger und gehören verboten,» so der Fahrer gegenüber der Zeitung.

Ein Sprecher der Taxi Sektion Zürich doppelt nach: «Der Grosskonzern sorgt dafür, dass Fahrer erst in den Ruin getrieben und anschliessend zu Sozialfällen werden.»




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5. Es geht was: So viele neue Wohnungen wie seit 1953 nicht mehr 

Im vergangenen Jahr sind in Zürich 3210 neue Wohnungen entstanden – so viele wie seit über 60 Jahren nicht mehr, dies schreibt 20 Minuten. Die erfreuliche Nachricht folgt erst noch: Über ein Drittel, nämlich 1203, wurden von Genossenschaften gebaut. Damit kommt die Stadt Zürich dem Ziel von 33 Prozent günstigen Wohnungen, einen kleinen Schritt näher. Zudem wurde diese Woche bekannt, dass die Mietpreise in der Stadt erstmals seit Jahren wieder sinken würden. Ist das Ende der Wohnungsnot nah? Wir werden sehen.




 

Titelbild: Instagram/smiic_

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