Das ist letzte Woche in Zürich passiert: Zürcherinnen im Ausgang begrapscht +++ Drogen-Tests +++ Tag der Bildung +++ Skatende Mädchen

16. Januar 2016

1. Übergriffe im Ausgang und an Silvester

Nicht nur in Köln ist es an Silvester zu sexuellen Übergriffen auf Frauen gekommen. Auch in Zürich reichten zehn Frauen Anzeige ein, weil sie zum Jahreswechsel belästigt wurden, dies schreibt der Tagi.

Die WOZ betrachtet das Thema von einer anderen Seite und zeigt in diesem Artikel eindrücklich, dass Grapscher im Zürcher Nachtleben offenbar der Normalfall sind. Eine junge Frau berichtet, für sie bedeute der Ausgang immer auch Arbeit, weil sie sich vor übergriffigen Männern schützen müsse: «Ein reines Abtasten, immer von hinten, und knallhart zwischen die Beine.»

Interessant: Eine 43-jährige ehemalige Barfrau beobachtet eine Veränderung der Stimmung. Früher sei es im Nachtleben bunter, lockerer und menschlicher zugegangen. Heute herrsche eine Machokultur und die sexuellen Übergriffe hätten stark zugenommen.

Studierende der HTW Chur haben sich ebenfalls mit dem Thema sexuelle Belästigung im Alltag auseinander gesetzt. Dieser Film ist das Resultat: 

2. Stehen die Freifächer vor dem Aus?

Nach den Ereignissen der letzten Woche war es keine Überraschung, dass die unbewilligte Demo am Tag der Bildung friedlich verlief. Weder die Demonstrierenden, noch die Polizei konnte sich eine Eskalation erlauben. Nach einem Tag mit vielen Aktionen zogen am Mittwochabend hunderte Schüler, Lehrerinnen und Studierende durch die Innenstadt und protestierten gegen die geplanten Sparmassnahmen in der Bildung.

Schade, dass alle grossen Medien vor allem darüber berichteten, dass die Demo unbewilligt war und nicht tiefer auf die Forderungen der Menschen einging (jaja, wer im Glashaus sitzt...).

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Für die grösste Überraschung sorgte die CVP-Regierungsrätin Silvia Steiner. Sie fordert, dass in den Schulen die Freifächer abgeschafft werden und bezeichnet diese als «Ballast». Freifächer, es liegt schon im Namen, geben den Schülerinnen einen kleinen Freiraum in der sonst strikt durchorganisierten Bildungslandschaft. Es wäre ein Jammer, würden sie weggespart.




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3. Städtische Drogentests neu auch am Freitag

Die Stadt Zürich testet gratis deine Drogen: Ganz in der Nähe des Hauptbahnhofs können vernünftige Zürcherinnen und Zürcher neu auch am Freitag ihre Drogen testen lassen – bisher konnte dieses Angebot nur am Dienstag in Anspruch genommen werden. Wie die NZZ schreibt, habe die Nachfrage nach den Tests deutlich zugenommen, weshalb pro Woche neu 40 Portionen getestet werden können. Im Vergleich mit der konsumierten Menge dürfte dies noch immer eher wenig sein.

Das DIZ hat dienstags und freitags ab 17:30 Uhr für zwei Stunden geöffnet.

4. Warum immer mehr Mädchen skaten

Fast hätte man meinen können, die Skater hätten sich Ende der Nullerjahre aus der Jugendkultur verabschiedet. Doch weit gefehlt. Wie unsere Recherche zeigt, gibt es gerade bei jungen Frauen einen regelrechten Boom. Immer mehr Mädchen kaufen Skateboards und schliessen sich zu Gruppen zusammen.

Eine Kulturanthropologin erklärt das Phänomen so: Weil die Gleichberechtigung mit einer Versportlichung der Gesellschaft einhergehe, sei es nicht verwunderlich, dass immer mehr Frauen auf den Brettern durch die Stadt düsen.

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