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Das ist letzte Woche in Zürich passiert: Nächtliche Flüge, morgendliche Schüsse und der Coop muss weg vom HB

02. Januar 2016
Chefredaktor

1. Der Coop verschwindet von der Bahnhofsbrücke

Die Bewilligung für das Globus-Provisorium beim Hauptbahnhof wurde seit 55 Jahren immer wieder verlängert. Nun ist absehbar, dass sich der Coop ab 2020 einen neuen Standort suchen muss. Wie der Tagi berichtete, wurden die Verträge nicht verlängert, was mit dem Provisorium geschieht, ist noch unklar.

Möglich wäre, dass sich die Kreativwirtschaft den Ort unter die Nägel reisst. Erste Ideen und Plänen existieren bereits, wie wir im Sommer berichtet haben. Auch im Gemeinderat ist ein Vorstoss hängig, der eine öffentliche Nutzung des Gebäudes fordert.

2. Schiesserei in Zürich: War es Notwehr?

Vergangenen Sonntag kam es in Wiedikon zu einer Schiesserei, weil ein Mann Polizisten mit einem Messer angegriffen hat. Seither fragt sich die ganze Stadt: Warum wollte der Mann die Polizisten attackieren? Und warum schossen die Uniformierten 13 Mal auf den Angreifer? War es Notwehr, wie die Polizisten sagen, oder war die hohe Anzahl Schüsse unverhältnismässig?

Genau diese Fragen untersucht nun die zuständige Staatsanwaltschaft. Der Angeschossene liegt noch immer im Spital und erholt sich von seinen Verletzungen.

Übrigens: An einer Wand am Tatort prangt seit Kurzem dieser Tag: «13 Schüsse gegen ein Messer ist Polizeigewalt»

3. Psychotherapie mit LSD und Ecstasy 

Bis im Jahr 2009 behandelte die Zürcher Psychologin Meckel 97 Patientinnen mit Drogen. Die Therapien mit MDMA, LSDA und weiteren Substanzen hätten zu überragenden Ergebnissen geführt, wie der Tagi schreibt.

In letzter Zeit mehreren sich die Bestrebungen, den Gebrauch von Drogen im Rahmen von Psychotherapien zu legalisieren.

In diesem Youtube-Video spricht die Frau über ihre Arbeit.

4. In der Nacht sind Flugzeuge gelandet – AUF DEM FLUGHAFEN (!!!)

Situationen wie diese zeigen, wie gut es uns in Zürich geht: Weil ein Mitglied der Königsfamilie aus Katar ein Bein gebrochen hat, landeten drei Flugzeuge auf dem Zürcher Flughafen – während des Nachtflugverbots. Bei der ersten Maschine mache die Sonderbewilligung Sinn, darin sind sich alle einig. Denn es habe sich um einen medizinischen Notfall gehandelt. Die beiden weitere Flugzeuge hingegen hätten warten müssen, bis die Nachtsperre abgelaufen sei. Ein Skandal seien diese Ausnahmen, wetterten Politiker.




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Klar, wegen einem gebrochenen Bein mitten in der Nacht die ganze erweiterte Familie einzufliegen, ist wohl etwas übertrieben. Und ja, dass wegen einer katarischen Königsfamilie Tausende Schweizer um ihren Schlaf gebracht werden, ist auch nicht in Ordnung.

Aber eben: Situationen wie diese zeigen, wie gut es uns in Zürich geht.

In diesem Sinne: Auf ein gutes neues Jahr.




Titelbild: Screenshot/SRF

 

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