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Das ist letzte Woche in Zürich passiert: Gummischrot gegen Neunjährige & schlechtes Zeugnis für Velowege

04. Dezember 2015
Chefredaktor

1. Pfefferspray gegen Schüler 

Das war der Plan: Zürcher Schülerinnen organisierten eine friedliche Solidaritätskundgebung für all jene, die vor dem «IS» oder anderen Terroristen aus dem Nahen Osten in Richtung Europa vertrieben wurden.

Das war die Konsequenz: Die Stadtpolizei kesselte die Jugendlichen ein, setzte aus kürzester Distanz Gummischrot und Pfefferspray ein und verhaftete 17 Personen.

Was war passiert? Mit diesem Flyer riefen Schüler der Stadt Zürich dazu auf, am Donnerstag um 19 Uhr auf dem Stadelhoferplatz gegen die europäische Flüchtlingspolitik zu protestieren und ihre Solidarität mit den Vertriebenen zu zeigen.

Gemäss Angaben der Stadtpolizei wurden die 40-50 anwesenden Personen eingekesselt, als sie den Platz verlassen wollten – 17 von ihnen wurden verhaftet. Gleichzeitig formierte sich ein zweiter Demonstrationszug mit rund 80-100 Personen, die Veranstalterinnen sprechen von 250 bis 300 Teilnehmern. Wie die Polizei schreibt, wurde der Umzug «aus Gründen der Verhältnismässigkeit, zahlreiche Schaulustige, Passanten und Weihnachtsmarktbesuchende» toleriert.

Eine der Organisatorinnen äussert sich gegenüber Tsüri.ch kritisch zum Verhalten der Stadtpolizei. Die Uniformierten seien sehr aggressiv gewesen– selbst Neunjährige Demonstranten seien von Gummischrot und Pfefferspray nicht verschont worden.

Es sei schade, dass man seine Meinung nicht kundtun dürfe und Angst vor der Polizei haben müsse, so die junge Aktivistin.

2. Was ist mit der Unschuldsvermutung?

Jedes Kind weiss: Bevor ein Gericht die Schuld beweist, gelten die Verdächtigen als unschuldig. Dieser Grundsatz ist ein zentrales Element des Schweizer Rechtsstaates.

Mit der Veröffentlichung von unverpixelten Bilden von mutmasslichen Krawallbrüdern vom 1. Mai, setzen die Zürcher Justiz und Polizei die Unschuldsvermutung ausser Kraft und stellen die Verdächtigen an den öffentlichen Pranger.

https://www.facebook.com/metastarmeier/posts/936927349732963?

Wie Philipp Meier auf Facebook richtig schreibt, bleiben diese Bilder für immer im Netz, unabhängig davon, ob die porträtierten Männer wegen einer Straftat verurteilt werden oder nicht.




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3. Essen wegwerfen ist billiger

Wie der Tagi berichtet, erleidet der Zürcher Kampf gegen Food Waste einen Rückschlag: Die Biorampe und das Buffet Dreieck stellen den Betrieb ein – weil Essen wegwerfen billiger sei, als es weiter zu verwerten. Die Biorampe und das Buffet Dreieck verkaufen und verkochen Esswaren, die im normalen Verkauf nicht mehr angeboten werden können, aber noch geniessbar sind.

Weil die Lager der Biorampe noch übervoll seien, startet ab Montag ein Ausverkauf. Es lohnt sich.

4. Zürcher sind glücklich – aber nicht über die Velowege

97 Prozent der Zürcherinnen leben gerne oder sehr gerne in Zürich, dies ergab eine Zufriedenheitsanalyse, welche von der Stadt durchgeführt wurde. Die Menschen hier fühlen sich sicher und schätzen den öffentlichen Verkehr und das vielseitige kulturelle Angebot.

Weniger zufrieden sind die Zürcher mit dem Verkehr und dem Wohnungsmarkt. Oh was für eine Überraschung: Es gäbe zu wenige Wohnungen und die Mieten seien zu hoch. Überraschung Nummer 2: Die vielen Autos stören und die Velowege sind zu schlecht. Das haben wir in diesem Beitrag auch herausgefunden.

5. Nicht schon wieder! Vermuteter Suizid in Ausschaffungsgefängnis

Es ist nicht der erste tragische Fall: Am Montagmorgen wurde ein Häftling in seiner Zelle tot aufgefunden. Der 42-jährige Marokkaner befand sich am Flughafen Zürich in Ausschaffungshaft und hätte in Kürze in seine Heimat zurückgebracht werden sollen. Laut Mitteilung der Zürcher Justizdirektion deutet alles auf Suizid hin.

 

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