Das ist letzte Woche in Züri passiert: Autonome Schule, Prostitution, 20 Minuten, Geld für die Kultur

29. November 2015

1. Über 4000 Personen wollen die ASZ im StadtZentrum

Die Autonome Schule Zürich soll im Stadtzentrum bleiben, dies fordern 4115 Personen,, welche in den vergangenen Tagen die Petition «ASZ bleibt» unterschrieben haben. 50 Vertreterinnen der Schule, die unter anderem kostenlose Deutschkurse für Migranten anbietet, überreichten am Mittwoch die Petition an Stadtpräsidentin Corine Mauch. Seit gut zwei Wochen ist die ASZ in der Zwischennutzung am Sihlquai 125 zuhause, wobei unklar ist, wie lange die Schule dort bleiben kann. Aus der Medienmitteilung der ASZ: «Wir sind glücklich, dass wir mit so vielen Stimmen einen weiteren Schritt unternommen haben, um im Sihlquai 125 bleiben zu können!» Wir halten dich auf dem Laufenden.

2. Ach, 20 Minuten ...



Immer wieder das Gleiche: Bereits letzte Woche musste die 20 Minuten wegen Hetze gegen Muslime den Kopf hinhalten. Am Montag titelte die Pendlerzeitung: «Muslime sollen sich stärker integrieren.» Diese Forderung habe eine grosse und repräsentative Umfrage ergeben – durchgeführt von 20 Minuten.  Nein, 20 Minuten kann nichts dafür, dass ihre User bei der Umfrage angaben, Muslime sollen sich stärker integrieren. 20 Minuten ist aber für den Titel und die Aufmachung verantwortlich. Diese Schlagzeile wäre gemäss der Umfrage auch möglich gewesen: «Schweizer fordern: Jungen Ausländern muss eine Perspektive geboten werden!» 12244390_439036442952083_4613329703989687342_o Ablehnung erzeugt Ablehnung erzeigt Ablehnung und steigert die Auflage. Das Bild oben veröffentlichten wir am Montag auf Facebook. Innert weniger Stunden wurde es über 100 mal geteilt, mehr als 600 mal geliked und über 70'000 Personen angezeigt. Dies zeigt: Nicht nur wir haben genug von dieser medialen Hetze.

3. Wieder mehr Prostituierte an der Langstrasse



Die Überschrift täuscht: Es gibt nicht mehr Prostituierte an der Langstrasse, aber sie sind wieder besser sichtbar. Seit die Kontaktbar «Sonne» für immer hinter dem Horizont verschwand, werben die Frauen wieder häufiger auf der Strasse um ihre Kunden. Ob dies an sich ein Problem ist, sei dahingestellt. Lösungsansätze gibt es trotzdem schon einige.




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Wie im Tagi steht, setzt die Polizei auf Kontrollen: «Die Stadtpolizei hat nach der Schliessung der Sonne verstärkt im Quartier patrouilliert. Dadurch hätten Beamte etwas mehr Frauen wegen verbotener Prostitution verzeigt, sagt Marco Bisa, Mediensprecher der Stadtpolizei.» Aus der Politik kommen bessere Argumente: SP und AL fordern in unterschiedlichen Vorstössen, dass die Langstrasse eine legale Strassenstrichzone erhalte und eine Liberalisierung der Bewilligungspflicht für Einzelsalons.

Fun Fact am Rande der Geschichte: Wer die Liegenschaft der «Sonne» an der Ecke Langstrasse/Brauerstrasse übernimmt, ist noch unklar. Tatsache ist, dass sich zwei Fast-Food-Ketten darum bemühen. Wer macht das Quartier mehr kaputt: Ein paar Prostituierte oder ein Burger King?

4. Viel Geld für das Schauspielhaus, warme Luft für die Alternativkultur 



Die Bildunterschrift des Tagis bringt die Botschaft auf den Punkt: «An den etablierten Institutionen wird nicht gerüttelt.» Am Mittwoch diskutierte der Zürcher Gemeinderat über die Kulturförderung der nächsten vier Jahre. Dabei geht es um viel Geld. Das meiste davon fliesst in die grossen Kulturhäuser wie Kunsthaus, Schauspielhaus und Theater Neumarkt. In den nächsten vier Jahren wird zudem die Filmförderung massiv aufgestockt. Wie Kulturchef Peter Haerle im Interview mit Tsüri.ch erklärte, wolle die Stadt einerseits international mit der Spitze mithalten können und andererseits die freie Szene und die Offspaces angemessen fördern. Bisher findet vor allem ersteres statt.





Erfreulich ist, dass die linken Parteien die Zutrittshürden in die Kulturhäuser abbauen und so die Kunst und Kultur allen Menschen zugänglich machen wollen. Zum Beispiel könnten die Eintrittspreise abgeschafft werden – wie Tsüri.ch in diesem Beitrag forderte.

Titelbild: ASZ

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