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Das ist diese Woche in Züri passiert: Helvetiaplatz den Fussgängern +++ Migros hat kein Herz für Randständige

25. Dezember 2015
Chefredaktor

1. Helvetiaplatz dem Fussvolk

Über diese Pläne haben wir bereits im Herbst berichtet: Linke Politiker wollen zwischen dem Kanzleiareal und dem Helvetiaplatz eine Fussgängerzone einrichten, die AL wehrt sich dagegen, weil sie eine Yuppisierung des Quartiers befürchtet.

Nicht nur die AL wehrte sich gegen die neue Gemütlichkeit. Der Stadtrat erklärte, die Pläne seien wegen dem Tram und dem Verkehr nicht durchführbar. Nun folgte die Kehrtwende: Das Departement von Leutenegger (FDP) führte eine Studie durch und kam zum Schluss: Es geht doch.

Wie die NZZ schreibt, bedeutet dies folgendes: «Das Tram hätte in dieser neuen Zone immer Vortritt, weshalb auch nur geringe Verzögerungen für den öffentlichen Verkehr zu erwarten wären. Sonst gilt: Fussgänger sind gegenüber Autos und Velos vortrittsberechtigt.»

Ob damit eine grosse Yuppisierung eingeläutet wird, ist noch unklar.

2. Die Migros vertreibt Randständige

Wenn es kalt wird, suchen Randständige Wärme in öffentlich zugänglichen Gebäuden. So auch in der Migros in Wiedikon. Wie der Tagi berichtete, fühlten sich Familien und Senioren nicht mehr sicher, wenn Randständige im Gebäude auf den Bänken sassen und sich so nach einer kalten Nacht im Freien aufwärmten. Darum werden sie vertrieben und notfalls bei der Polizei gemeldet. Angestellte und Stammkunden äusserten sich übereinstimmend: Die Obdachlosen haben nie gestört. Der Bericht warf in Zürich hohe Wellen und wirft, gerade in der Weihnachtszeit, kein gutes Bild auf die Migros. Ehre, wem Ehre gebührt.




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3. Die Gentrifizierung der Tramhaltestelle

Die «Kehrrichtverbrennung» wird entsorgt, schrieb der Tagi diese Woche in einem Bericht über die Umbenennung einer Tramhaltestelle. Das Hagenholz kennen Stadtzürcher vor allem wegen der grossen Entsorgungsstelle, wo die Müllgutscheine abgegeben werden können. In unmittelbarer Nähe dazu liegt seit Neustem eine Genossenschaft mit 400 Wohnungen. Damit diese neuen Quartierbewohnerinnen sich beim Aussteigen wohlfühlen, heisst die Tramhaltestelle neu «Genossenschaftsstrasse». Damit sei «vor der sprachlichen Gentrifizierung durch die Stadt ist nichts mehr sicher», so der Tagi. Ganz im Sinne von: Eine Umbenennung kommt selten allein. Wo kommen wir denn da nur hin, wenn alle Haltestellen einen schönen und gemütlichen Namen tragen?




Das war bereits alles für diese Woche. Viel ist nicht passiert in Zürich. Wohl wegen Weihnachten. Einen guten Rutsch wünsche ich euch.

Titelbild: Instagram/11i

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