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Der Frühling ist da!

Zürich in Zeiten der Corona-Krise

Wie reagiert Zürich auf die Massnahmen des Bundesrates? Sind die Innenstadt, Kaffees und Bars leer in Zeiten von Corona? Wir waren für euch auf Streifzug durch eine Stadt, die mit angezogener Handbremse weiterlebt.
15. März 2020
Chefredaktor

Samstagmorgen, Helvetiaplatz: Heute sollten hier gleich zwei grössere Märkte stattfinden. Einerseits die Velobörse, andererseits der Flohmarkt. Beides wurde abgesagt, nachdem der Bundersrat am Freitagnachmittag alle Events mit mehr als 100 Personen verboten hatte. Verlassen ist das Quartier trotzdem nicht, je näher an der Innenstadt, desto mehr Personen sind unterwegs. Die Trams und Busse sind gut gefüllt; die Frage drängt sich auf, ob sich alle Passagiere an die Anweisung halten, den ÖV nur dann zu nutzen, wenn es «nötig» sei.

Kein Flohmi.

Die Bahnhofstrasse ist zwar nicht überlaufen, wirklich menschenleer ist sie aber trotzdem nicht. Einigen Geschäften fehlt es offentlichtlich an Kundschaft, andere, zum Beispiel der Globus, sind weiterhin gut besucht. Ein Angestellter hinter der Frisch-Pasta-Theke spricht von deutlich weniger Kund*innen als an einem normalen Samstag. Im Gegensatz zu einigen anderen Läden ist hier das Angebot noch komplett: Überfluss an allen Ecken und Enden. Sogar die Abteilung mit Juwelen und Schmuck ist einigermassen gut besucht.

Die Bahnhofstrasse am Samstagnachmittag.

In diversen Supermärkten, ihr kennt die Bilder, sind die Regale leergeräumt: Dosen, WC-Papier, Früchte und Gemüse sind vergriffen. Trotzdem: In den Läden hat es noch immer viele volle Regale und die Detailhändler verkünden in verschiedenen Medien, dass Hamsterkäufe nicht nötig seien, weil die Lager gut gefüllt und die Lieferkapazitäten in die Standorte massiv erhöht geworden sind.

Merkt euch das bitte und kauft nur so viel, wie ihr auch tatsächlich braucht. Die Supermärkte werden weiterhin täglich gefüllt und bleiben offen!

Im Coop an der Europaallee sind die Regale selbst am Samstagnachmittag noch gut gefüllt.

Nur noch maximal 50 Personen dürfen sich gemäss Verordnung des Bundesrates in Gastro-Betrieben aufhalten. Wie konsequent die Kantone dies durchzusetzen vermögen, bleibt noch abzuwarten. Immer mehr Kantone lassen die Bars und Restaurants komplett schliessen. In Zürich sind diese Wochenende nicht leer. Es scheint etwas weniger viel los zu sein als sonst, aber den täglichen Cappuccino und den Apéro am Sonntagnachmittag lassen sich nicht alle nehmen.

Auch in den Naherholungsgebieten, zum Beispiel am See bei der Rentenanstalt oder beim GZ Wollishofen, sind hunderte Menschen unterwegs, geniessen das Wetter, spazieren und sitzen auf der Wiese. Der Geruch von Grilladen liegt in der Luft und es scheint zuweilen, als sei Corona ganz weit weg. Doch der Schein trügt: Jeder aufgeschnappte Gesprächsfetzen beinhaltet das Wort Corona.

Spurlos geht die Ausbreitung des Corona-Virus an den Zürcher*innen also nicht vorbei. Panik ist keine ausgebrochen (von den Hamsterkäufen abgesehen), was auch absolut richtig ist. Eine grosse Welle Solidarität macht sich bemerkbar. In Facebook-Gruppen, mit Aushängen in Treppenhäusern und in Telegram-Chats organisieren sich Menschen und bieten Hilfe bei Einkäufen oder der Kinderbetreuung an.



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