Civic Media: Wir bringen den Journalismus zum Anfassen

Ein Stadtmagazin muss Teil der Stadt und mit der Community verschmolzen sein. Darum sprengt Tsüri.ch alte Formen und macht den Lokaljournalismus zum Abenteuer. Hier erfährst du, wie das geht.
30. Oktober 2017

Früher konnten die Redaktionen nur senden. Dank dem Internet können sie inzwischen viel einfacher empfangen und mit ihrer Community interagieren. Die Einweg-Kommunikation wird aufgebrochen und es entsteht ein gleichberechtigtes Verhältnis zwischen User*in und Journalist*in. So können beispielsweise Geschichten als Quiz oder Rating erzählt werden und die Community kann ihre Inputs direkt in die Berichterstattung einfliessen lassen. Direkter Austausch steigert die Qualität von Journalismus, weil sich die User*innen und die Redaktion vertiefter und vermehrt mit dem Inhalt auseinandersetzen müssen:

  1. als Spaziergang,
  2. als Game,
  3. als Workshop,
  4. als Diskussion,
  5. als Theater.

Denn wir wollen bewegen. Uns geht es nicht um Klicks. Uns geht es um Austausch, Beteiligung, Auseinandersetzungen, Experimente und Erlebnisse; analog und digital. Wir nennen das Konzept «Civic Media» weil wir mit dir, unserer Community, zusammen etwas bewegen wollen.

In Zeiten von Fake News und einem Überangebot an Information sind Glaubwürdigkeit und Vertrauen zwei der zentralen Säulen im Journalismus. Schnelle und knappe News lassen die User*innen oft alleine zurück. Eine tiefere Auseinandersetzung und Einordnung der Inhalte findet kaum statt und wird gleich wieder vom neuen Hot-Shot-Thema der Woche ersetzt – sei dies ein tätowiertes Büsi, der Velounfall von Filippo Leutenegger oder dass Helene Fischer ein Mass Bier auf ex trinkt.

Wir wollen Journalismus und Geschichten gemeinsam erleben. Wir kriegen verschiedene Perspektiven und Inputs und gehen ein Thema in seiner ganzen Tiefe durch. Die Journalist*innen werden nicht vorgeschickt, sondern kuratieren und moderieren ein Thema. Wer sich selber mit etwas befasst und es durchlebt, kann sich am besten eine eigene Meinung bilden und eine eigene Haltung entwickeln. Die Vision von Tsüri.ch ist ein communitybasierter und aktiver Lokaljournalismus, der alte Formen sprengt und neue Wege findet: offen, spektakulär, unterhaltsam, tiefgründig.

Hey, was heisst das jetzt konkret, Tsüri.ch? Das, my Love!

Beispiel Velostadt Zürich:

Seit Jahren wünscht sich die Bevölkerung bessere Velowege, vorwärts geht es nur sehr langsam. Wir wollen das Thema «Velo» in seiner ganzen Breite und Tiefe mit euch zusammen anschauen.

1. Was ist deine Meinung?

Das Thema steht, nun geht es an die Umsetzung. Darum laden wir dich zu uns in die Redaktion ein, um mit uns zu diskutieren. Was stört dich? Was findest du gut? Wo besteht Handlungsbedarf?

2. Praktischer Workshop: So reparierst du dein Velo

Dann geht es mit einem Workshop am Samstagnachmittag im Dynamo weiter: Dein Velo stand den ganzen Winter kaputt im Keller. Schluss damit! Darum finden wir zusammen raus, wie wir unsere Velos reparieren können. Im Anschluss fahren wir mit Musikboxen auf dem Gepäckträger zum Xenix und trinken eins auf unsere frisch geflickten Velos.

3. Diskussion: Velostadt Zürich

Wer in Amsterdam und Kopenhagen mit dem Fahrrad unterwegs ist, weiss, dass es auch anders geht: Sie haben viele breite Velobahnen, die quer durch die Stadt führen! Zurecht gelten sie als Vorzeige-Velostädte. Darum laden wir die Verantwortlichen ein, nach Zürich zu kommen, damit sie uns zeigen, wie es richtig geht.

4. Hey, Politik! Das sollten wir ändern! Ideen vorlegen und umsetzen

Zusammen mit Politiker*innen, Velo-Aktivist*innen, Stadtplaner*innen sammeln wir unsere Bedürfnisse und machen konkrete Vorschläge, wie Zürich zu einer echten Velostadt werden kann.

5. Probleme erkennen und sichtbar machen

Mit den Macher*innen von Bikeable fahren wir zu den gefährlichsten Verkehrspunkten der Stadt (Helm nicht vergessen!) und malen mit Kreide die beste Route auf die Strasse.

6. So fährt man richtig

Weisst du eigentlich, wie du richtig fahren müsstest? Die Veloprüfung ist schon Jahre her. Darum organisieren wir eine neue. Zusammen mit der Stadtpolizei frischen wir unser Können auf.

7. Farbe bekennen: Gemeinsam für eine freundliche Velostadt

Als nächstes verteilen wir blaue Lichter, die alle am Velo anbringen können, die mit der Infrastruktur in Zürich unzufrieden sind. So schaffen wir Sichtbarkeit und werden mit unserem Anliegen wahrgenommen.

8. Gewinnspiel mit mobilem Game

Zum Abschluss gibt es noch etwas zu gewinnen: Im Sinne einer Schnitzeljagd verteilen wir Codes in der Stadt, und jeder liefert direinen Hinweis, wo sich der nächste befindet. Unter den Gewinner*innen verlosen wir Helme, Klingeln, Werkzeug und ein E-Bike.

9. Das wars.

Wir beginnen, wie wir angefangen haben: Mit einem Treffen bei uns in der Redaktion. Was sind deine Erkenntnisse? Sind die Velowege doch nicht so schlecht, wie du dachtest? Hast du jetzt ein genaues Bild der Velostadt Zürich? Was hast du jetzt vor?

Bonus:

Die ganzen Aktivitäten dieses Projekts werden fortwährend von unserer Redaktion journalistisch dokumentiert und mit ergänzenden Inhalten auf Tsüri.ch im entsprechenden Dossier veröffentlicht. So hast du immer den vollen Überblick. Damit du nichts verpasst.

Die Velostadt ist ein Beispiel, wie ein Civic Media Projekt aussehen könnte. Unzählige andere Themen sind ebenfalls sehr geeignet. Zum Beispiel Stadtentwicklung, Smart City, Zukunft der Arbeit, lokales Gewerbe, Migration und Armut.

Und, was sagst du? Dein Feedback interessiert uns! Mail, Facebook, hier als Kommentar oder auf Twitter.

Damit wir diese Ideen umsetzen können, müssen wir zuerst unser Crowdfunding bestehen. Hast du schon mitgemacht?

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