Mobilität im Fokus

Foto: Artemisia Astolfi

Chreis Guide für den Kreis 4: Fuessbädelen auf dem Bullingerplatz und Party machen im Rothaus

So rasant wie der Kreis 4 hat sich wohl kaum ein anderer Kreis entwickelt. Er steht für Veränderung, Geschichte und Vielfalt. Die vierte Ausgabe des Kreiselns konnte Tsüri.ch erneut nur in Gedanken durchführen, doch dafür gibt es «Post-Corona» umso mehr zu entdecken. Komm mit auf eine virtuelle Reise durch den «Chreis Cheib».
30. April 2020

Bemerkung: Die erwähnten Cafés, Restaurants und Klubs sind wegen Corona geschlossen, auch die Bäckeranlage und das Kasernenareal sind abgeriegelt. Aber es kommt eine After-Corona-Zeit und dann kannst du alles in diesem Guide testen.


Der Kreis 4, auch bekannt als «Aussersihl», umfasst die Quartiere «Werd», «Langstrasse» und «Hard». Der Stadtkreis im Herzen von Zürich bildet im Osten mit der Sihl eine natürliche Grenze und trifft dort auf die Altstadt. Im Norden grenzt der Stadtteil an das Quartier «Wiedikon». Unter den Stadtbewohner*innen ist der Kreis 4 auch als «Chreis Cheib» bekannt. Wobei das Wort «Cheib» für Tierkadaver steht und auf die vielen Gruben für Kleintiere und Pferde hinweist, die hier früher anzutreffen waren.

In den 1860er Jahren begann in der Gemeinde «Aussersihl» eine starke Zuwanderungswelle von grösstenteils italienischen Arbeitskräften, die im Bau oder in der Eisenbahnbranche tätig waren. Durch die tiefen Mietpreise entstand bald ein sehr multikulturelles Quartier, welches später auch Student*innen und Künstler*innen anzog. Als Folge der starken Gentrifizierung in den letzten Jahren, wurde der Stadtkreis vermehrt auch für andere Bevölkerungsschichten attraktiv.

Beschte Kafi

Ein etwas irreführender Name trägt die «Sport Bar» an der Kanzleistrasse. Sport treiben brauchst du dort nämlich überhaupt nicht. Im Gegenteil, dort ist Entspannung angesagt! Die «Sport Bar» bietet nicht nur guten Kaffee, sondern am Abend auch hervorragende Drinks. Für die Kaffee-Nerds unter euch, ist das «Café Miro» genau richtig. Seine eigene Röstung und seine sorgfältig ausgewählten Kaffeesorten geben für jeden Geschmack etwas her. Student*innen dürfen das «Miro» wegen seinem «Kaffeewägeli» kennen, das jeweils auf der Polyterrasse und auf dem Hönggerberg anzutreffen ist. Wer es lieber einfach mag, findet im Kiosk beim Anny-Klawa-Platz leckeren Kaffee vom «Kaffee pur».

Blick ins «Café Miró», Foto: zVg

Chilligste Grünfläche

Eine der wohl gemütlichsten Grünflächen des «Vieri», ist die «Bäckeranlage». Diese ist am 1. August, während des «Äms Fäscht», besonders beliebt. Auch im Bullingerhof oder auf dem Kasernenareal lässt es sich gut entspannen. Hinter dem Stauffacher befindet sich ebenfalls ein schöner grüner Fleck. Die Lutherwiese, die im Mittelalter einst ein Richtplatz war, ist heute ein wunderbares Erholungsgebiet.

Die im Moment abgesperrte «Bäckeranlage», Foto: Artemisia Astolfi

Shopping

Wer teure Designer-Ware mag, wird an der Europaallee, der «neuen Bahnhofsstrasse» sicher fündig. Allzu gemütlich, ist es jedoch nicht. Es geht eine tötelige Stimmung von den massiven Betonklötzen aus. Ein viel lebendigeres Shopping-Erlebnis bietet dir «Martas Flohmarkt» an der Brauerstrasse. Er besticht durch ein innovatives Verkaufs-Konzept: Du kannst entweder selber ein Regal mieten und deine alten Lieblingsstücke verkaufen oder in den Regalen anderer herumstöbern.

Leckerstes Essen

Von teuren Restaurants zu einfachen Familien-Betrieben bis hin zu schnellen Imbiss-Ständen. Die Auswahl an Essen im «Chreis Vier» ist enorm und kann schnell einmal unübersichtlich werden. Besonders empfehlen wir das libanesische Restaurant «Zataar». Dank der authentischen Bedienung fühlt man sich in diesem «Stübli» gleich wie zuhause! Das Restaurant «Metzg» gegenüber dem Kanzlei-Areal überzeugt mit seiner guten Fleischqualität, hat aber auch für Vegis immer mehr als nur eine Alternative. In der «Osteria San Bevitore» erwartet dich jede Menge «Italianità». Für ein leckeres «Gipfeli», oder ein frisches Brot lohnt sich ein Abstecher zu «John Baker» am Helvetiaplatz.

(Hoch)-Kultur

An der Langstrasse 113a versteckt sich in einem Seitengässchen das «Langstrassenkultur». Dieses setzt sich für mehr Kultur an der Langstrasse ein und bietet ein breites Angebot an Konzerten, Ausstellungen und Workshops. Im Kosmos werden neben guten Film-Vorstellungen, viele interessante Thematiken in Form von Podien, Vorträgen und Lesungen behandelt. Für alle Kino-Liebhaber*innen ist das «Xenix» auf dem Kanzleiareal ein Besuch wert.

Zum Party machen

Die Langstrasse gilt nicht umsonst als die Partymeile Zürichs. Clubs und Konzerte gibt es an jeder Ecke und für jeden Musikgeschmack. Die «Rothaus Bar» ist nicht nur bekannt für ihre fairen Getränke-Preise, sondern auch für die vielen guten (Reggae-)Parties und Konzerte, die regelmässig stattfinden. Eine etwas ruhigere Option bietet der «Sender» an der Kurzgasse 4. Im kleinen Lokal des Radiosenders «GDS.FM» erwartet dich stets gute Live-Musik und im Sommer die Reihe «BYOW» – Bring your own Wurscht, wo du im Sender-Garten grillieren kannst.

Daten im Kreis 4

Entführe dein Date auf eine Partie Ping Pong auf den Anny-Klawa-Platz. Wird euch irgendwann warm, eignet sich der Brunnen am Bullingerplatz ideal, für ein romantisches «Fuessbädele».

Das Abgefahrenste, was du hier machen kannst!

Gehe auf der «falschen Seite» des Langstrass-Fussgänger-Tunnels, du wirst schnell sehen wie verärgert die Velofahrer*innen werden. Aber aufgepasst, sonst wirst du noch über den Haufen gefahren!

Im Langstrass-Tunnel auf der Velofahrer*innen-Spur zu gehen, kann gefährlich sein. Foto: Artemisia Astolfi

Kreiseln mit Tsüri.ch
Jeweils am letzten Donnerstag des Monats besucht Tsüri.ch einen Kreis: Im Januar den Kreis 1, im Februar den Kreis 2, im März den Kreis 3 und so weiter bis wir im Dezember in Schwamendingen landen. Am Abend laden wir die Tsüri-Member zu einem Event vor Ort ein. Das kann je nach Kreis ein Rundgang mit einem Quartier-Original sein, ein Rave im Safe oder auch ein Theaterbesuch mit Führung durch den Kostümfundus. Im April hätten wir eigentlich einen Kneipen-Crawl durch die Langstrasse gemacht.

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