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Nach Wollishofen kannst du auch mit dem Schiff. Alle Fotos: Seraina Manser (wenn nicht anders angegeben)

Chreis Guide für den Kreis 2: Von Rote Fabrik bis «Dessert-Chäreli»

Hängen auf dem Saffa-Inseli oder stöbern im Vintage-Laden – das sind unsere Tipps für Wollishofen und die Enge. Nur für Leimbach haben wir beim besten Willen nicht viel gefunden.
25. Februar 2021
Community-Verantwortliche und Redaktorin

Pubiziert im Februar 2020. Update am 25. Februar 2021.


Der Kreis 2 liegt am linken Ufer des Zürichsees und beheimatet die Quartiere Enge, Wollishofen und Leimbach. 2019 waren im Kreis 2 gut 35'000 Personen angemeldet, davon wohnten mit knapp 19'000 am meisten in Wollishofen, knapp 10'000 in der Enge und gut 6000 in Leimbach. Manche dürften Leimbach wohl vor allem wegen den Autofahrstunden kennen. Führt doch eine beliebte Prüfungsroute in das Quartier am Stadtrand und wieder zurück. Die Stadt preist Leimbach mit den Worten an: «Eingefasst von Uetliberg und Entlisberg, hat Leimbach seinen Vorort-Charakter nie ganz verloren [...] Dank zahlreichen unbebauten Flächen ist Leimbach in den letzten Jahren immer attraktiver geworden. Viele neue Wohnungen sind auf Familien ausgerichtet.» In Leimbach hat sich der Anteil Familienwohnungen 2019 auf 45.6 Prozent belaufen, in der ganzen Stadt liegt dieser bei 29.4 Prozent. Weil in Leimbach vor allem gewohnt wird, haben wir für jenes Quartier leider nicht wirklich Tipps auf Lager. Dafür haben wir viele Vorschläge, was du in «Wollihood» und in der Enge unternehmen kannst.

Das siehst du, wenn du von Adliswil kommend nach Wollishofen fährst.

«Im Kreis 2 ist es vor allem im Sommer schön», hat mal jemand behauptet. Vom Gegenteil überzeugt dich dieser Chreisguide.

Bester Kafi
Das «La Stanza» liegt am äussersten Zipfel des Kreis 2, grad neben dem Schanzengraben. Dieser bildet die natürliche Grenze zwischen Kreis 1 und Kreis 2. Im «La Stanza» wähnst du dich in einer Bar in Milano. Es hat zwar auffallend wenige Tische und auffallend viele Pinguine – der Paradeplatz ist in unmittelbarer Nähe – und nicht selten ist es deshalb schwierig, einen Platz zu finden. Dafür sind die Croissants, gefüllt mit Crema, ein wahres Gedicht. Im Sommer wird jeweils die Terrasse draussen geöffnet, was den Kampf um die freien Plätze etwas abschwächt. Leider war das Stanza bei unserem Besuch wegen Corona geschlossen, das Bild gibt die Stimmung folglich überhaupt nicht treffend wieder.

So traurig sieht das Stanza nur während Corona aus.

Chilligste Grünfläche
Der Kreis 2 ist mit viel Grün gesegnet. Wir könnten ihn gar etwas übermotiviert als Lunge der Stadt bezeichnen. Der Wald auf dem Entlisberg, jener in Leimbach und das Stadtbad Mythenquai sind nur einige der grünen Flächen. Für ein gemütliches Picknick oder eine morgendliche Yogasession empfiehlt das Tsüri-Team den Rieterpark. Darin befindet sich das Museum Rietberg mit seinen aussereuropäischen Kunstwerken.

Mystisch: Der Eingang zum Rieterpark.

Wenn im Sommer das Seebad Enge brechend voll ist, kannst du einfach weiter stadtauswärts düsen. Im Strandbad Mythenquai findest du immer einen freien Quadratmeter für dein Tüechli. Zudem kommt wegen des Sandstrandes richtig Strandfeeling auf.

Shopping
Gleich beim Bahnhof Enge liegt das Paradies für Vintage-Fans. Barbar Vintage gibt es schon seit 1974, früher war er allerdings noch im Niederdörfli beheimatet. Der Laden besticht durch eine gut aufgeräumte Auswahl an Levis Jeans, Wachsjacken und Sportjäcklis. Diese werden regelmässig auch auf Instagram angepriesen. Vor Ort kannst du auf eine super Beratung zählen.

Aufgeräumt, aufgeräumter, Barbar Vintage.

Der Fundsachenverkauf bei der Haltestelle Morgental in Wollishofen verkauft Kleider und Gegenstände von Partner*innen aus dem öffentlichen Verkehr. Natürlich nur Artikel, welche nach der gesetzlichen Aufbewahrungs­pflicht nicht vermittelt werden konnten oder im Fundbüro nicht abgeholt wurden. Das Geschäft kommt übrigens nicht umsonst zu den Produkten, sondern muss diese aufkaufen. Hast du mal vor zig Jahren deine Jeansjacke in der S-Bahn liegenlassen, kann es gut sein, dass diese hier wieder auftaucht... Gleich nebenan ist der Fundpaketeverkauf, dort kannst du Fundsachen aus nicht zustellbaren Paketen erwerben.

Im ÖV Verlorenes – ob Handy oder Kleider – wird hier verkauft.

Leckerstes Essen
Für einen gemütlichen, italienischen Abend empfiehlt die ehemalige Tsüri-Praktikantin Artemisia (born and raised in Wollishofen) ein Abendessen im kleinen und sehr familiären Casa Nostrana. Wer es richtig chic mag, geht ins Bürgli. Man kann sich das Essen zwar fast nicht leisten, aber vielleicht reicht es für einen Kafi und ein Törtli vom legendären «Dessert-Chäreli» im Belvoirpark. In eine Crèmeschnitte beissen und dazu die antike Villa bestaunen, mehr Kreis 2 geht kaum! Im Sommer lohnt es sich auf einen Fisch im Fischers Fritz auf dem Campingplatz vorbeizuschauen.

(Hoch)-Kultur
Kulturell lässt sich der Kreis 2 nicht lumpen: Du kannst Ausstellungen im Museum Rietberg besuchen, einer Theaterperformance in der Roten Fabrik (genannt «Rote») in Wollishofen beiwohnen oder an einem Anlass von unseren Freund*innen des Kein Museum teilnehmen. Im August und September wird die Landiwiese Schauplatz des Theaterspektakels (genannt «Specki»), ein zeitgenössisches Festival der darstellenden Künste.

Stimmungsaufnahme im Kein Museum. (Foto: Kein Museum)

Zum Party machen
Die bekannteste Adresse für Partys im Kreis 2 ist die «Rote Fabrik». Hier steigt während der Street Parade die legendäre «Lethargy» und viele Konzerte. An Sommerabenden kannst du dich auf der Rentenwiese auf einen grossen Chor aus Boomboxen gefasst machen. Besonders praktisch: Wird dir wegen den feurigen Rhythmen zu heiss, stürzt du dich einfach in den See.

Die «Rote» vom See aus. (Foto: Roland zh, CC BY-SA 3.0)

Beste Parkbank
Im Kreis 2 empfehlen wir dir eine ganz besondere Parkbank: Eine mit eigenem «Obelisk» und Einzaunung. Dieses rote Exemplar thront im Park des Museums Rietberg. Sollte sie besetzt sein, findest du noch weitere in der Baumallee, von wo du bei schönem Wetter über den Zürichsee bis hin zu den Alpen siehst.

Parkbank mit eigenem Gitter.

Daten im Kreis 2
Im Sommer mit Prosecco auf das Saffa-Inseli liegen, baden, plaudern und schauen, was passiert. Die Legende besagt, dass hier schon manche Herzen zusammengefunden haben.

Dieser Steg führt dich auf die Saffa-Insel und in das Herz deiner Begleitung...

Oder du begibst dich auf einen schönen Seespaziergang und legst auf dem Steg bei der «Roten» einen Halt ein. Vielleicht gibt es irgendwann noch einen Nachtsprung (Nacktsprung) ins Wasser? Weil es leider die meiste Zeit des Jahres zu kalt ist, um auf irgendeiner Wiese halbnackt zu kuscheln, haben wir auch eine Idee für dein Winterdate parat: Du führst das Date in das Gewächshaus der Sukkulentensammlung aus und schenkst ihm*ihr am Schluss einen kleinen Sukkulenten als Souvenir. Rosen sind für Anfänger*innen!

Die Sukkulentensammlung von aussen.

Das Abgefahrenste, was du hier machen kannst!
Von der KIBAG – das ist ein Kran – springen, aber Achtung, kann sehr gefährlich sein. Für die, die es ruhiger wollen: Neben der KIBAG sprayen oder Architektur anschauen in der Wohnsiedlung Neubühl. Sogar Pablo Picasso war mal dort.

Von diesem Kran kann man ins Wasser springen, sollte man aber nicht unbedingt. Foto: Artemisia Astolfi.

Das macht den Kreis 2 besonders lebenswert
Wir fragen jeweils beim Quartierverein des Kreises nach, was ihren Kreis besonders lebenswert macht. Markus Gumpfer, der Präsident des Quartierverein Zürich-Enge, sagt: «Die Enge bietet mit dem Kongresshaus, der Tonhalle und diversen Museen kulturelle Höhenflüge, kleine und feine Quartierläden, historische Bauten sowie wunderschöne Parks zum Flanieren und einen See zum Abkühlen. Mittendrin der erste Abendmarkt von Zürich auf dem Tessinerplatz.» Seit 2010 kann man dort nicht nur morgens, sondern bis abends um 18:30 Uhr einkaufen.

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