Der Chornlade – ein Laden, der zum Quartier gehört

Präsentiert von Chornlade
Der Chornlade am Limmatplatz existiert seit vielen Jahren als Genossenschaft. Die Erfolgsgeschichte soll weiter gehen.
24. November 2016

Eigentlich wollte sie Sozialpädagogik studieren. Nun ist Elin Braun (26) Geschäftsführerin des Chornlade beim Limmatplatz. Und so fest unterscheiden sich die beiden Gebiete gar nicht, sagt sie. Denn: Auch im Chornlade stehen die Menschen im Zentrum. Das war auch der Grund, warum Elin im Sommer zusammen mit Uwe Grützner die Geschäftsleitung der Quartierläden am Limmat- und Idaplatz übernommen hat.
Von jenem Quartierladen, der seit 1972 existiert – seit 1982 am gleichen Ort. Zwei Frauen haben damals bio Getreide abgepackt und an die Quartierbewohner*innen verkauft. Vor 44 Jahren waren Lebensmittel in Bio-Qualität in der Stadt nicht leicht zu finden. Doch das Bedürfnis der Kund*innen wuchs und so wurde 1978 aus dem Getreideladen ein Kollektiv, das 1982 als Genossenschaft den Betrieb des vollwertigen Quartierladens an der Fierzgasse aufnahm: dem Chornlade, wie er heute noch existiert und 2014 eine zweite Filiale am Idaplatz eröffnete.

Früher war bio noch nicht cool. Heute ist das anders - das weiss auch Co-Geschäftsführerin Elin Braun. Die gelernte Detailhandelsfrau und leidenschaftliche Theaterschaffende beobachtet schon seit Jahren ein Wandel der Kundschaft. Die älteren Quartierbewohner*innen sind zwar geblieben, doch werden sie zunehmend von jüngeren Personen ergänzt.
Das Bedürfnis nach Qualität, Genuss und guter Beratung ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen. Der Eindruck aus dem Chornlade täuscht nicht. Auch die Zahlen belegen, dass Bio weiter auf dem Vormarsch ist: Die Anzahl der Bio-Betriebe steigt jährlich an, gleich verhält es sich bei der betriebenen Fläche und den Umsatz- und Marktanteilswerten. Mehr als jedes fünfte verkaufte Ei und Brot in der Schweiz ist bio, Gemüse und Salate erreichen stolze 18 und 15 Prozent am gesamten Markt.

Nicht nur bei der Ernährung geben sich Zürcher*innen achtsam. Elin Braun erklärt ihren Zuwachs an neuen Kunden mit dem gleichen Trend, aus dem das Yoga die Limmatstadt überspülte: Das Bedürfnis nach bewusstem und achtsamen Leben. Während die Grossverteiler auf Self-Checkout und möglichst effiziente Kundenströme achten, steht im Chornlade neben den exquisiten Produkten der persönliche Kontakt im Zentrum. Nicht selten halten Kund*innen einen Schwatz oder lassen ihre Freuden und Fruste ab. Es sei ein bisschen wie das erweiterte Wohnzimmer des Quartiers rund um den Limmatplatz.

Dass diese Lobreden auf eine gute Kundenbeziehung keine leeren Floskeln sind, beweist Elin, wenn sie selber hinter dem Tresen steht und über den Tag und ihre Produkte erzählt. Es ist nicht nur ihre offene Herzlichkeit, sondern auch die Souveränität im Umgang mit dem Sortiment: Jeder Tee, jedes Brot oder Joghurt aus den vollen Regalen hat seine eigene Geschichte - und die Co-Geschäftsführerin kennt sie alle. Die Adjektive regional und bio passen auf alle Produkte; und was frisch ist, ist zudem saisonal. Wie Beispielsweise die Suppen, die im Winter über Mittag verkauft werden.

Ein Detail zwar, doch es beweist noch einmal, dass der Chornlade wirklich zum Quartier gehört: Die Schaufenster werden nicht mit den eigenen Produkten vollgestellt, sondern der Freien Kunstszene zur Bespielung überlassen.

Auch im Kreis 5 und im Speziellen auch rund um den Limmatplatz haben es kleine Quartierläden zurzeit nicht nur einfach. Doch wer im Quartier so verankert wie der Chornalde ist, braucht sich keine Sorgen zu machen.

Dieser Inhalt wurde nicht von der Tsüri-Redaktion verfasst.

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