🍹🎉Tsüri Fäscht🎉🍹

Brunchgeschichten: Warum ich fast immer zu Fuss gehe

Eigentlich liebe ich Velofahren, aber trotzdem laufe ich fast immer ins Büro und wieder zurück. Warum? Weil ich sonst wütend in den Tag starte.
10. Oktober 2021
Chefredaktor

Wenn du das liest, ist vermutlich Sonntag und du sitzt friedlich und gemütlich am Zmorge-Tisch. Damit ist jetzt fertig, sorry! Ich erzähle dir jetzt nämlich, warum ich jeden Tag morgens eine halbe Stunde hin und abends eine halbe Stunde wieder zurück spaziere. Dies, obwohl ich eigentlich mega gerne Velo fahre.

Um meine Liebe zum Velo kurz zu illustrieren: Natürlich mag ich das Drahtdings, weil es klein, leicht und umweltfreundlich ist. Ich mag es aber vor allem auch, um damit in die Ferien zu fahren. Immer draussen, immer an der frischen Luft. Das Hauptargument für Velotouren ist für mich aber das Tempo: Man kommt gut voran, ist aber trotzdem langsam genug, um den Wandel von Natur und Siedlungen mitzubekommen und natürlich auch, um in jedem nächstbesten Dorf anzuhalten und kurz einen Espresso zu trinken.

Ich liebe es, mit dem Velo unterwegs zu sein.

Im letzten Winter bin ich umgezogen (hinter den Schlachthof) und im April haben wir dann auch die Redaktion an einen neuen Standort verlegt (zum Stauffacher). Cool, dachte ich, dann verbindet die allererste Veloschnellroute Zürichs mein Zuhause mit dem Arbeitsort. Denn diese Schnellroute führt von der Baslerstrasse in die Stauffacherstrasse über – für mich also wirklich von Tür zu Tür.

Nach der Aufhebung der Homeoffice-Pflicht fuhr ich also zuerst stets mit dem Velo in die Redaktion. Mit der Zeit merkte ich jedoch: Immer wieder kam ich wütend im Büro an. Ich hatte aber leider keine Ahnung, warum; schliesslich gehe ich (meistens) sehr gerne arbeiten...

Tja, leider ist diese Schnellroute noch nicht wirklich fertiggestellt. Und zum Glück realisierte ich irgendwann, was mich zwischen Zuhause und dem Büro wütend machte: Ich komme noch frisch und etwas weich von der Nacht aus dem Haus, und muss mich dann zwischen lauten und breiten Autos durchschlängeln, aufpassen, dass ich nicht abgedrängt oder angefahren werde, Lastwagen ausweichen und an Ampeln warten.

Darauf habe ich einfach keine Lust. Und schon gar nicht am Morgen – viel zu hektisch und aggressiv ist das alles. Dies hat mich mit einer leichten Aggressivität in den Tag starten lassen. Janu, ich habe eine Lösung gefunden und gehe jetzt einfach zu Fuss.

Dies freut den Schrittzähler in meinem Handy, es freut hoffentlich SRF 4 News, was ich auf dem Weg höre und es freut teilweise auch die Leute, die ich während diesem Spaziergang anrufe. Und mich freut es auch, weil ich dann mit der gleichen Laune im Büro ankomme, wie ich Zuhause losgegangen bin.

P.S. Sobald die Schnellroute fertig gebaut ist, werde ich es wieder mit dem Velo probieren.

Brunchgeschichten
Tsüri.ch startet eine neue Kolumne! Dieses Mal direkt aus dem Büro an der Glasmalergasse zu dir nach Hause an den Frühstückstisch. Ab jetzt liefern dir Simon, Elio, Zana, Jenny, Isa, Nico, Seraina, Rahel, Jonas und Emilio jeden Sonntag abwechselnd eine Geschichte aus deiner Lieblingsstadt, die sich bestens beim gemütlichen Sonntagsbrunch besprechen lässt – sollten euch dabei mal die Themen ausgehen.

1. Warum ich abhaue, ohne Tschüss zu sagen
2. Weshalb zu einer Stadt Lärm gehört
3. Warum Tattoos keinen Sinn machen müssen
4. Warum wir seltener in den Club gehen sollten
5. Warum ich meinen Geburtstag so mag
6. Weshalb wir alles andere als wild sind
7. Warum wir öfters Langweiler:innen sein sollten
8. Weshalb ich nicht in meiner Bubble bleiben will
9. Warum eigentlich Berlin?
10. Warum ich keine Flohmis mag
11. Weshalb wir über unsere Körper sprechen sollten
12. Warum ich wieder mehr Ankerbier statt Naturwein trinken will oder «Auch ich werde älter!»

Kommentare

Nöd Jetzt!