Brunch-Review No. 5 – Bebek, der Gewinner des Votings

Ihr habt das «Bebek» zum besten Brunch-Lokal der Stadt gekürt. Eine Tsüri.ch-Delegation ist losgezogen, um nach den Gründen zu forschen. Einer von ihnen ist für den Journalismus gar auf seinen Stuhl gestiegen.
04. Mai 2018

Über 4'500 von euch haben abgestimmt: In diesen fünf Lokalen gibt es den besten Brunch der Stadt! Wir wollen wissen warum und sind deshalb ausgeschwärmt, um uns die Bäuche vollzuschlagen. In der fünften und letzten Review haben wir zu viert den Gewinner der Abstimmung besucht: Das Bebek.


Es war eine deutliche Wahl: Über 300 von euch haben beim grossen Brunch-Voting das «Bebek» auf den ersten Platz gehievt. Daher zuerst einmal: Herzlichen Glückwunsch! Um die Plätze fünf bis vier des Votings mit einer Review zu versehen, sind in den letzten Wochen vier Brunchtester*innen losgezogen: Laura ging ins Gasthaus «Zum Guten Glück», Marco ins «Kafi Schnaps», Seraina ins «The Artisan» und Severin ins «Babu's». Für diese letzte Review haben sie sich nun zusammen zum Brunch eingefunden. Zum einen, um den Gewinner gebührend zu ehren und andererseits, weil das «Bebek Sonntagsfrühstück an sieben Tagen die Woche» nur für Gruppen ab sechs Personen serviert wird – zum Glück mit einer kleinen Ausnahme für die Brunch-Tester*innen.

Die wackere Gruppe fand sich also an einem strahlenden Sonntagnachmittag im Aussenbreich des «Bebeks» ein, im Schatten der Kalkbreite-Genossenschaft, im Sandwich zwischen Kalkbreite- und Badenerstrasse. Das klingt jetzt erstmal nicht ruhig und besinnlich, Pflanzen, Kiesboden und Sonnenschirme lassen jedoch den Verkehr vergessen und verbreiten Gartenbeiz-Stimmung.

Es wird aufgetischt! (Bild: Severin Miszkiewicz)

Sitzen war gestern, auf den Stuhl stehen ist heute

Da hockte die Gruppe nun an einem Vierertisch und hatte nichtsahnend den Sonntags-Brunch für 31.50 Franken pro Person bestellt (à discrétion). Den Bebek-Sonntagsbrunch! An einem Vierertisch! Ha! Der Kellner runzelte schon die Stirn, aber warum wurde der Gruppe erst bewusst, als serviert wurde: Eine Etagère, dazu zahlreiche Schüsseli und Plättli voll mit Hummus, Muhamara (ein Walnuss-Dip aus der syrischen Küche Anm. d. Red.), Avocadomus, Frischkäse mit Kräutern, Feta mit Oregano, drei Sorten Bio- und Alpkäse, Mostbröckli, Salsiz, Fleischkäse, Datteln im Speckmantel, geräuchertes Bio-Forellenfilet, Tomaten-Gurkensalat, Oliven, Fruchtsalat, Birchermüesli, Bio-Joghurt mit Honig und Krokant, Dörrfrüchte Confi, Amselspitz-Butter, Gipfeli und ein bis zum zerbersten gefüllter Brotkorb. Auf einem Vierertisch. Es wurde geschoben, verstellt und getan, aber der Platz reichte bei weitem nicht. Wir wollten bereits eine*n Projektmanager*in für die weitere Organisation anstellen, als der hilfsbereite Kellner unserer Misere ein Ende bereitete und ein zusätzliches Tischchen neben unseren grossen stellte. Ab da verlief der Brunch in gesitteten Bahnen – wobei Severin im Namen des Qualitätsjournalismus noch für ein gutes Brunchfoto aus der Vogelperspektive auf seinen Stuhl stehen musste.

Foodblogger Severin in seinem Element (Bild: Laura Kaufmann)

Superlative reiht sich an Superlative

Beginnt man mit der Bewertung des Brunchs nach Massstäben unseres elaborierten hochwissenschaftlichen Bewertungsbogens, so ist es wohl am einfachsten gleich das Völligkeitslevel zu bewerten: Fünf von fünf Punkten! Aus dem Grund, dass es ziemlich einfach ist bei einem Brunch à Discrétion satt zu werden. Viel schwerer ist es, jemals wieder aufzuhören mit dem Essen.

Auch die Kreativität des Angebots lässt kaum zu wünschen übrig. Speziell hervorzuheben und als besonders deliziös einzuordnen sind dabei das geräucherte Bio-Forellenfilet und die Datteln im Speck. Ein Gaumenschmaus der Sonderklasse! Zudem wird bei bei den Müesli und Joghurt extra darauf geachtet, dass jede Person jeweils ein eigenes bekommt: Sehr charmant! Hingegen wurde keine Eierspeise aufgetischt, weshalb die Kategorie «Sonnigkeit des Spiegeleis» nicht bewertet werden kann. Dies aber nur fürs Protokoll, denn vermisst wurde die Eierspeise nicht, zu reichhaltig war das sonstige Angebot, welches von süss bis salzig, fleischhaltig bis vegetarisch alles bot. Und das Gipfeli war dafür umso knuspriger, wobei es zwischen all dem sonstigen guten Brot nicht mal besonders auffiel. Dies spricht aber mehr für das sonstige Brot – Fladenbrot, Zopf und Vollkornbrot –, welches formidabel und knusprig war.

Arbeitsteilung bei Tsüri.ch: Zwei essen, zwei fotografieren (Bilder: 1 und 2 von Severin Miszkiewicz, 3 und 4 von Laura Kaufmann)

Die Tsüri.ch-Delegation wurde rundum gut und aufmerksam bedient, der Wärmegrad der Herzen ist entsprechend hoch. Die Hipsterdiche war zum Zeitpunkt der Stichprobe überraschend niedrig und wurde mit Anwesenheit der Delegation gefühlt gar ein wenig angehoben. Suchen wir nicht unnötig nach einem Haar in der Suppe und machen wir's kurz: Ihr hattet recht, das «Bebek» ist tatsächlich das beste Brunchlokal der Stadt – zumindest im Jahr 2018.

(Titelbild von Severin "Foodblogger" Miszkiewicz)

Ultimatives zertifiziertes Tsüri.ch-Brunch-Rating

(Inklusive Kinderzeichnungen aus dem Chindsgi «Manegg»)


Eine Liste aller Brunchreviews, welche bisher erschienen sind:
– No. 1: Gasthaus Zum Guten Glück
– No. 2: Kafi Schnaps
– No. 3: The Artisan
– No. 4: Babus
– No. 5: Bebek


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