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Angriff auf LGBTIQ+: Es geschah mitten am Tag, direkt am Lochergut

Am Freitag, dem Tag gegen Homophobie, wurden LGBTIQ+-Aktivist*innen am Lochergut angegriffen. Ein Kommentar von Simon Jacoby.
20. Mai 2019
Chefredaktor

Anlässlich des IDAHOBIT (International Day against Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie) hat der Verein «Achtung Liebe» vor dem Coop beim Lochergut einen Stand platziert: freundliche, fröhliche Menschen, farbige Fahnen, Infomaterial.

Pinkcross schreibt in einer Medienmitteilung: «Dieser Stand wurde um 14 Uhr von vier jungen Männern angegriffen. Sie schnitten die Regenbogen-Banner ab, warfen Flyer und Essen auf den Boden, drehten den Tisch um und stahlen eine Regenbogenflagge.

Weniger als eine Stunde später, kurz nachdem die Freiwilligen den Stand neu eingerichtet haben, folgte der zweite Angriff: Ein weiterer Mann hat die auf dem Tisch liegenden Sachen erneut auf den Boden geschlagen und einen Freiwilligen am T-Shirt gepackt.»

Ein solcher Angriff sowohl auf die Meinungsfreiheit als auch auf das Recht auf sexuelle Selbstbestimmung von anderen Menschen ist absolut inakzeptabel. Am Lochergut aber stösst ein solcher Vorfall besonders auf. Von Hipstern als «Neubellevue» bezeichnet, hat sich das Lochergut zu einem Treffpunkt fast aller Gesellschaftsschichten entwickelt: Multikulti, Arbeiter*innen, Yuppies, Studierende. Alle gehen da einkaufen, quatschen dort mit Freund*innen, warten aufs Tram, trinken Bier auf den Bänklis oder besuchen die Restaurants in der Nähe.

Die Kreise 3 und 4 treffen sich am Lochergut, es ist der Hotspot der linksten Quartiere von Zürich. Dass der Angriff auf die LGBTIQ+ genau hier passiert, schockiert darum umso mehr. Wenn diese Menschen hier nicht sicher und frei sind, wo dann?

Unser Zürich ist ein Ort, an dem alle Platz haben. In dem alle genau so leben können, wie sie es wollen; ungeachtet der Sexualität, der Herkunft, der Hautfarbe, des sozialen Status. Dafür müssen wir uns gemeinsam einsetzen.

Natürlich waren die betroffenen Personen traurig und wütend. Doch sie schreiben auch: «Gleichzeitig freuen wir uns über die ermutigende Unterstützung, die von anderen Passant*innen direkt nach den Angriffen zum Ausdruck gebracht wurde. Unser gemischtes Gefühl von Wut, Enttäuschung und Angst ist langsam einem besseren, freudigen Gefühl gewichen, als die warmen Nachmittagsstunden vorbei waren und wir viele unterstützende und tolle Menschen umarmt, mit den Bewohner*innen des Stadtteils gesprochen und ihre Unterstützung gespürt haben. Ihre Neugierde, zu wissen, wer wir sind und wofür wir kämpfen, gab uns so viel Energie und den Wunsch, nicht aufzugeben.»

Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie ist leider noch immer ein weit verbreitetes Problem. Und wie sich zeigte, macht sie auch nicht an der Schweizer Grenze halt. Eine erste Verbesserung würde die neue Antirassismus-Strafnorm schaffen. Wie Pinkcross schreibt, sind in 13 Kantonen Vorstösse hängig, welche solche «Hate Crimes» verbieten und verhindern sollen. Unsere Stimme an der Urne zählt. Wählen wirkt.

Wir alle, die an diesem (oder einem anderen) Ort verkehren und uns aufhalten, dürfen solche Angriffe nicht zulassen. Vielleicht können wir es nicht jedes Mal verhindern, aber wir können jedes Mal sichtbar hinstehen und uns solidarisieren.

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