Drogen, Magersucht und ein Jazzwunder: «Amy» jetzt im Kino

15. Juli 2015


https://www.youtube.com/watch?v=_2yCIwmNuLE

Hört man den Namen Amy Winehouse, denkt man wahrscheinlich zurück und erinnert sich schemenhaft an ein paar Hits, an Drogenexzesse und an ihren Tod. An das, was die Medien von ihr übrigliessen. Mit «Amy» porträtiert Regisseur Asif Kapadia die Frau mit der kraftvollen Stimme – geprägt von Talent, doch stets von Dämonen verfolgt.

 
«Sie war eine der wahrhaftigsten Jazzsängerinnen überhaupt»

Tony Bennett
 

Es ist eine altbekannte Geschichte. Jene eines jungen, begabten Mädchens, das seine Gefühle in Musik ausdrücken konnte, international berühmt wurde und schliesslich an ebendiesem Ruhm zerbrach. Doch es ist nicht die Erfolgsbiographie der britischen Jazzsängerin, die berührt. Sondern die zahlreichen privaten Videos – lediglich begleitet von Voice Over von Familie und Freunden – setzten den Fokus auf eine intime Bekanntschaft mit der vielschichtigen Persönlichkeit, die sich hinter den pechschwarzen, langgezogenen Wimpern verbarg.

Homevideos der jugendlichen Amy, die dreist in die Kamera lächelt und erklärt, dass ihre persönliche Musik ein Ventil für den Umgang mit Bulimie und Depressionen sei,  Aufnahmen eines professionellen Kamera-Teams in der Entzugsklinik, das einen Streit zwischen Amy und ihrem Vater filmte – es wirkt als ob eine Kamera Amy allzeit verfolgte. Jedes Video zeigt eine neue Facette von einem Star, der eigentlich keiner sein wollte und es nie schaffte sich zu emanzipieren. Denn ihre ihre tiefere selbstzerstörerische Abhängigkeit galt nicht nur dem Alkohol und Heroin, sondern ihrem Manager, ihrem Vater und ihrem Partner, die sie alle stets im Teufelskreis der Bevormundung und der Sucht hielten.

 
«[...] ohne Drogen ist das doch alles langweilig»

Amy Winehouse
 

Kapadias «Amy – The girl behind the name» ist eine objektive, aber feinfühlige Dokumentation über den Weg einer begnadeten Künstlerin, die wie ein offenes Buch lebte und doch nie verstanden wurde.

 
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