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8 Tipps für nachhaltiges Reisen zu jeder Jahreszeit

Mit (möglichst) gutem Gewissen Ferien machen, ohne Klima und Umwelt zu schädigen? Tsüri.ch erklärt dir, wie deine Ferien am Wasser oder im Schnee nachhaltiger werden.
21. Juli 2019
Redaktor

Eine Generation, für die es völlig alltäglich ist, morgens in den Flieger zu steigen und nachmittags im Meer zu schnorcheln oder in fernen Grossstädten auf Flohmärkten zu wühlen: die «Generation Easyjet». Erfunden wurde der Name 2013 von den Marketing-Leuten der Airline selbst. Man wollte damit «die Spontaneität und Aufbruchsstimmung dieser Menschen transportieren» und «bei Neu- sowie Bestandskund*innen in ganz Europa die Reiselust wecken».

Fast immer sind es junge Menschen, die auf den «Generation Easyjet»-Plakaten lachend die Werbebotschaft der orangen Airline vermitteln sollen. Easyjet sollte Recht behalten, denn für junge Menschen ist das spontane und kurze, dank eben jenen Billig-Airlines sogar für Schüler*innen erschwingliche Um-die-Welt-Jetten so beliebt wie nie zuvor.

Doch (fast) jede Werbekampagne hat eine begrenzte Lebensdauer und wirkt irgendwann altbacken. Die europaweiten Klimaproteste trieben auch die Schüler*innen in Zürich auf die Strasse. Statt sorgloses «Easyjetset» kommt nun die «Flugscham» auf. Wer was auf das Klima hält, muss sein Reiseverhalten teilweise radikal ändern.

Der Tsüri-Guide für nachhaltigere Ferien sagt dir, wie du zu jeder Jahreszeit bei deiner Reiseplanung einen kühlen Kopf behältst.

Winter: Nachhaltiger Skifahren & aus eigener Kraft auf den Berg

«Alles fährt Ski» hiess es in der Schweiz noch in den Sechzigern. Auch wenn die Zahl der Schneesportler*innen rückläufig ist, zieht der Wintersport auch heute noch Schweizer*innen und Tourist*innen in die Berge. Ökologisch wirken die Touristenmassen, die Arsenale an Schneekanonen und dutzende Liftanlagen aber nicht.

Mit rund 85 Prozent fällt der grösste Teil der CO2-Emissionen im Wintertourismus jedoch bei der Anreise per Auto zum Skigebiet an. Nirgendwo sonst lassen sich aber so viele Skigebiete mit dem ÖV erreichen wie in der Schweiz. Die Ostschweizer Skigebiete Flumserberg und Pizol sind von Zürich HB aus sogar in wenig mehr als einer Stunde direkt oder mit kurzem Umsteigen auf einen Zubringerbus zu erreichen.

Der etwas ältere, aber heute noch nützliche VCS-Guide «Ride & Glide» bietet eine Auflistung aller mit dem ÖV erreichbaren Skigebiete. Wähle statt den üblichen grossen, zu Gigantismus neigenden Wintersportorten ein kleines Skigebiet mit weniger Schneekanonen, dafür mit mehr Charme.

Oder noch besser: Versuche dich im Skitouren. Läufst du einen Berg selbst hoch, geniesst du die Abfahrt gleich viel mehr – und sparst die nebenbei das Geld für das Liftticket. Informiere dich jedoch zuerst über Lawinen und respektiere Wildruhezonen. Der Alpenclub bietet auch Kurse und geführte Touren für Einsteiger*innen an.

Frühling: Surfen in Marokko & lieber Autofahren als Fliegen

Der Schweizer Winter war lang und grau und du wärst jetzt schon viel lieber auf dem Surfbrett in der Sonne statt mit dem Snowboard in der Kälte? Der Easyjet-Flug nach Marrakesch ist schon in Warenkorb? Es gibt Alternativen.

Wie «das Lamm» berechnete, verbraucht die Fähre von Savona in Norditalien nach Tanger in Marokko 40 mal weniger CO2 pro Person als ein Flugzeug – weil Schiff eben nicht gleich Schiff und automatisch eine Dreckschleuder ist. Die Reise mit der Fähre dauert jedoch zwei Tage. Wir müssen lernen, dass nachhaltiges Reisen vielleicht nicht nur mehr finanzielle, sondern auch mehr Investitionen aus dem Ferientagkonto erfordert.

Generell ist das Auto zwar nicht das Gelbe vom Ei, wenn es um CO2-Ausstoss geht. Verglichen mit dem Flugzeug ist es aber immer noch die bessere Wahl. Ist deine Reisedestination nicht mit dem ÖV erreichbar, fülle dein Auto/Camper mit drei Freund*innen und fahre über Land und Wasser nach Marokko – gut möglich, dass der Roadtrip zum Ziel selbst die bessere Geschichte wird als das Surf-Abenteuer in Marokko.

Sommer: Fett statt Fossiles verbrennen & der ultimative Ferientipp für Zürcher*innen

Es ist und bleibt das sauberste, gesündeste und spassigste aller Verkehrsmittel: Das Velo. Null CO2-Emissionen, erschwinglich im Preis und vielseitig. Mit ein paar angehängten Taschen wird aus fast jedem Velo ein feines Reisegefährt. Wenn du meinst, nicht fit genug für deinen persönlichen Giro d’Italia zu sein: du musst ja nicht gleich den Profis nacheifern und fährst einfach vorerst halbe Tage und kürzere Routen. So oder so, am Ende deiner Veloferien wirst du fitter sein als je zuvor.

Zudem lässt sich das Velo auch gut mit dem Zug kombinieren, um in fernen Gegenden zu pedalieren oder zwischendurch etwas Strecke zu überspringen. Wie wärs mit einer Tour der Nordsee entlang (hüte dich aber vor dem Gegenwind!) von Amsterdam nach Kopenhagen? Oder an der Côte d'Azur vorbei über die Pyrenäen nach Barcelona? Der Weg sei das Ziel, ganz ohne CO2.

Der überhaupt beste aller Tipps für die Sommerferien ist aber, einfach in Zürich zu bleiben. Nie lässt es sich in der Stadt besser leben als im Sommer. Und während der Schulferien legt sich eine fast schon gespenstische Ruhe über die üblichen überfüllten Hotspots der Stadt.

Herbst: Railjetsetten oder die dicken Schuhe umschnallen

Durch Billigflüge lange in Vergessenheit geraten sind die Interrail-Tickets. Zwischen drei Tagen und drei Monaten fährst du damit zum Pauschalpreis durch ganz Europa. Mit dem Railjet nach Budapest, im Schlafzug weiter nach Prag, über Hamburg nach Paris ganz ohne schlechtes Gewissen. Kein Wunder, boomen die schon fast für tot erklärten Interrail-Tickets seit diesem Jahr wieder.

Doch auch im Herbst kann man ganz gut einfach vor der Haustüre Ferien machen. Schnall dir die dicken Schuhe an und zieh mit Zug und Postauto für eine Wanderung in die Berge, sei es für eine Tagestour oder mit Übernachtung im Massenlager auf einer der unzähligen SAC-Hütten. Tsüri.ch hat selbstverständlich auch hierfür schon den ultimativen Guide für hundert herrliche Herbstwanderungen in und um Zürich zusammengestellt. Dank deinen CO2-freundlichen Ferien wird die Bergluft oben auf dem Gipfel noch ein Stück frischer.

Titelbild: Kamil Biedermann

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