7 Tipps, wie du grün durchs 2018 kommst

Wie du einfach an saisonales Gemüse aus der Region gelangst, bei welcher Bank du dein Geld am besten anlegst und andere nachhaltige Ideen für das neue Jahr.
09. Januar 2018

Hast du dir fürs 2018 vorgenommen, weniger zu rauchen und öfters deine Eltern anzurufen? Dann könntest du ja gleich noch umweltbewusster leben. Hier sind sieben konkrete Tipps, um dir dabei zu helfen.

1. Leg dir deinen eigenen Wurmkompost zu!

Willst du deinen Bioabfall nicht in den Hausmüll werfen, hast aber keine Lust, Mitglied in der Kompostgruppe zu werden? Hier kommt die Lösung: Der Wurmkompost des Zürcher Startups Wormup. Du stellst den mehrstöckigen – durchaus ästhetischen – Kompostbehälter aus Ton bei dir auf den Balkon, in die Wohnung oder in den Hausflur. Die Würmer (und andere Kleinstlebewesen), die darin hausen, zersetzen den Bioabfall schrittweise, bis du die nährstoffreiche Supererde für deine Kräutli «ernten» kannst. Das Ganze sei geruchsneutral. Ein Wurmkompost inklusive Würmer kostet 340 CHF zzgl. Versandkosten.

Hier geht’s zum Tsüri-Artikel über Wormup.

Der Wurmkompost von Wormup. Foto: Wormup

2. Werde Mitglied in der Gartenkooperative!

Schon wieder eine Avocado aus Peru gekauft, weil sie dich im Supermarkt so nett angezwinkert hat? Damit ist jetzt Schluss. Dank Orto Loco hast du immer saisonales Gemüse aus der Region zu Hause. Die Genossenschaft baut auf einem gepachteten Ackerland eines Biobauernhofs in Dietikon über 60 Gemüsesorten an. Sie verteilt das Gemüse wöchentlich auf fünfzehn Depots in Zürich, wo die Konsument*innen ihre Gemüsetasche selbst abholen. Ein Abo für eine kleine Tasche pro Woche (reicht für zwei bis drei Personen) kostet pro Jahr 1200 Franken. Das sind ungefähr 25 Franken pro Tasche. In dieser steckt nebst dem Gemüse auch ein Brief der Genossenschaft mit Orto-Loco-Neuigkeiten.

Hier kannst du Genossenschafter*in von Orto Loco werden!

Falls du deine Rohkost lieber direkt nach Hause geliefert haben möchtest, findest du unter diesen Gemüseboxen vielleicht die richtige.

3. Miete ein Lastenvelo!

Dein Altglas, das sich über die letzten drei Monate angesammelt hat, mit dem Mobility-Auto zum Recyclen zu bringen, ist gut, aber noch besser wäre es mit einem Lastenvelo!

Auf carvelo2go kannst du Lastenvelos mieten, die bis zu 100 Kilogramm transportieren können. Du buchst das Velo online und holst es beim jeweiligen Standort ab. In der Stadt Zürich findest du Lastenvelos unter anderem beim «Kafi für dich», bei der Post am Limmatplatz und Albisriederplatz, beim Zero-Waste-Laden «Foifi» oder beim «Café Nordbrücke». Für die Buchung wird eine Grundgebühr von fünf Franken erhoben, die Miete für eine Stunde kostet lediglich zwei Franken.

Auch Stadtrat Leutenegger fuhr schon Cargobike. Hier im Rahmen der Lancierung von carvelo2go im Juni 2017. Foto: Mobilitätsakademie AG des TCS

4. Rette Lebensmittel!

Dank der App «too good to go» erhältst du Mahlzeiten, die sonst im Abfall landen würden. So funktioniert es: In der App siehst du, wo in deiner Nähe Essen angeboten wird. Dann kaufst du eine Mahlzeit über die App und zwar zu maximal der Hälfte des Originalpreises und bist zu einer abgemachten Zeit beim entsprechenden Restaurant, um die Essensportion entgegenzunehmen. Die Firma wurde Ende 2015 in Dänemark gegründet und bietet ihr Konzept mittlerweile in mehreren europäischen Ländern an. In Zürich sind unter anderem die Restaurants «Thali House», «Negishi», «Tibetasia» und «dean & david» mit dabei.

Ein weiteres vorbildliches Projekt ist die «Ässbar» im Niederdörfli, welches Backwaren vom Vortag verkauft.

5. Nimm den Nachtzug!

Buch für deinen Städtetrip den Zug anstatt den Billigflieger. Folgende Destinationen kannst du von Zürich aus im Schlaf anfahren: Berlin, Hamburg, Wien, Graz, Prag, Budapest und Zagreb. Buchst du früh genug, zahlst du bei den SBB für die Reise Zürich-Berlin beispielsweise nur knapp 70 Franken. Während du mit deinem Flug von Zürich nach Berlin gut 170 Kilogramm CO2 in die Atmosphäre schiesst, sind es mit dem Zug lediglich 10 Kilogramm!

6. Teile statt kaufe!

Wie oft brauchst du deine Bohrmaschine? Einmal im Jahr? Eben. Statt Gegenstände zu kaufen, kannst du sie auch einfach bei jemandem in der Nähe ausborgen. Dabei hilft dir die Zürcher Firma «Sharley». Privatpersonen stellen dort ihre Objekte online, die du tageweise oder auch länger mieten kannst. Das Objekt holst du persönlich ab. Zur Auswahl steht fast alles: Nähmaschinen (fünf Franken pro Tag), Raclette-Ofen (ebenfalls fünf Franken pro Tag) oder ein Lawinen-Safety-Set (10 Franken pro Tag.)
Alternativ kannst du auch in der Facebook-Gruppe «Hät öper?» nach Gegenständen fragen.

7. Lege dein Geld bei der richtigen Bank an!

Du allein kannst vieles tun, aber die Banken sind nun mal grosse Player! Sie können dein Erspartes und jenes aller Kund*innen für Investitionen in umweltschädliche Kohlekraftwerke oder umweltfreundliche Solarkraft verwenden. Fortschrittlich ist die Alternative Bank: Sie fördert «erneuerbare Energien», «umweltschonende Mobilität» oder «zukunftsweichendes Wohnen und Arbeiten».

Falls du (noch) nicht bei der Alternativen Bank bist und wissen willst, wie es um deine Bank steht: Der WWF hat 2017 in einer Studie 15 grosse Schweizer Banken bezüglich Nachhaltigkeit genauer angeschaut. Die Berner Kantonalbank, die Raiffeisen-Gruppe und die Zürcher Kantonalbank hat der WWF als «zeitgemäss» und somit auf Kurs hinsichtlich des von ihm verlangten Entwicklungspfades für Banken eingestuft. Die Raiffeisenbank verwaltet heute zum Beispiel 54 Prozent der Vermögen ihrer Kleinsparer*innen nachhaltig.

Zur Studie des WWF.

Hast du das Tsüri-Mail schon abonniert?

Titelbild: Auf dem WC einer WG im Kreis Fünf. Foto: Seraina Manser

Member entscheiden mit:
Deine Bewertung -> Stutz für den/die Journalist*in
Bewertung löschen

Kommentare

Willst du unabhängigen Journalismus?

Tsüri.ch steht für unabhängigen & engagierten Journalismus und setzt sich für eine offene, fröhliche, tolerante und ökologische Gesellschaft ein. Mit deiner Unterstützung können wir das auch in Zukunft tun.

Mit nur 5.-/Monat bin ich dabei
Einloggen und zurück zum Artikel
Gerade nicht