7 Tipps für ein nachhaltiges Grillfest

Es lässt sich nicht schönreden – grillieren ist fast unumgänglich umweltschädlich. Mit diesen sieben Tipps wird dein Grillfest so klimafreundlich wie es nur sein kann.
14. Juni 2019

1. Grill

Eins vorweg: Einweggrills sind ein absolutes No-go! Diese wackligen Aluschalen auf Beinchen haben nicht nur eine miserable Ökobilanz, sondern brennen erst noch hässliche Löcher in die Wiesen.

Holzkohlegrills schneiden allgemein eher schlecht ab. Pro Stunde grillieren stösst ein Holzkohlegrill fast 7 kg CO2 aus – das entspricht einer Autofahrt von 35 km. Falls es nicht anders geht, wählt man am besten einen der altbewährten Kugelgrills, die bei geschlossenem Deckel die Hitze gut isolieren.

Umweltfreundlicher als Kohlegrills sind Solargrills – die aber eher teuer sind – oder aber Elektrogrills, die mit Ökostrom betrieben werden. Am Zürichsee gibt es zwei öffentliche Elektrogrills der Stadt, die man kostenlos benutzen kann.

Zur Zeit sind noch keine Gasflaschen mit Bio- oder Erdgas erhältlich, die den Gasgrill klimafreundlich machen würden – ausser, man hat eine solche Gasleitung direkt ins Haus und schliesst den Grill dort an.

Insgesamt spielt die Wahl des Grills aber eine untergeordnete Rolle.

2. Kohle

Augen auf beim Kohle-Kauf! Eine Studie des WWF hat gezeigt, dass fast die Hälfte der in der Schweiz erhältlichen Grillkohlen falsch deklariert werden und Tropenholz enthalten. Das Label FSC ist auf jeden Fall gut, sagt aber noch nichts über die geografische Herkunft des Holzes aus.

Besser als herkömmliche Holzkohle ist Kohle aus Bambus, einem bekanntlich sehr schnell nachwachsenden Rohstoff.

Sehr nachhaltig sind Briketts aus Olivenkernen, die aus den Abfällen der Olivenverarbeitung gemacht werden oder Grillkohle aus Kokosnussschalen – ein reines Abfallprodukt, wofür kein einziger Baum gefällt werden muss.

Wer wirklich wissen will, woher sein Holz kommt, geht am besten in den Wald, sammelt es selbst und brötelt in alter Pfadi-Manier auf offenem Feuer. Dies aber bitte nur bei dafür vorgesehenen Grillstellen (Waldbrandgefahr)!

4. Geschirr

Weg mit Einweg! Echtes Geschirr (oder zumindest Campinggeschirr) und Besteck sieht an der Grillparty nicht nur edel aus, sondern ist auch die mit Abstand nachhaltigste Geschirr-Variante. Denn auch die vermeintlich biologisch abbaubaren Teller aus Palmblättern oder Zuckerrohrfasern sind in Wirklichkeit kompletter Unsinn: sie sind nämlich nicht oder nur sehr schwer biologisch abbaubar – auch in industriellen Kompostwerken.

Da sind sogar noch die normalen Pappteller besser, weil diese meist aus recyceltem Karton bestehen.

4. Grilladen

Pflanzlich ist immer besser! Viel wichtiger als aus welchem Teller man isst, ist was man isst. Fleisch und klimafreundlich kann nicht im selben Satz vorkommen. 200g Rindfleisch verursachen 2.9 kg CO2. Aber auch dieselbe Menge Grillkäse (wie z.B. Halloumi) ist mit 1.9 kg CO2 sehr umweltbelastend. 200g Gemüse wie Auberginen, Champignons, Peperoni, Spargeln oder Süsskartoffeln verbuchen alle unter 1kg CO2. Baked Potatoes können übrigens ohne Alufolie direkt in die Glut gelegt und aus der Schale gegessen werden.

Wer aufs Fleischfeeling nicht verzichten mag, kann immer noch auf Fleischersatzprodukte zurückgreifen oder aber versuchen, im Coop einen der legendären Beyond Burger-Patties zu ergattern (sogar einige Fleischesser meinen, er schmeckt wie Fleisch!). Wer keines ergattern konnte, kann Patties auch selbst machen.

5. Beilagen

Unverpackt und selbstgemacht!

Damit die Grillparty nicht zur Müllparty ausartet, gibts nur eines: unverpackt einkaufen. Wie das geht?

  • Früchte, Gemüse und Brot mit den eigenen Stoffsäckli einkaufen
  • Grilladen nicht in Plastik eingeschweisst einkaufen
  • Das Brot in der Bäckerei holen (und in ein Stoffsäckli packen) – oder noch besser: bei einem Fairteiler gratis abholen und Foodwaste verhindern.
  • Beilagen und Salate selber machen und in Tupperwares oder Einmachgläsern transportieren.

Ausserdem: Bei Früchten und Gemüse unbedingt darauf achten, saisonal, regional und wenn möglich bio einzukaufen! Und nein, Spanien ist nicht regional. Und ja, «tschüss Plastik» bedeutet auch «tschüss Chips und Cervelat».

6. Getränke

Bei der Wahl der Getränke sieht die Rangliste folgendermassen aus:

  1. Selbst abgefüllt – zum Beispiel Hahnenwasser mit Zitronenscheiben, Minze, Holundersirup oder Bier aus dem Bierfässli mit Zapfhahn.
  2. Mehrweg-Glas (mit Depot) – zum Beispiel Club Mate, bei Intercomestibles und in einigen Bioläden gibts Mineralwasser, Bier, Cola, Citro und Fruchtsaft.
  3. Alu-Getränkedosen, die man recycelt – vor allem Biere.

Mit Abstand am schlechtesten ist Einwegglas. PET kann zwar recycelt werden, neue PET-Flaschen bestehen aber trotzdem nur zu 25% aus recyceltem Material. Der Rest muss aus Erdöl neu hergestellt werden.

7. Aufräumen

Abfälle sind Rohstoffe am falschen Ort. Glas, PET und Alu gehört recycelt, Biomüll kompostiert, Zigarettenstummel in den Aschenbecher, Essensreste in Tupperwares verpackt und in den Kühlschrank gestellt. So bereitet das Grillfest nicht nur dir und deinen Freunden, sondern auch unserem Lieblingplaneten Freude.

Titelbild: Samuel Zeller

Fazit
Nachhaltige Kohle kaufen, vegane Grilladen statt Fleisch, aus echten Tellern essen!
Praktikantin und Lektorat

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